Weinstadt

"Haaus" in Baach eröffnet: Übernachten und tagen im hintersten Winkel von Weinstadt

Tagungshaus
Nina Kiesel in einem ihrer Gästezimmer. Der Blick ins Grüne gehört zum Konzept ihrer Tagungsstätte. © Alexandra Palmizi

In ihrem winzigen Heimatort Baach, direkt gegenüber der Gaststube ihres Vaters, hat Nina Kiesel (33) ein Seminarhaus gebaut. Das Konzept: Geschäftsleute, die dem Trubel der Stadt oder des Großraumbüros entfliehen wollen, sollen im hintersten Winkel von Weinstadt Ruhe finden und kreativ werden. Aber auch Touristen können die 16 Zimmer buchen. Seit wenigen Tagen hat das „Haaus“ geöffnet.

Wobei die Idylle, die den Neubau an der Baacher Ortsdurchfahrt einmal umgeben soll, noch nicht ganz hergestellt ist: Auf einer Seite des Seminargebäudes sind derzeit Bauarbeiter damit beschäftigt, eine Terrasse anzulegen. Hinter dem Neubau muss die Blumenwiese erst noch ausgesät werden.

Und von Montag an wird zu allem Überfluss die Straße saniert, die vom Weinstädter Stadtteil Schnait durch das Dörfchen Baach hindurch in den Schurwald und nach Baltmannsweiler führt. Die löchrige Straße hat diese Sanierung dringend nötig, die Baustelle wird für das ganze restliche Jahr bestehen bleiben.

Ein schwieriger Start für das preisgekrönte Start-up

Es ist also ein schwieriger Start für das mit dem „Gründerpreis Rems-Murr“ der Kreissparkasse ausgezeichnete Start-up von Nina Kiesel. Zumal die Corona-Pandemie zwar augenscheinlich am Abebben, aber doch noch nicht ganz überwunden ist.

Die ersten Gäste haben trotzdem schon im „Haaus“ übernachtet – und waren zu Nina Kiesels Erleichterung ganz begeistert. Ein Pärchen war darunter, das die Gegend erkunden wollte und eine Schlafmöglichkeit suchte. Und eine Möbelfirma, die sich für eine Woche einmietete, um ein Foto-Shooting zu veranstalten. Das passt gut: In dem modern eingerichteten Seminarhaus setzen sich auch die bestehenden Holztische, Stühle und anderen Einrichtungsgegenstände klar vom Sichtbeton der Wände und des Fußbodens ab.

Der Stil? Industriell, minimalistisch

Im hellen Eingangsbereich gibt es eine moderne Küchenzeile: „Jeder weiß, dass in der Küche die besten Partys stattfinden“, sagt Nina Kiesel. Die Menschen sollen sich im Seminarbereich zu Hause fühlen, trotz der klaren Kanten und Linien. Wie sich der Stil beschreiben lässt? Industriell, minimalistisch, sagt Nina Kiesel. Kontraste dazu schaffen die Küche, die vielen Schreinerarbeiten aus Holz, Blumensträuße oder ein Zitronenbäumchen.

Auf den 16 Zimmern wird es etwas gemütlicher. Die Wände sind teilweise verputzt, an den riesigen Fenstern mit Blick ins Grüne sind breite Fensterbänke aus Holz angebracht. Im Bad sind die Fliesen grün wie das „Haaus“-Logo.

Jetzt zeigt sich, ob die Idee der jungen Unternehmerin zündet

Sie freue sich natürlich, loslegen zu können, sei aber schon etwas angespannt, gibt Nina Kiesel zu. Die gelernte Gastronomin arbeitet nach Stationen im Ausland und in Stuttgart wieder im Gasthaus Adler des Vaters mit und hat sich jetzt mit dem Seminarhaus selbstständig gemacht. Die Bauphase sei zwar auch anstrengend gewesen, aber jetzt zeige sich, ob ihre Idee, Geschäftsleute nach Baach zu locken, zündet: „Es muss auch finanziell aufgehen, ich kann hier nicht aus Spaß ab und zu zwei, drei Leute schlafen lassen.“ Wobei die nächste Gruppe schon Interesse bekundet habe: Bald werden im „Haaus“ Wanderführer ausgebildet.

Natürlich hofft Nina Kiesel, dass die Corona-Pandemie sich nicht doch wieder zu einer neuen Welle auftürmt – und dass die Straßensperrung in Baach ab kommenden Montag ihr keinen Strich durch die Rechnung macht.

65 Euro für eine Nacht inklusive Frühstück

Zwei Frauen hat sie mittlerweile eingestellt, die ihr bei der Organisation und Reinigung helfen. Das Frühstück, das im Preis mitinbegriffen ist, wird noch aus dem Adler geliefert, soll in Zukunft aber im Untergeschoss zubereitet werden. Eine Nacht im „Haaus“ für bis zu zwei Personen, die im „Queensize“-Bett zusammen schlafen, kostet aktuell 65 Euro. Eine Rezeption gibt es nicht, Gäste bekommen einen Schlüssel-Code.

Noch sind die Abläufe nicht in Stein gemeißelt, ist viel Flexibilität gefragt, müssen die Bedürfnisse der Gäste erst noch erforscht werden. Nina Kiesel sagt: „Ich werde bestimmt mit den Anfragen wachsen.“

In ihrem winzigen Heimatort Baach, direkt gegenüber der Gaststube ihres Vaters, hat Nina Kiesel (33) ein Seminarhaus gebaut. Das Konzept: Geschäftsleute, die dem Trubel der Stadt oder des Großraumbüros entfliehen wollen, sollen im hintersten Winkel von Weinstadt Ruhe finden und kreativ werden. Aber auch Touristen können die 16 Zimmer buchen. Seit wenigen Tagen hat das „Haaus“ geöffnet.

Wobei die Idylle, die den Neubau an der Baacher Ortsdurchfahrt einmal umgeben soll, noch nicht ganz

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