Weinstadt

Frau aus Weinstadt rettet kranken Igel: "Hilde" wohnt jetzt in Stuttgart

Igel "Hilde"
Igeldame „Hilde“ hat sich im Garten der angehenden Tierärztin Hannah Kube schon gut erholt – hier darf sie auch bleiben. © Hannah Kube

Heike Binder aus Endersbach will eigentlich nur ihre Eltern zum Hausarzt nach Schnait fahren und die Wartezeit dort mit einem Spaziergang in den Weinbergen überbrücken – als ihr Hund neben dem Weg zwischen den Reben plötzlich anschlägt. Dort im Gras liegt ausgestreckt ein kleiner, grauer Igel. Das arme Tierchen hat zu viel Spritzmittel abbekommen und ist gestorben, vermutet Heike Binder. Doch als Pudel Willy just nicht weitergehen will, sieht sie es: Hilde, so heißt das Igel-Weibchen jetzt, atmet noch.

„Sie lag da ganz flach und lang ausgestreckt“, erzählt Heike Binder. Ihr sei sofort klar gewesen, dass das Tier, das viel zu dünn aussieht und fast wie tot daliegt, dringend medizinische Hilfe nötig hat. „Also habe ich sie in meinen Schal eingepackt und bin mit ihr zu unserem Tierarzt nach Schnait.“

Igel Hilde fehlt ein Bein

In der Tierarztpraxis Dr. Krause in Beutelsbach schaut Tierarztin Hannah Kube nach dem verletzten Wildtier. Mit unter 700 Gramm ist das Igel-Weibchen stark unterernährt. „Sie war total knochig und mager und ausgetrocknet und hatte ein ganz fieses Lungengeräusch“, erinnert sich die 31-Jährige.

Während sie das Tierchen untersucht, stellt sie noch etwas anderes fest: Hilde ist kein Jungtier, sondern nach den Zähnen zu schließen mindestens zwei Jahre alt und damit eher eine Seniorin. Igel werden nur zwei bis vier Jahre alt. Außerdem fehlt der alten Dame ein Vorderfuß – ob es sich hierbei um eine alte Verletzung handelt oder ob der Igel schon so gehandicapt geboren wurde, kann Hannah Kube nicht sagen.

Parasiten in Lunge und Darm

Für sie steht schnell fest: Die Igeldame hat zwar Parasiten in der Lunge und im Darm und braucht Antibiotika, aber sie kann es schaffen, mit der richtigen Pflege. Also entscheidet die junge Tierärztin schnell, dass Hilde mit zu ihr nach Hause kommen darf. Um wieder ausgewildert zu werden, ist Hilde zu sehr gehandicapt.

Hannah Kube wohnt in Stuttgart, ihr kleiner Garten ist durch eine geschlossene Mauer geschützt, es gibt viele Büsche, Blumen und Sträucher. „Unser Garten ist sehr naturnah gestaltet“, erzählt die Tierärztin. Der perfekte Ort also für die etwas zu klein gebliebene, dreifüßige Igelseniorin, um vor Gefahren geschützt, aber artgerecht ihren Lebensabend zu verbringen.

"Hilde" braucht anfangs regelmäßig Medizin

Die erste Zeit hat Hilde dort im Garten einen Käfig, Hannah Kube muss ihr regelmäßig Medizin gegen die Parasiten und auch Antibiotika geben. Nebenher päppelt sie sie mit Katzenfutter und setzt sie regelmäßig auf die Waage. Der Igel spricht gut auf die Behandlung an und erholt sich schnell.

Mittlerweile, rund vier Wochen nach der Rettung, ist Hilde wieder fit, wiegt 850 Gramm und ist frei im Garten unterwegs. Sie ist auch wieder nachtaktiv, wie sich das für Igel gehört. Tagsüber schläft sie gerne im rattensicheren Igelhäuschen, das Hannah Kube ihr gekauft hat. „Sie hat zu ihrem normalen Rhythmus zurückgefunden und wird nur noch zum Teil zugefüttert“, berichtet sie. Das restliche Futter kann Hilde sich im Garten selbst zusammensuchen.

Heike Binder und ihre Familie währendessen sind glücklich, dass der Igel es geschafft hat. Und mehr als dankbar, dass die Tierärztin „ihre“ Hilde aufgenommen hat. „Dort kann sie ihr Leben genießen“, hofft Heike Binder.

Heike Binder aus Endersbach will eigentlich nur ihre Eltern zum Hausarzt nach Schnait fahren und die Wartezeit dort mit einem Spaziergang in den Weinbergen überbrücken – als ihr Hund neben dem Weg zwischen den Reben plötzlich anschlägt. Dort im Gras liegt ausgestreckt ein kleiner, grauer Igel. Das arme Tierchen hat zu viel Spritzmittel abbekommen und ist gestorben, vermutet Heike Binder. Doch als Pudel Willy just nicht weitergehen will, sieht sie es: Hilde, so heißt das Igel-Weibchen jetzt,

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