Weinstadt

Im Kampf gegen Corona ist die Friseurin Concetta Capodieci jetzt mobil im Einsatz

Friseurin
Concetta Capodieci vor ihrem Salon La Piazza in Beutelsbach. © Krug

Mino und Concetta Capodieci haben vor 14 Jahren ihren eigenen Friseursalon in Beutelsbach eröffnet. Weil sich derzeit die ältere Stammkundschaft kaum noch in den Salon traut, fährt Concetta Capodieci jetzt zu ihnen nach Hause. Doch trotz ihres zusätzlichen Einsatzes geht die Krise nicht spurlos an ihnen vorbei.

„Die Älteren bleiben weg“, stellt Concetta Capodieci fest. Viele von ihnen hätten Angst, sich bei ihr im Laden mit Corona zu infizieren. Um möglichst wenige Kunden gleichzeitig im Laden sitzen zu haben, hätten sie und ihr Mann zuletzt sogar die Öffnungszeiten verlängert und morgens früher gestartet und abends länger gearbeitet. Das Problem: Die Umsätze stiegen zuletzt mit den zusätzlichen Arbeitszeiten nicht. Auch deshalb hat sich die geschäftstüchtige Frau aus Beutelsbach etwas Neues ausgedacht: einen mobilen Service.

Ein gutes Gefühl komme mit einem neuen Haarschnitt

Die Kundinnen und Kunden, zu denen sie nun fährt, zeigen sich äußert dankbar, berichtet die 39-Jährige. Sie freut sich über die Rückmeldung und freut sich, ihnen mit ihrer Arbeit etwas Gutes zu tun. Sie macht deutlich, dass es vielen bei ihrem Friseurbesuch nicht nur ums Haareschneiden geht, sondern auch darum, etwas für sich zu tun. „Ein Friseursalon ist auch eine Wohlfühloase“, sagt Concetta Capodieci.

Neben älteren Kunden nehmen auch Menschen anderer Risikogruppen das zusätzliche Angebot an. Unter anderem auch in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung ist die Friseurin inzwischen unterwegs. Dort freuten sich die Bewohnerinnen und Bewohner besonders über ihr Kommen, das macht auch die Friseurin glücklich.

Zu Hause bietet sie allerdings kein Färben oder Tönen an, hier beschränkt sich das Angebot aufs Schneiden. Warum? Capodieci erklärt, nicht jedes Badezimmer eigne sich auch zum Färben, außerdem sei es zu aufwendig. Im Salon kann sie zwischen den Kundinnen hin und her laufen, wenn die Farbe wirkt, zu Hause geht das nicht.

Unterwegs sei sie mit ihrem mobilen Service hauptsächlich in Weinstadt. Aber auch zu Kunden in Aichwald oder in Grundbach sei sie schon gefahren. Im Zweifel müsse sie eben schauen, dass die Strecke im Alltag noch zu bewerkstelligen ist. Bislang bieten sie und eine Mitarbeiterin den Service allerdings nur an drei Vormittagen an.

Kein kurzfristiges Angebot 

Für das zusätzliche Angebot hat Capodieci extra ein Auto für drei Jahre geleast, auch nach der Pandemie will sie den mobilen Service noch anbieten. Allerdings befürchte sie, die Preise bei dem zusätzlichen Service erhöhen zu müssen, schließlich seien auch zusätzliche Kosten entstanden. Außerdem hofft sie, dass nach der Corona-Krise viele der älteren Kunden auch wieder in den Salon kommen, schließlich sei es sicherlich auch gut für sie, aus dem Haus zu kommen und unter Leute zu gehen.

Gemischte Gefühle

Beim ersten Lockdown habe sie ihren Laden sechs Wochen lang geschlossen, ihre fünf Mitarbeiterinnen musste sie in Kurzarbeit schicken. Dass nun im zweiten Lockdown die Friseure nicht betroffen sind, macht sie zwar einerseits froh, doch die derzeitige Lage löse bei ihr auch gemischte Gefühle aus, wie sie sagt. Immer wieder passiere es etwa, dass noch immer Kunden einfach ohne Mund-Nasen-Schutz in den Laden kommen. Dann fühle auch sie sich nicht mehr sicher.

Oft frage sie sich, wie es weitergeht. „Ich hoffe einfach, dass es bald vorbei ist, es reicht langsam“, sagt Capodieci und spricht damit wohl vielen aus der Seele. Die 39-Jährige ist vor allem froh, dass es bislang keinen Fall bei ihr im Laden gab.

Sie und ihr Mann haben eine zwölf Jahre alte Tochter und einen achtjährigen Sohn. Ihr Leben spiele sich ohnehin viel zwischen Friseursalon und Familie ab. Seit Corona ist der Spagat dazwischen noch größer geworden. Vor allem als die Schulen geschlossen waren, sei es eine enorme Herausforderung gewesen.

Mit Friseursalon und Familie gibt es für das Paar viel zu tun

Nach einem langen Tag im Salon geht die Friseurin um 18 Uhr heim und bekocht ihre Kinder. Anschließend überprüft sie die Hausaufgaben und spricht mit ihnen über die Schule. Ihr Mann kümmert sich derweil um diejenigen Kunden, die erst später in den Salon kommen. „Das ist oft sehr anstrengend, aber ich bin eine Schafferin“, sagt die 39-Jährige.

Mino und Concetta Capodieci haben vor 14 Jahren ihren eigenen Friseursalon in Beutelsbach eröffnet. Weil sich derzeit die ältere Stammkundschaft kaum noch in den Salon traut, fährt Concetta Capodieci jetzt zu ihnen nach Hause. Doch trotz ihres zusätzlichen Einsatzes geht die Krise nicht spurlos an ihnen vorbei.

„Die Älteren bleiben weg“, stellt Concetta Capodieci fest. Viele von ihnen hätten Angst, sich bei ihr im Laden mit Corona zu infizieren. Um möglichst wenige Kunden gleichzeitig

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