Weinstadt

KOX-Fachgeschäft in Weinstadt bleibt geschlossen

KOX Fachgeschäft
Aufsteller vor dem geschlossenen Geschäft: „Vielen Dank für Ihre Treue!“ © Alexandra Palmizi

Die Stammkunden in Endersbach wissen es schon seit einiger Zeit: Das KOX-Fachgeschäft in Endersbach bleibt geschlossen. In einem Kundenbrief, den der Hersteller von Ausrüstung und Zubehör für die Forst-, Agrar-, Garten- und Landschaftsindustrie im Mai versendet hat, werden die Corona-Krise und die Konzentration auf das erfolgreiche Online-Geschäft als Grund für die Schließung genannt.

Vor Ort, in der Werkstraße gegenüber der Beutelsbacher Fruchtsäfte, sind die Rollläden geschlossen. Auf einem Aufsteller bedankt sich das Team für die Treue der Kunden – und verweist auf das fortbestehende Online-Geschäft. Der Laden hatte schon Ende des Jahres wegen der Corona-Pandemie geschlossen, hätte aber ursprünglich wieder öffnen sollen.

Kerngeschäft Online-Versandhandel

Dazu kommt es nicht. In dem Kundenbrief heißt es: „Auch wir spüren den starken Einfluss von Corona und mussten unser Fachgeschäft in Weinstadt seit letztem Jahr für mehrere Monate schließen. Nun wollen wir Ihnen mitteilen, dass es dauerhaft geschlossen bleibt.“ In der Pandemie habe sich „KOX“ erfolgreich auf das „Kerngeschäft“ konzentriert, den Online-Versandhandel in sechs Ländern. „Das KOX-Fachgeschäft in Weinstadt haben wir immer mit Leidenschaft und Herzblut betrieben. Jetzt aber ist es an der Zeit, unsere Ressourcen zu bündeln“, schreiben die Verantwortlichen.

Die Mitarbeiter aus der Weinstädter Filiale würden weiterbeschäftigt, versichert das Unternehmen: „Natürlich hat unser kompetentes Team aus dem Fachgeschäft bereits einen neuen wichtigen Platz gefunden und unterstützt unter u.a. im telefonischen Kundenservice.“

Bitter für die Stammkunden, dass die Beratung vor Ort wegfällt

Hinter KOX steht die Oregon Tool GmbH mit Sitz in Fellbach. Sie ist eine Tochterfirma des US-amerikanischen Konzerns Oregon Tool aus Portland. Der deutsche Ableger hat nach eigenen Angaben rund 100 Mitarbeiter in der Zentrale in Fellbach und Lagerräumen in Backnang.

Für die Stammkunden des Weinstädter Geschäfts dürfte der Onlinehandel ein schwacher Trost sein. Vor Ort habe man im direkten Kontakt mit den Experten Anregungen für neue Projekte und Werkzeuge gefunden oder sich zum Beispiel die Ketten der Motorsäge schleifen lassen können, berichtet einer. Doch die Schließung hatte sich offenbar abgezeichnet. Der Weinstädter Wirtschaftsförderer Karlheinz Heinisch berichtet, „nach dem Weggang von KOX nach Backnang“ habe das Fachgeschäft in Endersbach „nicht mehr den Stellenwert wie vorher“ gehabt.

Die dritte Corona-Ladenschließung

Was den Einzelhandel in Weinstadt generell angeht, hätten außer KOX bislang das Brautmodengeschäft in der Strümpfelbacher Straße und das Schreibwarengeschäft Straubmüller in Beutelsbach die Corona-Krise „(mit)verantwortlich für die Schließung gemacht“, schreibt Karlheinz Heinisch auf eine Anfrage unserer Redaktion. Außerdem stehe noch ein kleineres Ladengeschäft am Marktplatz in Beutelsbach leer. Der Stadt seien keine weiteren coronabedingten Betriebsschließungen oder Insolvenzen bekannt. Es bleibe abzuwarten, wie sich die Situation nachhaltig darstellt.

Nachfolger für freie Ladenflächen zu finden, gestalte sich aber derzeit schwierig. Heinisch macht neben den „allgemeinen Strukturschwierigkeiten des Einzelhandels“ die Coronakrise dafür verantwortlich.

Karlheinz Heinisch: Kurzarbeit wichtiger Faktor

Laut Heinisch leiden auch in Weinstadt die Unternehmen in bestimmten Branchen „erheblich“ unter der Krise. „Die Hilfen von Bund und Land können in einigen Bereichen den Umsatzverlust nur ungenügend abdecken. Die Kurzarbeit ist aus meiner Sicht der wichtigste unterstützende Faktor. Ansonsten drängt sich mir der Eindruck auf, dass viele Betriebe die Krise aufgrund des Einsatzes eigener Rücklagen überstehen werden“, so der Wirtschaftsförderer.

Die Stammkunden in Endersbach wissen es schon seit einiger Zeit: Das KOX-Fachgeschäft in Endersbach bleibt geschlossen. In einem Kundenbrief, den der Hersteller von Ausrüstung und Zubehör für die Forst-, Agrar-, Garten- und Landschaftsindustrie im Mai versendet hat, werden die Corona-Krise und die Konzentration auf das erfolgreiche Online-Geschäft als Grund für die Schließung genannt.

Vor Ort, in der Werkstraße gegenüber der Beutelsbacher Fruchtsäfte, sind die Rollläden geschlossen.

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