Weinstadt

Klimabündnis Weinstadt überklebt Wahlplakate und will „Klima-Stadtplan“ vorlegen

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Am Montagmorgen auf dem Weg zur Arbeit haben die Weinstädter festgestellt: Olaf Scholz, Armin Laschet und Annalena Baerbock sind auf den Plakataufstellern durch Bürgerinnen und Bürger ersetzt worden, die sich zum Klimaschutz bekennen. © Sebastian Striebich

Die Bundestagswahl ist vorbei, am Straßenrand bleibt es politisch: Das Klimabündnis Weinstadt verleiht seiner Forderung nach einer klimaneutralen Stadt bis zum Jahr 2035 Nachdruck. Die Aktivisten haben insgesamt 17 Großplakate zur Bundestagswahl noch am Sonntagabend nach dem Ende der Stimmabgabe mit eigenen Motiven überdeckt.

Die Praxis, nach großen Wahlen die Plakate der Parteien mit eigenen Botschaften zu überkleben, hat in Weinstadt Tradition. Zuletzt hatte der Jazzclub Arme Konrad so auf seine Konzerte hingewiesen, in früheren Tagen wurde so zum Beispiel für den Erhalt eines Abenteuerspielplatzes getrommelt.

Dieses Mal sind auf den Plakaten Porträts von Weinstädterinnen und Weinstädtern zu sehen, die sich zum Klimaschutz bekennen. „In Weinstadt zu Hause“ ist auf den Plakaten zu lesen und: „Entschieden, das Klima zu schützen.“

Die Forderung: Weinstadt soll bis 2035 klimaneutral werden

Die Aktion ist eingebettet in eine Offensive des Klimabündnisses, das sich dafür einsetzt, dass Weinstadt bis zum Jahr 2035 klimaneutral wird. Im Juli hatte die Gruppe um den Weinstädter Gemeinderat Manfred Siglinger (Grüne Offene Liste) einen entsprechenden Einwohnerantrag mitletztlich 1483 gültigen Unterschriften an Oberbürgermeister Michael Scharmann übergeben. Das ist einer Pressemitteilung zufolge mehr als das Vierfache des nach der Gemeindeordnung erforderlichen Quorums.

Für diese Form der Einflussnahme – auch ein Bürgerbegehren mit folgendem Entscheid wäre möglich gewesen – hatten sich die Klimaschützer entschieden, um die Lokalpolitiker mit ins Boot zu nehmen.

Aktivisten wollen „Klima-Stadtplan“ im Gemeinderat vorstellen

Im Weinstädter Gemeinderat wird das Klimabündnis dann in der ersten öffentlichen Sitzung nach der Sommerpause am kommenden Donnerstag (30.9.) vorsprechen und nach eigenen Angaben einen „Klima-Stadtplan“ mit Klimaschutz-Ideeen für Weinstadt vorlegen. Dort wird dann über die formale Zulässigkeit des Einwohnerantrags entschieden. Ende Oktober wird im Gremium dann inhaltlich darüber beraten.

Vorbild: Die Klimaschützer aus Schorndorf

Ähnliche Initiativen gibt es auch in anderen Städten und Gemeinden im Remstal. Zum Vorbild haben sich die Weinstädter die Klimaschützer aus Schorndorf genommen. Die Daimlerstädter haben ihre Stadträte bereits per Einwohnerantrag zu einem „Klimaentscheid“ motiviert.

Die Bundestagswahl ist vorbei, am Straßenrand bleibt es politisch: Das Klimabündnis Weinstadt verleiht seiner Forderung nach einer klimaneutralen Stadt bis zum Jahr 2035 Nachdruck. Die Aktivisten haben insgesamt 17 Großplakate zur Bundestagswahl noch am Sonntagabend nach dem Ende der Stimmabgabe mit eigenen Motiven überdeckt.

Die Praxis, nach großen Wahlen die Plakate der Parteien mit eigenen Botschaften zu überkleben, hat in Weinstadt Tradition. Zuletzt hatte der

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