Weinstadt

Lüftung im Stiftskeller saniert: Jazzclub startet Konzert-Reihe in Weinstadt

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Freut sich auf die Konzerte im Stiftskeller: Jazzclub-Programmchef Luz Weber. © Benjamin Büttner

Für Konzertveranstalter wie Luz Weber und seine Mitstreiter im Jazzclub Armer Konrad waren die vergangenen eineinhalb Jahre Corona eine Katastrophe. Die Weinstädter haben sich aber nie unterkriegen lassen – und die Chancen genutzt, die sich aus der Pandemie ergeben haben. Jetzt kehrt der Jazzclub mit einer neuen Konzertreihe endlich zurück in den Stiftskeller. Das historische Gewölbe ist gerade rechtzeitig für die Herbst- und Wintersaison mit einer neuen Lüftung ausgestattet worden. Die Vorfreude bei Luz Weber und Co. ist groß – trotz der weiterhin harten Corona-Einschränkungen.

Manche Prozesse hat Corona beschleunigt: Konzerte im Stiftshof sind jetzt möglich

Es gibt Vereine, denen ist in der Corona-Krise die Luft ausgegangen. Der Jazzclub Armer Konrad gehört nicht dazu - trotz vieler Rückschläge. Zur Erinnerung: Als im Frühjahr 2020 die Weinstädter Jazztage vor der Tür standen, legte die Pandemie das öffentliche Leben lahm. Ausgerechnet im 40. Jubiläumsjahr des Jazzclubs ging kulturell plötzlich gar nichts mehr. In dem Moment allerdings, in dem wieder ein bisschen Livemusik und Unterhaltung möglich waren, ließen sich die Weinstädter nicht bitten. Luz Weber, verantwortlich für das Jazz-Programm, sagt: „Es gab schon lange die Idee, im Stiftshof oben Konzerte zu veranstalten, weil es einfach ein tolles Ambiente ist. Das hat dann, Corona geschuldet, schneller geklappt, als es sonst gegangen wäre.“

Im Herbst jedoch folgte der nächste Dämpfer: Nach drei Konzerten Anfang Oktober brach die zweite Corona-Welle über Deutschland herein: „Da kam dann der nächste Lockdown, der auch irgendwie erst mal keiner war“, sagt Luz Weber. Manche Musiker musste er nun schon zum zweiten Mal anrufen, um ihnen abzusagen: „Für die Bands war das bitter, besonders für die, die nur von ihren Auftritten leben. Manche haben noch an der Musikschule einen Job oder ein anderes zweites Standbein. Aber es ist keinem gutgegangen. Musiker leben ja auch vom Miteinanderspielen.“

Allen Bands versprochen: Wir holen das nach!

Der Jazzclub entschied sich, für das Frühjahr, zum ursprünglich prognostizierten Ende des Winter-Lockdowns, besser keine Pläne zu schmieden. Die richtige Entscheidung: Der Frühling blieb geprägt von Einschränkungen und Welle Nummer drei.

Doch allen Musikern wurde versprochen: Wir holen das nach! Das geschieht nun. Ein Teil der Bands, denen Luz Weber hatte absagen müssen, ist im Sommer im Stiftshof aufgetreten, weitere folgen in den kommenden Monaten. „Bei regionalen Bands ist das kein Problem. Bei Bands aus der Schweiz, Italien oder Ostdeutschland müssen wir warten, bis sie wieder auf Tour sind.“

Das sportliche Programm bis Mitte Dezember steht: 16 Konzerte werden im Stiftskeller stattfinden. Möglich ist das nur, weil die Stadt Weinstadt für fast 50.000 Euro eine neue Lüftung hat einbauen lassen.

Auch Privatpersonen können den Stiftskeller jetzt wieder für Feiern mieten

Seit sich herausgestellt hatte, dass die alte nichts mehr taugt, war der Gewölbekeller gesperrt gewesen. In diesem Jahr durften hier bislang noch überhaupt keine Veranstaltungen stattfinden: Konzerte, Hochzeiten, Geburtstage – alles abgesagt. Jetzt dürfen den Keller auch Privatpersonen wieder für Feiern reservieren. „Der Luftaustausch ist nach einem erstellten Gutachten ausreichend für 100 bis 120 Personen“, teilt Rathaussprecherin Claudia Leihenseder mit. Da sich der Rems-Murr-Kreis aktuell in der Basisstufe für die Corona-Regeln befinde, könnten private Veranstaltungen „ohne weitere Regelungen oder Beschränkung der Personenanzahl stattfinden“, also mit maximal 120 Personen.

Strengere Regeln für öffentliche Events: Nur 80 statt 200 Sitzplätze beim Konzert

Für öffentliche Veranstaltungen gelten hingegen strengere Regeln: Eineinhalb Meter Mindestabstand sind einzuhalten, daher reduziert sich die Anzahl der Sitzplätze auf 58 Personen. In Einzelfällen, die Konzerte des Jazzclubs zählen dazu, kann die Bestuhlung so variiert werden, dass bis zu 80 Personen Platz finden. „Wir füllen nicht wie normal, sondern machen ähnlich wie im Hof oben Sitzgruppen mit Abstand dazwischen“, kündigt Luz Weber an, teurer sollen die Konzerte deshalb aber nicht werden: „Wir wollen ja alle ansprechen.“

80 Besucher, das sind zwar deutlich weniger als die 200, die der Jazzclub vor der Corona-Krise einlassen durfte, außerdem gelten die 3G-Regel und zumindest teilweise Maskenpflicht, die Vorfreude auf die langersehnte Rückkehr in den Stiftskeller trübt das aber nicht. Zumal dort neben der Lüftung auch die Tontechnik neu und besser ist – dank Corona-Fördergeld vom Bund.

Im Notfall werden Konzerte im Livestream angeboten

Luz Weber ist guter Dinge, dass die Konzertreihe in diesem Herbst nicht wieder jäh abgebrochen werden muss. Er freut sich auf die Gäste, die ehrenamtlichen Mitstreiter, den direkten Kontakt mit den Bands: „Musik ist meine Leidenschaft. Ich mach’ jetzt das Programm hier für den Jazzclub seit gut zehn Jahren“, sagt er, und dass er kein Konzert verpasse.

Apropos: Wenn alle Stricke reißen, die Corona-Krise sich – Gott bewahre – wieder zuspitzen und Kultur erneut auf der Streichliste stehen sollte: Der Jazzclub hat mittlerweile, ebenfalls aus Fördermitteln finanziert, die Möglichkeit, Livestreams anzubieten. Das sei aber, sagt Luz Weber, nur der Plan B: „Wir hoffen nicht, dass wir das brauchen.“

Für Konzertveranstalter wie Luz Weber und seine Mitstreiter im Jazzclub Armer Konrad waren die vergangenen eineinhalb Jahre Corona eine Katastrophe. Die Weinstädter haben sich aber nie unterkriegen lassen – und die Chancen genutzt, die sich aus der Pandemie ergeben haben. Jetzt kehrt der Jazzclub mit einer neuen Konzertreihe endlich zurück in den Stiftskeller. Das historische Gewölbe ist gerade rechtzeitig für die Herbst- und Wintersaison mit einer neuen Lüftung ausgestattet worden. Die

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