Weinstadt

Gartenschau-Events werden teurer

Konzert Symbol Symbolbild Publikum Zuschauer
Symbolbild. © Pixabay (CC0 Creative Commons)

Weinstadt. Mehr Geld für Toiletten und Shuttle-Service, mehr Veranstaltungen, die bislang nicht einkalkulierten Kosten fürs Open-Air-Musikfestival „Steillage“: Das sind die Gründe, warum Weinstadt für seine Events im Gartenschaujahr 2019 mit zusätzlichen Ausgaben von 331 500 Euro rechnet. Das Programm kostet nun 1,45 Millionen Euro.

„Ich hielte es für unseriös, Ihnen irgendeine Zahl zu präsentieren“: Jochen Beglau, Leiter des Amts für Öffentlichkeitsarbeit, Kultur und Stadtmarketing, reagierte damit auf die Kritik von GOL-Fraktionschef Manfred Siglinger. Der hatte der Verwaltung in der Gemeinderatssitzung vorgeworfen, im Sommer 2017 Fehler bei der Kostenplanung für die Gartenschau-Veranstaltungen gemacht zu haben. So wurde beim Thema Mobilität ein Wert von null Euro angegeben – für Siglinger „der unwahrscheinlichste Fall“. Nun sind dafür 80 000 Euro vorgesehen, vor allem wegen des Shuttle-Services und der Sperrungskosten.

Höchster Posten: 440 000 Euro fürs Open-Air-Festival „Steillage“

Auch in anderen Bereichen wird es teurer als gedacht. Der Posten „Temporäre Infrastruktur und Bewachung“ klettert von 160 000 Euro auf 250 000 Euro, was laut Beglau vor allem an den Toiletten liegt. Dies hängt auch mit einem erhöhten Reinigungsaufwand zusammen – und der wiederum resultiert daraus, dass Veranstaltungsflächen nicht abgesperrt werden. Der dickste Posten ist das zweitägige Open-Air-Festival am Freitag, 9., und Samstag, 10. August, bei dem Studenten und Absolventen der Popakademie Baden-Württemberg auftreten sollen. 440 000 Euro soll das kosten, die Verwaltung rechnet aber mit Einnahmen in derselben Höhe. Auch dies kritisierte Siglinger in der Sitzung. „Das ist natürlich spekulativ.“

Dass fürs Merchandising nun plötzlich Kosten von 25 000 Euro auftauchen, erklärte Beglau damit, dass dies ursprünglich die Gartenschau-GmbH schultern wollte, die die Remstal-Gartenschau für die 16 beteiligten Kommunen koordiniert. Diese könne das allerdings wegen Personalmangels nicht mehr. Hier nun mit großen Einnahmen zu kalkulieren hält Beglau für unseriös. „Wir rechnen auf Nummer sicher.“ Mehrkosten gibt es übrigens auch bei den interkommunalen Veranstaltungen, weil die Gartenschau-GmbH die Zahl der Events erhöht hat. Weinstadt muss nun statt 40 000 Euro das Doppelte bezahlen. CDU-Fraktionschef Ulrich Witzlinger zeigte für Amtsleiter Beglau deshalb Verständnis, nachdem er dessen Erklärungen hörte. Was den Erfolg von Veranstaltungen wie dem Steillagekonzert angeht, verwies er darauf, dass dies natürlich auch vom guten Wetter abhängt. „Letztendlich ist man da schon in Gottes Hand.“

Bei vier Enthaltungen und einer Gegenstimme votierte der Gemeinderat schließlich für den neuen Etat für die Gartenschau-Veranstaltungen in Höhe von 1,45 Millionen Euro. Oberbürgermeister Michael Scharmann gab sich indes zuversichtlich, bereits im Vorverkauf genug Tickets zu veräußern. Seine Rechnung: je höher die Qualität der Künstler, desto mehr Nachfrage.