Weinstadt

"Kein Restaurant für den täglichen Besuch": Cédric startet an Allerheiligen in Weinstadt

Cedric
Nach monatelangem Umbau will Cédric Staudenmayer (24) sein neues Restaurant „Cédric“ in der Marktstraße 39 nun am Dienstag, 1. November 2022, eröffnen. Die Besonderheit: Bei ihm gibt es nur ein Fünf-Gänge-Menü zum Preis von 99 Euro. © ZVW/Alexandra Palmizi

„Es war mir wichtig, dass ich kochen kann, wie ich möchte“: Cédric Staudenmayer (24) hat mit seinem neuen Lokal „Cédric“ in Weinstadt-Beutelsbach hohe Ziele. Der gelernte Koch möchte an jedem Öffnungstag ein Fünf-Gänge-Menü anbieten. Mehr Gerichte gibt es in dem Restaurant in der Marktstraße 39 nicht, ein Menü soll zudem ein bis zwei Monate auf der Speisekarte stehen. Im Juli 2022, zum 30. Geburtstag des Weinstadt-Hotels, das seine Mutter Stéphanie Staudenmayer betreibt, hat Cédric Staudenmayer bereits eine Kostprobe seines Könnens gegeben – nun startet an Allerheiligen, am Dienstag, 1. November, der offizielle Restaurantbetrieb.

Die Weine zum Menü kosten 31 Euro

Da gibt es dann Saibling mit Rettich, Sesam und Nori, als nächsten Gang Kürbis mit Curry, Eigelb und Birne, gefolgt von Seehecht mit Miesmuschel, Karotte, Knoblauch und Spinat. Dann werden noch Huhn mit Miso, Champignon, Weißkohl und Zwiebel aufgetischt sowie Weintraube mit Zartbitter, Walnuss und Olivenöl. Außerdem werden Brot und Butter, ein Pre-Dessert sowie ein süßer Abschluss serviert. Alles zusammen kostet 99 Euro, für die Weine zahlen Gäste 31 Euro. Die Weine kommen aus dem Remstal, aber auch aus Ländern wie Frankreich, Spanien, Italien, Australien und den USA.

Cédric Staudenmayer: „Ich würde es nicht machen, wenn ich nicht daran glauben würde“

„Es ist kein Restaurant für den täglichen Besuch“, sagt Cédric Staudenmayer. Dem 24-Jährigen ist klar, dass das Ganze einen gewissen Anlauf braucht und dass der Kundenkreis wegen des Preises für ein Menü kleiner ist als bei einem klassischen Gasthof, der verschiedene Gerichte anbietet. Trotzdem gibt sich Cédric Staudenmayer zuversichtlich. „Ich würde es nicht machen, wenn ich nicht daran glauben würde.“

Der 24-Jährige kennt das Geschäft von klein auf. Er ist der Enkel des ehemaligen Kronen-Wirts Otto Koch, der 1992 auch das neben dem Restaurant liegende Weinstadt-Hotel gebaut hat. Bereits 1983 übernahm Otto Koch mit seiner Frau Jacqueline Koch die Krone, die 2017 dann an den ehemaligen Küchenchef verpachtet wurde. Ende 2019 lief der Vertrag aus und wurde nicht verlängert, weshalb das Restaurant „’s Krönchen“, wie die Krone zwischenzeitlich hieß, vom 1. Januar 2020 an geschlossen wurde.

Nun wird das Gebäude der ehemaligen Krone vom 1. November 2022 an nach einem Umbau mit neuem Konzept und neuem Namen wieder ein Restaurant. Cédric Staudenmayer wollte sein Lokal eigentlich schon früher öffnen, doch Verzögerungen bei den Handwerkern und Lieferengpässe haben alles nach hinten verschoben. Anfang März 2022 begannen die umfangreichen Umbauarbeiten, die insgesamt einen sechsstelligen Betrag gekostet haben. Cédric Staudenmayer packte dabei auch so oft wie möglich selbst mit an und schliff unter anderem mit Hilfe von Freunden Böden ab.

