Weinstadt

Ginczek und Harnik eröffnen Fleischladen in Stuttgart

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Fußballprofi Martin Harnik, der Weinstädter Unternehmer Christian Hartmann und VfB-Stürmer Daniel Ginczek haben in Stuttgart die Eröffnung ihres Fleisch-Ladens „Meat Club“ gefeiert. © Laura Edenberger
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Ehemalige Teamkollegen unter sich: Martin Harnik und der Ex-Nationalspieler Cacau.
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In diesem Fall wurde ein "surf and turf" serviert: Feinstes Rindfleisch mit Garnelen.
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Mehrere Jahre haben sie zahlreiche Ideen gesammelt: Christian Hartmann, Martin Harnik und Daniel Ginczek.
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VfB-Kapitän Christian Gentner und der Stuttgarter Held von 1992 Günter Schäfer feierten mit. © Benjamin Büttner

Weinstadt/Stuttgart. Der Weinstädter Unternehmer Christian Hartmann hat mit den beiden Fußballprofis Daniel Ginczek (27) und Martin Harnik (30) einen Edel-Fleischladen in Stuttgart eröffnet. Im „Meat Club“ feierten am Mittwochabend VfB-Größen wie Christian Gentner und Cacau die Eröffnung – im Internet tobte derweil ein Streit zwischen Fleisch-Liebhabern und Vegetariern.

Christian Hartmann steht am Mittwochabend vor dem „Meat Club“ in der Eberhardstraße und blickt auf sein Smartphone: „So langsam sind wir ausgeglichen“, sagt er. Will heißen: gute und schlechte Bewertungen halten sich auf der Facebookseite des Fleischladens mittlerweile die Waage. Zuvor hatte dort eine Armee von Veganern und Vegetariern für einen ausgewachsenen Shitstorm gesorgt. Nun sind auch die Steak-Freunde mobilisiert und überschütten den Laden, der eigentlich erst ab Freitag geöffnet hat, mit positiven Bewertungen. In zahllosen Kommentaren tobt der Streit auf der Meat-Club-Seite. Die prominenten Gesellschafter – VfB-Stürmer Daniel Ginczek und der Ex-Stuttgarter Martin Harnik (Hannover 96) – haben für große Aufmerksamkeit gesorgt. Der Weinstädter Geschäftsführer fühlt sich zu Unrecht attackiert: „Ich respektiere jede Meinung, aber bevor man uns angreift, sollte man sich erst einmal mit dem Konzept auseinandersetzen“, sagt Hartmann.

Dieses Konzept ist jedenfalls kein alltägliches. Im Meat Club gibt es alles, was Fleischfressern den Mund wässrig macht: wie wäre es mit dem berühmten Black-Angus-Rind aus Argentinien? Oder einem Stück Fleisch aus Aberdeenshire in Schottland, direkt vom Hoflieferanten des englischen Königshauses? Oder für die Grillparty doch lieber das wertvollste Fleisch der Welt: Japanisches Wagyu? Das hat freilich seinen Preis. Ein Kilogramm Fleisch vom Wagyu-Rind ist im Meat Club für 350 Euro zu haben. Los geht’s in der Eberhardstraße so bei 20,30 Euro das Kilogramm, wer möchte, kann sich zur Probe direkt im Laden ein Stückchen zubereiten lassen.

Fleisch aus Massentierhaltung kommen für Hartmann, Harnik und Ginczek dabei nicht in Frage: „Artgerechte Haltung ist ein ganz zentraler Punkt. Wir haben viel Mühe und Aufwand betrieben, zu schauen: wie werden die Tiere gehalten?“, sagt der Weinstädter, der unter anderem einen Betrieb in Schottland besucht hat. Und gesund muss es sein, das ist vor allem für die Spitzensportler Ginczek und Harnik wichtig, die „so zwei, dreimal die Woche“ Fleisch essen. Wobei es auch ganz ohne ginge, wie Martin Harnik aus der Welt des Profi-Fußballs berichtet: „Wir haben einige Vegetarier und Veganer unter uns.“

Harnik wohnte einst beim Weinstädter Hartmann zur Miete

Wie kommt’s überhaupt dazu, dass Christian Hartmann, Betreiber von „Mode am Markt“ und Vorstandsmitglied der Endersbacher Unternehmer, einen Fleisch-Laden mit zwei Fußballprofis eröffnet? „Martin und ich haben uns kennengelernt, als er unser Haus in Remshalden gemietet hat“, erzählt Hartmann. Die beiden freundeten sich an, kamen auf die Idee, ein gemeinsames Unternehmen zu gründen. Eine „Investition in die Zukunft“, nennt es Bundesliga-Profi Harnik. Seit dreieinhalb Jahren beschäftigt die beiden der gemeinsame Plan, zahlreiche Ideen wurden verworfen, die vom Fleischhandel blieb bestehen. Hartmann bringt aus seiner Zeit in der Chef-Etage bei einem Stuttgarter Feinkostladen das Know-How mit, auch das gesamte Team im Meat Club rekrutiert sich aus diesen Tagen. Der Kontakt zu Harnik riss auch nicht ab, als der Stürmer den VfB nach dem Abstieg 2016 in Richtung Hannover verließ.

Ginczek: "Ich war sofort Feuer und Flamme"

Als endlich ein Raum für den Meat Club gefunden war und die Pläne im vergangenen Jahr reiften, holte Harnik seinen Kumpel Martin Ginczek mit ins Boot. Der sagt: „Ich war sofort Feuer und Flamme.“ Die beiden Fußballer brachten ihre Ideen ein, der Weinstädter baute den Laden auf – und hatte deshalb in den vergangenen Wochen wenig Zeit für sein Modegeschäft in Weinstadt.

Nun ist er gespannt, wie das Projekt anläuft. „Ich hätte nicht so viel Geld investiert, wenn ich nicht hinter dem Konzept stehen würde“, sagt Hartmann. Dass der Laden bereits vor seiner Eröffnung große Aufmerksamkeit auf sich zog, sei natürlich eine gute Starthilfe gewesen – seinen prominenten Freunden sei Dank. „Doch nun müssen wir uns erst einmal beweisen.“ Die Zeit wird zeigen, ob es in Stuttgart – immerhin direkt beim Breuninger – einen Markt für Edel-Fleisch gibt. Eine Filiale in Weinstadt ist übrigens nicht geplant.


Die Eröffnungsfeier

Zahlreiche Promis gaben sich auf der Eröffnungsfeier am Mittwochabend die Ehre und ließen sich Fleisch, gute Weine und Craftbeer schmecken. VfB-Kapitän Christian Gentner kam mit seinem erst wenige Tage alten Baby zur Party, auch die Ex-Fußballer Günter Schäfer und Cacau feierten mit.

Einige Tage zuvor war fast die komplette Stuttgarter Mannschaft vor Ort gewesen. Offiziell eröffnet das Geschäft in der Eberhardstraße 31 am Freitag.