Weinstadt

Feuerwehrleute dürfen künftig kostenlos ins Schwimmbad

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OB Michael Scharmann übergibt Feuerwehr-Kommandant Stefan Schuh eine Freikarte für die Weinstädter Bäder und Bücherei. © ZVW/Alexandra Palmizi

Weinstadt. Ein geeignetes Feuerwehrhaus und die angemessene Ausrüstung sind unverzichtbar. Aber noch wichtiger sind die Menschen, die sich im Dienst an der Gemeinschaft engagieren und rund um die Uhr bereit sind, das eigene Leben in die Waagschale zu werfen. Darüber war man sich auf der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Weinstadt am Freitag einig.

So war es kein Wunder, dass in der Jahnhalle die Feuerwehr und ihre Angehörigen im Mittelpunkt standen. Als Zeichen der Wertschätzung und Anerkennung brachte Oberbürgermeister Michael Scharmann die Ankündigung und einen symbolischen Gutschein mit, dass die 237 Aktiven der Einsatzabteilungen und ihre Angehörigen künftig kostenlos die Weinstädter Bäder und die Bücherei benutzen können. Dabei handle es sich um ein kleines Dankeschön auch an die Familien und Partner, die nur allzu oft und spontan auf die Feuerwehrleute verzichten müssen, erklärte Scharmann. „Auf diesem Wege sollen die Familien wieder etwas Familienzeit zurückbekommen. Wir dürfen nicht vergessen, dass die Feuerwehrleute in Weinstadt eine Pflichtaufgabe der Stadtverwaltung wahrnehmen.“

„Unsere Feuerwehr steht für alle Aufgaben immer bereit“

Das von der Feuerwehr selbst erarbeitete und an diesem Abend von Tim Maier und Stephanie Siegle vorgestellte Personalentwicklungskonzept verbessere die Tagesverfügbarkeit und sichere das ehrenamtliche System auf lange Sicht. „Wir können uns in Weinstadt darauf verlassen: Unsere Feuerwehr steht für alle Aufgaben immer bereit!“, versicherte der OB.

Wie dies auch in Zukunft langfristig gewährleistet werden kann, darüber begann sich die Feuerwehr bereits 2015 intensiv den Kopf zu zerbrechen. In zwei Arbeitsgruppen wurden Ideen entwickelt, wie man neue Kameraden für den Feuerwehrdienst begeistern und die Mitglieder motivieren könne, der Gemeinschaft der „Floriansjünger“ treu zu bleiben. Trotz der kontinuierlich wachsenden Zahl von Einsätzen, trotz ständig neuer Aufgaben, mit denen die Wehrmänner und -frauen konfrontiert werden.

100 000 Euro für die Instandhaltung der Gerätehäuser

Rund Hundert Ideen kamen zusammen. Eine Auswahl davon wurde umgesetzt, wie zum Beispiel die Optimierung der Entschädigungssatzung, der verstärkte Einsatz von Facebook und der Homepage, ein Willkommenspaket für neue Mitglieder oder neues Material für die Brandschutzerziehung an Schulen. Eine wichtige Neuerung ist, dass städtische Mitarbeiter, die sich in der Feuerwehr engagieren, die Regelübungen während der Arbeitszeit ableisten dürfen. „Wir wollen mit gutem Beispiel vorangehen und so das zusätzliche Engagement unserer Mitarbeiter für das Gemeinwohl würdigen“, meinte OB Scharmann. Offenbar fiel die Initiative auf fruchtbaren Boden; neun Aufnahmeanträge wurden gestellt, so dass aus den Reihen der Stadtverwaltung insgesamt 18 Feuerwehrangehörige tagsüber einsatzbereit sind.

Dass es mit dem Personalentwicklungskonzept allein nicht getan ist, darin waren sich Feuerwehrkommandant Stefan Schuh und OB Michael Scharmann einig. Während Schuh auf die Überarbeitung des Feuerwehrbedarfsplans und die laufenden Fahrzeugneuanschaffungen verwies, versicherte Scharmann, dass der Plan, ein neues zentrales Feuerwehrhaus für die Abteilungen Beutelsbach und Endersbach zu bauen, keinesfalls ad acta gelegt sei. „Die Sondierungen laufen ergebnisorientiert und mit großem Konsens.“ Nichts werde überstürzt.

Nach wie vor stelle die Verpflichtung, die gesetzlich vorgegebenen Hilfsfristen einzuhalten, eine große Herausforderung dar. Für dieses Jahr seien jedenfalls jeweils 100 000 Euro für die Instandhaltung der bestehenden Feuerwehrgerätehäuser in Endersbach und Beutelsbach vorgesehen.

124 Einsätze hat es im vergangenen Jahr gegeben, darunter 46 Brände

Die von Kommandant Schuh präsentierte Einsatzbilanz umfasste für 2018 insgesamt 124 Einsätze, darunter 46 Brände, 48 Technische Hilfeleistungen und 23 Fehlalarmierungen. 18 Menschen konnten gerettet werden, eine Person wurde tot geborgen.

Als neue aktive Feuerwehrkameraden begrüßten er und OB Scharmann Moritz Rühle, Nina Lutz, Marius Büche und Matthias Romer in der Abteilung Beutelsbach, Marcel Österle, Patrick Deutsch, Tobias Grandy, Zubair Sultani, Tim Heunisch und Thomas Damsch in Endersbach sowie Lisa Dittel, Süleyman Erbek und Nassirahmad Ahmadi in Großheppach.


Aktion gegen Polio

Im Rahmen der Jahreshauptversammlung stellte Jugendleiterin Stephanie Siegle die Aktion „Deckel gegen Polio“ des Vereins „Deckel drauf e. V.“ vor, an der sich die Jugendfeuerwehr in diesem Jahr beteiligt.

Für jeweils 500 Deckel von PET-Flaschen, Tetrapaks oder Kunststofftuben spende „Deckel drauf e.V.“ eine Impfdosis gegen Polio, mit dem Ziel, Kinderlähmung weltweit auszurotten.

„Bis heute haben wir schon 6216 Deckel gesammelt. Nun hoffen wir auf die Unterstützung aller Angehörigen und der Abteilungen“, so Siegle, „gemäß des Mottos der Jugendfeuerwehr: Wir übernehmen Verantwortung, wir helfen, wir sind für andere da!“