Weinstadt

Mehr Parkplätze für Beutelsbach

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Symbolbild. © ZVW/Hardy Zürn
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Christina Kammerer, Leiterin der Stadtbücherei.

Weinstadt-Beutelsbach. Als Ersatz für die bald wegfallenden Parkplätze im Beutelsbacher Bleistiftareal will die Stadt das Gelände der ehemaligen Gaststätte „Speisekammer“ kaufen. Nicht weiter verfolgt wird vom Gemeinderat dagegen die Idee, in der geplanten neuen Stadtbücherei eine öffentliche Tiefgarage zu bauen. Grund: zu teuer und zu aufwendig.

Die Stadträte treibt schon länger die Sorge um, dass der Handel unter dem Wegfall des Schotterparkplatzes im Bleistiftareal leiden wird. Die Firma Realgrund AG, die dort bauen will, hatte nämlich in ihrem ersten Entwurf keine öffentliche Tiefgarage geplant. Von den vorgesehenen 49 Stellplätzen sind 39 für die Bewohner des Hauses und zehn für externe Interessenten, also zum Beispiel Nachbarn.

Als die Pläne im Dezember 2017 präsentiert wurden, forderten die Stadträte zu prüfen, ob eine zweigeschossige Tiefgarage mit zusätzlichen öffentlichen Parkplätzen nicht sinnvoller wäre. Professor Gerd Baldauf hat das Ergebnis nun in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats vorgestellt – und das war für alle Beteiligten ernüchternd: Nach Angaben des Investors würde jeder der 14 möglichen öffentlichen Stellplätze 106 869 Euro kosten.


„Die Hochwassersituation ist auch nicht gerade einfach“

Baldauf gab zwar zu, dass er nicht beweisen kann, dass die Grobkostenschätzung des Investors stimmt, aber ihm erscheint sie von der Tendenz her plausibel. So ist das Grundstück sehr beengt, was rückwärtiges Ausfahren und Wenden teilweise unumgänglich macht. Des Weiteren wäre ein Mehraufwand beim Rauchabzug und der Sprinkleranlage nötig.

„Die Hochwassersituation ist auch nicht gerade einfach“, sagte der Geschäftsführer des Stuttgarter Büros „Baldauf Architekten und Stadtplaner GmbH“. Dazu kommt, dass es nur eine einspurige Ein- und Ausfahrt gibt und kein zusätzlicher öffentlicher Ausgang aus der Tiefgarage vorgesehen ist. Auch die geringe Zahl der öffentlichen Stellplätze sieht Baldauf als Problem.

Stadt will "Speisekammer" kaufen

Die Stadt verfolgt deshalb den Plan, das Gebäude der ehemaligen Gaststätte „Speisekammer“ am Rosengarten 3 zu erwerben, um hier Stellplätze zu errichten – und genau das wird vom Gemeinderat nun grundsätzlich unterstützt. CDU-Fraktionschef Ulrich Witzlinger erinnerte daran, wie wichtig eine ausreichende Anzahl von Parkplätzen für die Geschäftsleute in der Beutelsbacher Ortsmitte ist. Hier sieht Witzlinger den Gemeinderat in der Verantwortung.

GOL-Fraktionschef Manfred Siglinger sah es ähnlich, erinnerte aber zugleich daran, dass bei einem Kauf des Grundstücks am Rosengarten auch die mögliche Erweiterung des Rathauses berücksichtigt werden muss. Bekanntlich zahlt die Stadt hohe Mieten für die Räume im Reicheneckerhaus, wo das Technische Rathaus, die Finanzverwaltung sowie das Amt für Familie, Bildung und Soziales untergebracht sind. Durch einen Rathausneubau könnte die Stadt langfristig Geld sparen, weil dann die Mieten wegfallen. Unterstützung erhielt Siglinger hier von SPD-Fraktionschef Hans Randler. „An dem Thema muss man dranbleiben.“

Zimmerle: Konsequenter gegen Dauerparker vorgehen

Stadtrat Armin Zimmerle (Freie Wähler) forderte, dass die Stadt konsequenter gegen Dauerparker vorgeht – zum Beispiel durch häufigere Kontrollen von Parkscheiben. Des Weiteren brachte er ein Parkmodell wie in den Nachbarkommunen ins Spiel, bei dem die Leute ein Ticket am Automaten ziehen und die Gebühren erstattet bekommen, wenn sie in den Geschäften einkaufen. Der mögliche Rathaus-Neubau, den Siglinger ansprach, ist für Zimmerle dagegen Zukunftsmusik. Seine Empfehlung: „Nicht ein neues Fass aufmachen.“ Oberbürgermeister Michael Scharmann sah das ähnlich. „Das ist ein nicht fertig geplantes Thema, das nicht in den nächsten fünf Jahren ansteht.“

Bernhard Dippon (CDU) mahnte an, auch verstärkt gegen Falschparker in der Beutelsbacher Ortsmitte vorzugehen – und hier insbesondere in der Stiftstraße, in der er selbst wohnt. Auch sollte aus seiner Sicht stärker darauf geachtet werden, dass Leute nicht ständig ihre Parkscheibe nachstellen und so einen zeitlich befristeten Parkplatz ganztags blockieren.

Einzug der Bücherei spart 100 000 Euro

Dass der seit mehr als drei Jahren bestehende Schotterparkplatz auf dem Bleistiftareal durch den Neubau des Wohn- und Geschäftshauses bald Geschichte ist, findet OB Scharmann indes eine gute Sache. Der Einzug der Bücherei spart nicht nur knapp 100 000 Euro jährliche Miete im Reicheneckerhaus, sondern wird nach Ansicht des Rathauschefs auch für mehr Kundenverkehr in der Beutelsbacher Ortsmitte sorgen.

Nach der Sommerpause wird sich der Gemeinderat im September mit dem Erwerb des Gebäudes am Rosengarten 3 beschäftigen, wo neue Parkplätze entstehen könnten.