Neue Tische, neue Stühle, neue Lampen

Die Küche im Restaurant hat nun einen neuen Boden, neue Wände und ein neues Mobiliar. In der Gaststube gibt es eine komplett neue Theke und die Holzwände haben jetzt einen dunkleren Ton. Auch die Decke wurde auf Vordermann gebracht und unter anderem frisch geölt. Stühle und Tische sind neu, inklusive der Tischdecken, dazu auch die Lampen an der Decke. Neue Leitungen wurden verlegt, die „Elektrik ist ein großes Problem gewesen“, sagt Cédric Staudenmayer. Am Ende habe es mehr zu tun gegeben als anfangs gedacht. So gesehen ist der 24-Jährige froh, nun endlich am 1. November öffnen zu können. „Ich kann’s kaum abwarten.“

Toiletten sind noch nicht fertig

Was noch nicht fertig ist, sind die Toiletten. Das, sagt Cédric Staudenmayer, sei aber kein Problem, da die Gäste auch im benachbarten Weinstadt-Hotel seiner Mutter aufs WC gehen können. Bald soll aber auch diese Baustelle abgeschlossen sein, da der Fliesenleger bereits in dieser Woche seine Arbeit erledigen will.

Öffnen wird das „Cédric“ immer von Montag bis Freitag. Gegessen werden kann von 18 Uhr an, bestellt werden muss das Menü bis spätestens 20 Uhr. Bleiben können die Gäste dann bis 23 Uhr. Samstags und sonntags ist das Lokal geschlossen – was für die Gastronomie eigentlich untypisch ist. Dafür gibt es laut Cédric Staudenmayer jedoch einen guten Grund: „Das war ursprünglich geplant, um einen attraktiven Arbeitsplatz zu bieten.“

Personalsuche gestaltet sich schwierig

Der 24-Jährige hoffte, durch solche Arbeitszeiten auch Vorteile bei der Suche nach Personal zu haben. Trotzdem musste er feststellen, dass auch ihn die branchenweiten Probleme einholen. So erhielt er laut eigener Aussage keine einzige Bewerbung von einer Küchenhilfe, auch bei den Köchen gab es nur wenige Bewerber. „Man weiß nicht, wo die Leute hin sind“, rätselt der Beutelsbacher mit Blick auf den Arbeitsmarkt.

Insgesamt besteht das „Cédric“-Team derzeit aus drei festen Mitarbeitern inklusive Cédric Staudenmayer, dazu kommt noch eine Aushilfe. Wer noch einen Job im Lokal haben möchte, kann sich jederzeit unter info@restaurant-cedric.de melden. Gesucht werden insbesondere Aushilfen und Küchenhilfen. Zum Glück, sagt der 24-Jährige, hätten ihm Freunde zugesichert, bei Bedarf einzuspringen. „Wenn Not am Mann ist, helfen sie aus.“

Cédric Staudenmayer ist in Weinstadt fest verwurzelt. Er ist hier aufgewachsen, hat die Reinhold-Nägele-Realschule besucht. In Stuttgart machte er im Restaurant Cube seine Ausbildung zum Koch. Es folgten Stationen in Konstanz im Restaurant Ophelia und in der Schwarzwaldstube in der Traube Tonbach in Baiersbronn. Nun ist die Eröffnung des „Cédric“ der nächste Schritt. „Es war immer ein Traum, auch während der Ausbildung, mich selbstständig zu machen.“

Kooperation mit dem Weinstadt-Hotel von Mutter Stéphanie Staudenmayer

Cédric Staudenmayer will in seinem Restaurant jenseits des normalen Betriebs auch mal Events anbieten. Diese könnten dann auch mal an einem Wochenende stattfinden. An Feiertagen will es der 24-Jährige so handhaben, dass er öffnet, wenn diese auf einen Wochentag fallen – so wie jetzt eben am Dienstag, 1. November 2022. Geplant ist zudem auch, in Kooperation mit dem Weinstadt-Hotel eine Übernachtung mit Abendessen im „Cédric“ anzubieten.

Der gelernte Koch freut sich schon, bald seine ersten Gäste begrüßen zu dürfen. Bewusst gibt es nur Platz für 25 Gäste, obwohl vom Raum her mehr Leute kommen könnten – aber Cédric Staudenmayer will schließlich jedem Gast die gleich hohe Essensqualität bieten. „Es gibt eine Richtung, in die ich möchte – und die versuche ich zu verfolgen.“

„Es war mir wichtig, dass ich kochen kann, wie ich möchte“: Cédric Staudenmayer (24) hat mit seinem neuen Lokal „Cédric“ in Weinstadt-Beutelsbach hohe Ziele. Der gelernte Koch möchte an jedem Öffnungstag ein Fünf-Gänge-Menü anbieten. Mehr Gerichte gibt es in dem Restaurant in der Marktstraße 39 nicht, ein Menü soll zudem ein bis zwei Monate auf der Speisekarte stehen. Im Juli 2022, zum 30. Geburtstag des Weinstadt-Hotels, das seine Mutter Stéphanie Staudenmayer betreibt, hat Cédric

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