Weinstadt

Kameradschaft während Corona: Knobelaufgaben mit der Feuerwehr Weinstadt

Feuerwehr Knobelaufgabe
Die Übungsgruppe der Abteilung Beutelsbach bei der „Bierbank-Rettung“. © Büttner

Der Motor des Einsatzfahrzeuges läuft, fünf Männer in Uniform rennen eilig um das Feuerwehrauto herum, packen in Windeseile einiges an Equipment aus: Leitern, Feuerlöscher, Rauchvorhänge und sogar Gummistiefel. Dazwischen hört man die Einsatzkräfte Dinge rufen wie „T, das ist die Tauchpumpe“, oder „R, ich brauche das Reduzierstück“. Brennen tut es nämlich nirgends. Die Feuerwehrmänner spielen stattdessen ein Kreuzworträtsel der besonderen Art.

Auf den Boden im Feuerwehrgerätehaus hat der Übungsleiter nämlich das Wort „Drehleiter“ in großen Lettern ausgelegt. Die Aufgabe der an dieser Knobelaufgabe teilnehmenden Freiwilligen ist es nun, aus dem ausgewählten Einsatzfahrzeug Gegenstände herauszusuchen, die mit den jeweiligen Buchstaben beginnen.

Kreative Lösungen für ungewöhnliche Einsätze

So setzt sich das Wort „Drehleiter“ am Ende aus folgenden Gegenständen zusammen: einem D-Schlauch (die kleinste Schlauchgröße), einem Rauchvorhang, einem Elektrowerkzeug, einem Hohlstrahlrohr, einer Lampe, einem Einhandtrennschleifer, Inbusschlüsseln, einer Tauchpumpe, Einmalhandschuhen und einem Reduzierstück.

Auch wenn ein Buchstabe in einem Wort mehrmals vorkommt, muss dafür jedes Mal ein anderer Gegenstand gefunden werden. Und die Übung geht auf Zeit – natürlich.

Mit dem Werkzeug und den Fahrzeugen vertraut werden

Beim Ausdenken der Übung habe man natürlich kontrolliert, ob sich die verschiedenen Wörter mit Gegenständen vom Einsatzfahrzeug lösen lassen, erklärt Feuerwehr-Pressesprecher Tim Maier. Der Sinn des auf den ersten Blick sehr lustig anmutenden Spiels für erwachsene Feuerwehrleute: Die Einsatzkräfte sollen die Fahrzeuge und die darin verstaute Ausrüstung bestmöglich kennenlernen und mit den verschiedenen Werkzeugen möglichst gewitzt umgehen: „Kreative Lösungen finden für nicht ganz alltägliche Situationen“, fasst es Tim Maier zusammen.

Gute Zusammenarbeit ist auch bei diesen Knobelaufgaben gefragt: „Ihr habt gemerkt: Wenn einer die Koordination übernimmt, ist es einfach, wenn der auch noch mitspringt – wie im Einsatz auch“, schließt Übungsleiter Bernd Goll die Übung ab, nachdem die fünf Beutelsbacher Feuerwehrmänner alle Gegenstände für das gesuchte Wort gefunden haben. Jetzt muss das Equipment wieder korrekt im Einsatzfahrzeug verstaut werden – denn der nächste echte Alarm kommt ganz bestimmt.

Jede Abteilung hat ein Spezialgebiet

Die Feuerwehr Weinstadt setzt sich aus den Abteilungen Endersbach, Beutelsbach, Schnait, Strümpfelbach und Großheppach zusammen. Jede Abteilung ist auf einen bestimmten Bereich spezialisiert: Die große Drehleiter steht in Beutelsbach, Endersbach und Großheppach sind wegen der Nähe zur B 29 auf technische Hilfeleistung spezialisiert, in Schnait gibt es einen ein Kilometer langen Schlauch für besonders lange Wegstrecken. Strümpfelbach sichert den Grundschutz.

Bis auf den Kommandanten Stefan Schuh und zwei Gerätewarte, die fest bei der Stadt angestellt sind, sind die Weinstädter Feuerwehrleute alles Ehrenamtliche. Eine Berufsfeuerwehr gibt es eigentlich nur in größeren Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern – in Weinstadt wäre so etwas auch kaum wirtschaftlich, weiß Pressesprecher Tim Maier.

Corona bremst die Kameradschaft aus

Allein dieses Jahr musste die Feuerwehr Weinstadt schon rund 15-mal ausrücken. Gebraucht werden die ehrenamtlichen Feuerwehrleute auch jetzt während der Pandemie nach wie vor. Nur das Menschliche und Kameradschaftliche komme seitdem etwas zu kurz: Auch die verpflichtenden Übungen sind auf maximal zehn Personen beschränkt, davor macht jeder einen Schnelltest.

Während der Übung wird zusätzlich zur Schutzkleidung auch noch eine FFP2-Maske getragen – wie bei den Einsätzen. Auch die Sportangebote für die Freiwilligen können wegen Corona seit langem nicht stattfinden, Feste für die Familien sowieso nicht.

Die Knobelaufgaben als Wettstreit über Distanz

Die Knobelaufgaben, die es bei der Feuerwehr Weinstadt mindestens einmal im Jahr gibt, sollen jetzt während der Pandemie das Kameradschaftliche auf digitaler Ebene ein bisschen wiederbeleben: Die Gruppen an den verschiedenen Tagen treten nämlich gegeneinander an. Die Gruppe, die am schnellsten alle Aufgaben erledigt, gewinnt einen kleinen Preis – und Bilder und Zwischenstände werden in der internen Messengergruppe geteilt.

Bei den Feuerwehrmännern sorgt die Knobelübung auf jeden Fall für echte Wettbewerbsstimmung: Nur dreißig Sekunden brauchen die fünf Freiwilligen, um einen Feuerlöscher zu angeln, und nur gute drei Minuten, um eine Bierbank, auf der zwei volle Wassergläser stehen, einzuklappen und abzulegen – ohne die Bank dabei mit den Händen zu berühren. Damit hat sich diese Übungsgruppe an die Spitze der Liste gesetzt – vorläufig zumindest.

Der Motor des Einsatzfahrzeuges läuft, fünf Männer in Uniform rennen eilig um das Feuerwehrauto herum, packen in Windeseile einiges an Equipment aus: Leitern, Feuerlöscher, Rauchvorhänge und sogar Gummistiefel. Dazwischen hört man die Einsatzkräfte Dinge rufen wie „T, das ist die Tauchpumpe“, oder „R, ich brauche das Reduzierstück“. Brennen tut es nämlich nirgends. Die Feuerwehrmänner spielen stattdessen ein Kreuzworträtsel der besonderen Art.

Auf den Boden im Feuerwehrgerätehaus hat

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