Weinstadt

Hochwasserschutz in Weinstadt: Vorbereitungen für Rückhaltebecken „Schachen“ laufen

Schachen
Tiefbauamtsleiter Markus Baumeister vor dem gerodeten Gebiet hinter Strümpfelbach. © Benjamin Büttner

Mitte Januar haben die Rodungsarbeiten für das neue Hochwasserrückhaltebecken im Gebiet „Schachen“ bei Strümpfelbach begonnen: Nahezu sämtliche Bäume der Uferböschung in einem weiten Umkreis um den bestehenden kleinen Hochwasserdamm sowie einige Obstbäume auf angrenzenden Wiesen sind gefällt worden.

Damit tut sich bei dem seit vielen Jahren geplanten und vieldiskutierten Bauprojekt nun zum ersten Mal auch sichtbar etwas.

Parkverbot im Aichelberger Weg

Um sicherzustellen, dass die mit der Rodung beauftragte Firma die vielen Baumstämme auch abtransportieren kann, besteht im Aichelberger Weg zurzeit tagsüber an den Werktagen ein Parkverbot.

Viel ist in den vergangenen Wochen schon erledigt worden, nur noch vereinzelte, mit einem roten „H“ gekennzeichnete Bäume recken innerhalb des weitläufig umsteckten Gebiets am Strümpfelbach noch ihre kahlen Wipfel in die Höhe.

Rodungen noch bis Ende Februar

Doch auch diese Bäume werden in den kommenden zwei Wochen gefällt werden, erklärt Tiefbauamtsleiter Markus Baumeister. Das „H“ steht für „Habitat“ – bei einer Begehung im Vorfeld sind so Bäume markiert worden, in denen vermutlich Tiere gewohnt oder genistet haben.

Diese dürfen nur mit ökologischer Baubegleitung gefällt werden. Die Rodungsarbeiten müssen zwingend bis Ende Februar abgeschlossen sein. Ab dem 1. März sind Baumfällarbeiten nämlich nicht mehr zulässig, da im Vorfrühling die Vegetationsperiode beginnt und die Bäume beginnen, frische Triebe zu bilden und zu blühen.

Alles läuft bis jetzt nach Plan

Markus Baumeister ist zuversichtlich, dass die Arbeiten bis dahin aber abgeschlossen sein werden. Bis jetzt laufe alles nach Plan und ohne Schwierigkeiten, auch Beschwerden von Anwohnern habe es trotz Parkverbots bislang keine gegeben. Und abtransportiert werden dürfen die bereits gefällten Hölzer natürlich auch noch nach besagtem Stichtag.

Doch was passiert mit dem ganzen Holz? Darum kümmere sich die Firma, die auch die Rodung durchführt, so Baumeister. Die große Masse werde wohl als Brennholz verwertet werden, kleinere Äste und Zweige werden gehäckselt. Bei so vielen gefällten Bäumen und Büschen muss es natürlich auch eine Ausgleichsmaßnahme geben.

Teile des Strümpfelbachs renaturiert

In diesem Zuge ist ein anderer Abschnitt des Strümpfelbachs in der Nähe des Sportplatzes am Ortsausgang in Richtung Endersbach renaturiert worden. „Das ist erledigt, ist auch schon abgenommen worden“, sagt der Leiter des Tiefbauamts. Außerdem seien vergangenes Jahr an den Bäumen oberhalb des jetzt gerodeten Bereichs mehrere Dutzend Nistkästen aufgehängt worden.

Als nächste Schritte will die Stadt Weinstadt Ende Februar im Technischen Ausschuss den Baubeginn und das Ausschreibeverfahren auf den Weg bringen.

Baubeschluss soll noch im Februar gefasst werden

Weil es dabei um hohe Kosten geht, werden die Stadträte im März auch im Gremium noch einmal dazu beraten. Das neue Hochwasserrückhaltebecken soll rund 5,8 Millionen Euro kosten. Die Stadt Weinstadt hat beim Regierungspräsidium einen Förderantrag in Höhe von rund 4,2 Millionen Euro gestellt– durch diese Förderung können dann 70 Prozent der Gesamtkosten gedeckt werden.

Ab jetzt soll alles Schlag auf Schlag gehen: Im April sollen die Leistungen für das neue Rückhaltebecken ausgeschrieben, im Mai vergeben werden. Ende Juni oder spätestens im Juli soll der tatsächliche Baubeginn erfolgen.

Das neue Becken braucht viel Platz

Damit dieser Zeitplan auch eingehalten werden kann, laufen jetzt schon die Vorbereitungen vor Ort. Nicht nur die Bäume sind schon gefällt worden, am Hang unterhalb der Landstraße 1199 zwischen Strümpfelbach und Schanbach entsteht auch bereits ein geschotterter Weg, den die Baufahrzeuge künftig für die Zu- und Abfahrt zur Baustelle im Schachen nutzen sollen. So sollen die Anwohner im Aichelberger Weg entlastet werden.

Das neue Rückhaltebecken entsteht dort, wo sich jetzt schon ein kleiner Staudamm und ein älteres Rückhaltebecken befinden – nur deutlich größer soll alles werden. 83 000 Kubikmeter Wasser soll das neue Becken im Notfall halten können. Der neue Damm soll rund 14 Meter hoch werden und so breit, dass der Feldweg, der bis jetzt die Böschung auf der nordöstlichen Seite in Richtung der Weinberge begrenzt, weichen werden muss.

Stadt rechnet mit zwei Jahren Bauzeit

Der Weg werde höher verlegt und münde dann in den Wirtschaftsweg darüber ein. Auch eine Wasserleitung und eine Leitung der Telekom müssen gemeinsam mit dem Weg verlegt werden. Für die Winzer soll die Baustelle währenddessen keine Auswirkungen haben: „In den Weinbergen wird sich nichts ändern“, so Markus Baumeister.

Die Stadt Weinstadt rechnet momentan mit einer Bauzeit von etwa zwei Jahren. Dann soll das Gelände im „Schachen“ auch wieder neu bepflanzt werden.

Mitte Januar haben die Rodungsarbeiten für das neue Hochwasserrückhaltebecken im Gebiet „Schachen“ bei Strümpfelbach begonnen: Nahezu sämtliche Bäume der Uferböschung in einem weiten Umkreis um den bestehenden kleinen Hochwasserdamm sowie einige Obstbäume auf angrenzenden Wiesen sind gefällt worden.

Damit tut sich bei dem seit vielen Jahren geplanten und vieldiskutierten Bauprojekt nun zum ersten Mal auch sichtbar etwas.

Parkverbot im Aichelberger Weg

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