Weinstadt

Evangelische Kirche Endersbach geht während der Pandemie neue Wege

Michael Schneider
Pfarrer Michael Schneider steht in seinem Pfarrgarten, in dem derzeit ein Ferienprogramm für Kinder läuft. Im Hintergrund ist der Kirchturm zu sehen, der saniert wird – und auf dem bis Pfingsten das Turmblasen stattgefunden hat. © Gabriel Habermann

Gotteshäuser mussten schließen, Gottesdienste wurden abgesagt. Auch vor der Kirche machte die Corona-Pandemie nicht halt und brachte sowohl Herausforderungen als auch stetig neue Verordnungen mit sich. In der Zeit hat sich die evangelische Kirche in Endersbach einiges einfallen lassen – von der sogenannten Traktorkirche über das Turmblasen auf dem Kirchturm bis zu einem erstmaligen Sommerferienprogramm für Kinder war einiges dabei. Der Pfarrer Michael Schneider berichtet, wie es ihm und der Kirchengemeinde in der Zeit ergangen ist.

Kirche soll die Corona-Krise als Chance sehen

Für die Kirche ist Corona eine Chance, zu zeigen, warum es sie gibt, findet der Pfarrer. Doch um die Menschen zu erreichen, musste ein Umdenken stattfinden – das heißt, da die Menschen nicht in die Kirche konnten, musste sie zu ihnen. Dies zu organisieren sei anfangs stressig gewesen.

"Die Organisation war sehr nervenaufreibend"

Insbesondere die Ungewissheit, wie lange eine Verordnung noch gültig ist, habe einem die Aufgabe erschwert. „Ich wusste nicht, ob ich etwas für die Schublade produziert habe“, sagt Michael Schneider. „Die Organisation war sehr nervenaufreibend, weil wir neue Dinge auf den Weg bringen wollten.“ So sei er mit seiner Kollegin, Pfarrerin Ursula Fink, im regen Austausch gewesen. „Als Kirchenleitung haben wir uns früh überlegt, wie wir auf die Krise reagieren können.“

"Beim Turmblasen - da wurde die Kirche im wahrsten Sinne des Wortes sichtbar"

Und: „Uns wurde klar, dass wir analoge Angebote brauchen.“ Trotz der digitalen Aktivitäten der Kirche haben sie einiges ins Leben gerufen, und Pfarrer Schneider findet: „Wir haben in Endersbach gut auf die Krise reagiert.“ Die Kirche sei aus seiner Sicht so präsent gewesen wie noch nie zuvor. „Beim Turmblasen – da wurde die Kirche im wahrsten Sinne des Wortes sichtbar“, sagt er. Um auf den Kirchturm zu gelangen, legte Schneider täglich ab 19 Uhr 180 Stufen zurück, um dann aus luftiger Höhe Stücke wie „Der Mond ist aufgegangen“ zu spielen. Das machte er seit Beginn der Ausgangsbeschränkungen und wurde später auch von der Familie Hekeler dabei unterstützt.

Ein Erfolg, findet er. „Es gab viele Menschen, die auf der Straße standen und auf das Konzert gewartet haben.“ Auch Menschen, die normalerweise wenig mit der Kirche zu tun hätten, seien so angesprochen worden – über die Konfessionsgrenzen hinweg.

Teamarbeit und keine Ein-Mann-Show

Auch wenn häufig nur Michael Schneider im Vordergrund steht, lautet sein Credo, dass man nur gemeinsam etwas erreichen kann. „Alleine bewegt man nicht viel, man benötigt das Team, das mitzieht und mitschiebt, damit der Wagen ins Rollen kommt.“ So kam beispielsweise auch die sogenannte Traktorkirche ins Rollen. Mit Altar, Kreuz und Anlage auf einem Traktoranhänger haben sie „die Kirche zu den Menschen gebracht“. Denn von der Idee, mit nur 18 Leuten mit Masken und unter Einbehaltung der Abstandsregeln im Kirchengebäude Gottesdienst zu feiern, habe er nicht viel gehalten. Die Traktorkirche im Freien begeisterte ihn mehr. So konnten etwa 100 Leute an dem Gottesdienst teilnehmen.

Erstmalig: Ferienprogramm für Kinder

Eine weitere Neuerung, welche die Endersbacher Protestanten auf die Beine gestellt haben, ist das erste Ferienprogramm für Kinder. Amelie Warth, junges Mitglied des Kirchengemeinderats, hat in etwa drei Wochen ein Konzept für die Ferienbetreuung erstellt. Die Kinder lernen auf eine spielerische Art und Weise die Schöpfung kennen und nehmen im Pfarrgarten die Natur wahr. Es gibt noch freie Plätze. Informationen gibt es unter www.kirche-endersbach.de. Im August findet die Traktorkirche an allen Sonntagen – bei jedem Wetter – von 9.30 Uhr an beim Trappeler-Steinbruch und von 10.15 Uhr an auf dem Sportplatz bei der Jahnhalle statt.

Auch wenn Michael Schneider der Meinung ist, dass sie die Krise bisher gut überstanden haben, sehnt er sich nach der Zeit vor Corona: „Ich freue mich auf den ersten Gottesdienst, den ich in der vollen Kirche feiern darf – aber ich weiß nicht, wann dieser Tag sein wird.“

Gotteshäuser mussten schließen, Gottesdienste wurden abgesagt. Auch vor der Kirche machte die Corona-Pandemie nicht halt und brachte sowohl Herausforderungen als auch stetig neue Verordnungen mit sich. In der Zeit hat sich die evangelische Kirche in Endersbach einiges einfallen lassen – von der sogenannten Traktorkirche über das Turmblasen auf dem Kirchturm bis zu einem erstmaligen Sommerferienprogramm für Kinder war einiges dabei. Der Pfarrer Michael Schneider berichtet, wie es ihm und der

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