Weinstadt

Leuchtender Weinberg: Neues Konzept

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So könnte der leuchtende Weinberg auch dieses Jahr wieder aussehen. © Habermann/ZVW

Weinstadt. Rund 15 000 Besucher sind 2016 zum Leuchtenden Weinberg gekommen – so viele wie noch nie. Der Erfolg hatte indes seinen Preis: Mitten in der Nacht herrschte in Beutelsbach laut OB Scharmann rund zwei Stunden Verkehrschaos, als viele Besucher gleichzeitig heimfuhren. Mit ihrem neuen Konzept will die Stadt das 2017 verhindern.

Viele Bands, Feuerartistik, Open-Air-Kino und Feuerwerk mit Pyroweltmeister Joachim Berner: Beim Leuchtenden Weinberg am Samstag, 29. Juli, wird den Besuchern wieder viel geboten. Dazu gibt es 17 Stände, die von vielen örtlichen Wengertern betrieben werden, mit dabei sind aber auch der Jazzclub Armer Konrad und die vegane Vitalkostzubereiterin Silvia Lehmann mit ihren grünen Smoothies aus Wildkräutern und Obst. Kein Vergleich zu 2008, als mit fünf Ständen alles relativ klein anfing. Aus dem Wengerterfest ist nun im Lauf der Jahre eine der bestbesuchten Weinstädter Veranstaltungen geworden, die wie die Nacht der Keller im Herbst auch viele Menschen aus der ganzen Region Stuttgart anlockt. Die Zahlen, die Elke Wild vom Weinstadt-Marketing-Verein nennt, sprechen für sich. Seit 2013 erstmals Eintritt erhoben wird, weiß sie auch, wie viele zahlende Gäste kamen. 2013 waren es 5500, 2014 schon 6300, 2015 stolze 7200 und 2016 rekordverdächtige 12 000. Wer dann noch einkalkuliert, dass alle unter 15 Jahren keinen Eintritt zahlen müssen, kommt für 2015 auf rund 15 000 Besucher. Eine Zahl, über die sich Oberbürgermeister Michael Scharmann natürlich einerseits freut. Allerdings hatte der Andrang auch eine Kehrseite.

Auch eine Form von Stadtmarketing

Die Standbetreiber hatten laut Scharmann aufgrund des unerwartet hohen Ansturms Probleme bei der Bewirtung – und dann steckten nach Festende um 24 Uhr viele Autofahrer fest. „Es war ein relativ großes Verkehrschaos in Beutelsbach“, gibt der OB offen zu, der wie sein Vorgänger Jürgen Oswald auch zugleich Vorsitzender des Weinstadt-Marketing-Vereins ist. Mit einem neuen Konzept wollen der Weinstadt-Marketing-Verein und die Stadt nun gegensteuern. Das, findet Vereinsvorstandsmitglied Jürgen Schiller von der Volksbank Stuttgart, sei wichtig, schließlich sei die Veranstaltung „Stadtmarketing im weitesten Sinne“.

Künftig immer am ersten Samstag in den Sommerferien

Neu ist, dass der Leuchtende Weinberg künftig immer am ersten Samstag in den Sommerferien beginnen wird. Bislang gab es nämlich laut Elke Wild keinen festen Termin. Die Preise steigen in diesem Jahr, von pauschalen drei Euro auf einen gestaffelten Tarif (acht Euro, 9,25 Euro oder zwölf Euro). Scharmann findet das nur gerecht, schließlich ist das die Preisklasse, die zum Beispiel bei reinen Open-Air-Kinos in der Region fällig wird. Und da gibt es eben nur einen Kinofilm zu sehen, aber nicht zugleich auch noch mehrere Bands und das Feuerwerk eines Pyroweltmeisters wie beim Leuchtenden Weinberg. Zudem werden die Anreize erhöht, das Eintrittsticket für den Leuchtenden Weinberg schon im Vorfeld zu kaufen. Bei Easyticket gibt es die Karten bereits jetzt für 9,25 Euro, mit denen für die Hin- und Rückfahrt auch die S-Bahn und ein Shuttle-Bus kostenlos mitgenutzt werden können (07 11/2 55 55 55, www.easyticket.de). In Kürze können auch Eintrittskarten bei Weinstädter Vorverkaufsstellen wie dem Buchladen Blessing4you in Beutelsbach (Poststraße 15/1), dem Tourismusverein Remstal-Route in Endersbach am Bahnhof und Gourmet Berner in Großheppach (Bruckwiesenstraße 1) gekauft werden. Diese kosten nur acht Euro, damit allerdings kann auch nur der Shuttle-Bus und nicht die S-Bahn genutzt werden. An der Abendkasse kostet der Eintritt zwölf Euro.

Bessere Planung durch mehr Vorverkauf

Oberbürgermeister Michael Scharmann hofft, dass möglichst viele Menschen aufgrund der attraktiveren Konditionen das Ticket bereits im Vorfeld kaufen. So weiß der Marketing-Verein dann auch besser als im vergangenen Jahr, mit wie vielen Besuchern er rechnen muss. Und auf diese Information wiederum können dann die Standbetreiber reagieren und mehr Essen und Getränke vorrätig halten. Damit sich die Besucherströme besser verteilen, gibt es wie im Vorjahr knapp zehn verschiedene Eingänge. Außerdem wird für mehr Parkplätze außerhalb von Beutelsbach gesorgt (siehe unten).

Scharmann verspricht zudem, dass alles dafür getan wird, dass sowohl die Bedürfnisse der Festbesucher als auch der Anwohner berücksichtigt werden. „Dieses Fest ist mehr als sein Geld wert.“

S-Bahn lohnt sich: Bequemer und preiswerter

Wer sich im Vorfeld über Easyticket für 9,25 Euro oder an der Abendkasse für zwölf Euro eine Eintrittskarte für den Leuchtenden Weinberg kauft, kann diese als VVS-Ticket und für den Bus-Shuttle zum Veranstaltungsgelände nutzen. Hier lohnt es sich natürlich, das Ticket gleich im Vorverkauf zu besorgen, schließlich ist dann auch die Hinfahrt gratis. Von der S-Bahn-Haltestelle Beutelsbach gibt es zudem einen ausgeschilderten Fußweg zum Leuchtenden Weinberg.

Ein Bus-Shuttle pendelt regelmäßig zwischen dem Endersbacher Bahnhof, dem Parkplatz am Bildungszentrum und den extra geschaffenen Veranstaltungsparkplätzen im Auwiesenhof zwischen Schnait und Baach. „Wir werden dort für 1000 Pkw Platz haben“, sagt Elke Wild, Geschäftsführerin des Weinstadt-Marketing-Vereins. Die Parkplätze werden allerdings gebührenpflichtig sein. OB Michael Scharmann begründet das mit dem Zusatzaufwand an Personal, Beleuchtung und einem Parkleitsystem, das anzeigt, wie viele Parkplätze noch vorhanden sind. Außerdem soll ja damit der Anreiz erhöht werden, aufs Auto zu verzichten.

Die S 2 wird laut Elke Wild im Gegensatz zum Vorjahr Samstagnacht extra durchgehend mit Vollzügen fahren, damit auch jeder Festbesucher heimkommt – Richtung Schorndorf alle 30 Minuten bis 1.56 Uhr (Abfahrt Endersbach) respektive 1.58 (Abfahrt Beutelsbach), Richtung Stuttgart bis 1 Uhr (Abfahrt Beutelsbach) beziehungsweise 1.02 Uhr (Abfahrt Endersbach); anschließend im Stundentakt.