Weinstadt

Feuerwehr übt für Leistungsabzeichen

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Wasser marsch: Der Wassertrupp bekämpft den fiktiven Brand. © Schneider / ZVW
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Auf dem Gelände der Firma Cannon in Beutelsbach trainieren die Feuerwehrleute fürs Leistungsabzeichen Bronze.

Weinstadt. Pumpe bedienen, Brand bekämpfen, Menschen retten – und das alles in maximal sieben Minuten: Das müssen die elf Feuerwehrleute aus Weinstadt beim Leistungsabzeichen Bronze schaffen. Dafür trainieren sie seit Wochen auf dem Gelände der Firma Cannon.

Was war gut? Was nicht? Diese Fragen stellen sich Tabea Beck (25) und Marcus Dittel (27) aus der Abteilung Großheppach jedes Mal, wenn sie ihre Übung fürs Leistungsabzeichen absolviert haben. Zu neunt können sie jeweils trainieren – und der Ablauf ist immer gleich: Vor einer Scheune hat Sperrmüll Feuer gefangen – und der Brand droht durch ein offenes Fenster auf ein angrenzendes Wohnhaus überzugreifen. Während die Feuerwehrleute schon alles fürs Löschen vorbereiten, taucht auf dem Balkon im ersten Stock ein Mensch auf. Das ist im Groben das Szenario, das bei der Prüfung am 14. Juli in Backnang für alle gleich ist. Maximal 30 Fehlerpunkte darf die Gruppe haben – und das geht schneller als gedacht.

„Man darf nicht rennen – das ist das oberste Gebot“

Es reicht schon, wenn einer aus der Gruppe einen Befehl nicht laut genug ausspricht. Oder wenn jemand nicht vorschriftsgemäß angezogen ist. Die Schiedsrichter, die bei der Abnahme des Leistungsabzeichens eingesetzt werden, nehmen ihren Job laut dem Weinstädter Feuerwehrsprecher Tim Maier sehr ernst – schließlich geht es in den Einsätzen um das Schicksal von Menschen. „Wenn jeder da hinfahren würde und sich sicher wäre, dann müssten alle ja nicht üben.“ Früher war es vor allem wichtig, möglichst schnell zu sein – doch die Zeiten sind schon lang vorbei. „Man darf nicht rennen – das ist das oberste Gebot“, sagt Tabea Beck. Schließlich steige genau dann das Risiko eines Unfalls – und der soll um jeden Preis vermieden werden.

Bei jeder Übung wird vorher bestimmt, wer zum Angriffs-, Schlauch- oder Wassertrupp gehört und wer Melder, Maschinist sowie Gruppenführer ist. Der Maschinist bedient beispielsweise die Pumpe, der Wassertrupp kümmert sich darum, aus dem Hydranten Wasser zu holen und den Brand zu bekämpfen, und der Schlauchtrupp holt sich die Steckleiter, um einen Menschen zu retten. Der Angriffstrupp wiederum verhindert, dass das Feuer auf das andere Gebäude übergreift. Der Gruppenführer versucht, den Überblick zu behalten und Befehle zu erteilen – und der Melder unterstützt ihn sowie später den Schlauchtrupp bei der Vornahme der Leiter.

Das Training fürs Leistungsabzeichen Bronze ist ziemlich schweißtreibend, doch dafür hat Tabea Beck den Eindruck, dass der Zusammenhalt in der Weinstädter Gruppe gewachsen ist. „Am Anfang haben wir über acht Minuten gebraucht – jetzt sind wir bei fünfeinhalb.“