Weinstadt

Grundschüler in Weinstadt-Großheppach verkaufen Kuchen für die Ukraine

Backaktion
Die Schüler haben eifrig Kuchen gekauft – und oft mehr bezahlt als die angesetzten 50 Cent. © Benjamin Büttner

Die andauernde Corona-Pandemie und die strengen Regeln, die deswegen im Schulalltag gelten, stellen eine Hürde dar – aber trotzdem haben es sich die Grundschüler der Friedrich-Schiller-Schule nicht nehmen lassen, einen Kuchenverkauf für die Ukraine zu organisieren.

Klar, das Backen blieb dabei schon an den Eltern hängen. Aber ansonsten übernahm der Schülerrat das Kommando. Denn: Auch die Jüngsten in der Gesellschaft lässt dieser Krieg nicht kalt.

Ein Stand pro Klassenstufe wegen Corona

Vier Stände mit Kuchen, Muffins und salzigem Gebäck hat es am Dienstag, 15. März, und Mittwoch, 16. März, jeweils in der großen Pause verteilt im Schulhaus gegeben: für jede Klassenstufe ein eigener Stand, denn die Schüler der verschiedenen Klassenstufen dürfen sich ja nicht vermischen, so will es die Corona-Verordnung.

Das Gebäck, das die Eltern großzügig beigesteuert haben, ist auf alle vier Stände gleichmäßig verteilt worden, damit es auch fair ist. Überall hängen gebastelte Friedenssymbole.

Viele Eltern geben Kindern etwas mehr Geld mit zum Spenden

Die Viertklässler leiten den Verkauf überraschend routiniert: Diese Klassenstufe verkauft sonst Brezeln in der Pause, um sich eine Klassenfahrt zu finanzieren, erklärt Schulleiterin Andrea Fortanier.

Der Preis pro Gebäckstück beträgt eigentlich 50 Cent - viele Kinder bezahlen aber mit deutlich größeren Geldscheinen. Das Echo aus der Elternschaft sei nämlich sehr groß gewesen, sagt Andrea Fortanier. Viele Eltern haben ihren Kindern zehn oder auch 20 Euro mitgegeben, die die Kinder für die Ukraine spenden können.

Rat der Grundschüler bildet demokratisches Gremium

„Manche spenden auch 50 Euro“, erzählt der Viertklässler Marcus. Er als Klassensprecher ist einer von insgesamt 14 gewählten Schülervertretern, die als Schülerrat das demokratische Herzstück der Schülerschaft an der Großheppacher Grundschule bilden.

Auf ihre demokratische Struktur ist die Friedrich-Schiller-Schule sehr stolz – und auch nicht zuletzt für den Kuchenverkauf kam die Idee direkt aus dem Schülerrat.

Eine Schülerin hat Verwandtschaft in Russland und der Ukraine

Den Anstoß dafür hat eine Schülerin gegeben, die selbst Verwandtschaft sowohl in der Ukraine als auch in Russland hat. Danach sei das Thema im Schülerrat besprochen worden, ein Plan geschmiedet, wie man ein bisschen etwas spenden könne, erzählen die Schüler.

Abschließend wurde über die Idee Kuchenverkauf abgestimmt. „Es waren alle dafür“, sagt Ratsmitglied Fabian, ebenfalls vierte Klasse. Danach ging es ans Organisieren: Der Schülerrat sei in alle Klassen gegangen und habe das Thema mit den Schülern besprochen. Auch Plakate mit Preisen sind gemalt worden.

Grundschüler schauen auch Nachrichten

Die Mühe hat sich gelohnt: Schon am ersten Tag sind bei ursprünglich 50 Cent pro Stück Kuchen etwa 430 Euro zusammengekommen. Das Geld soll auf das Ukraine-Spendenkonto von ZDF oder ARD überwiesen werden.

Den Grundschülern ist es wichtig, auch einen kleinen Beitrag zur Ukraine-Hilfe leisten zu können. Denn die Diskussion geht nicht an ihnen vorbei. „Wir bekommen es auch durch die Nachrichten und so mit, wie schlecht es der Ukraine geht“, sagt Marcus. Auch im Unterricht wird natürlich darüber gesprochen. Da muss man einfach helfen, ist sich der Schülerrat einig.

Die andauernde Corona-Pandemie und die strengen Regeln, die deswegen im Schulalltag gelten, stellen eine Hürde dar – aber trotzdem haben es sich die Grundschüler der Friedrich-Schiller-Schule nicht nehmen lassen, einen Kuchenverkauf für die Ukraine zu organisieren.

Klar, das Backen blieb dabei schon an den Eltern hängen. Aber ansonsten übernahm der Schülerrat das Kommando. Denn: Auch die Jüngsten in der Gesellschaft lässt dieser Krieg nicht kalt.

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