Weinstadt

Michael Scharmann ist neuer OB

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Endlich Oberbürgermeister: Michael Scharmann trägt die Amtskette, die der Strümpfelbacher Bildhauer Fritz Nuss 1979 für die Stadt Weinstadt angefertigt hat. Neben ihm sitzt seine Frau Heike Scharmann, im Hintergrund sind der Schorndorfer OB Matthias Klopfer (Zweiter von rechts) und der Waiblinger OB Andreas Hesky (rechts) zu sehen. © Schneider / ZVW
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Nicht nur der neue Oberbürgermeister Michael Scharmann (Zweiter von rechts) durfte viele Hände schütteln – auch Sohn Max war gefordert. Hier gratuliert gerade der langjährige Weinstädter Freie-Wähler-Stadtrat Ernst Schnaitmann. © Schneider / ZVW
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„Schütze uns vor Rheuma, Grippe, Gicht – und vor der Kommunalaufsicht“: Regierungspräsident Wolfgang Reimer (Grüne) ist seiner Vorliebe für Manfred-Rommel-Zitate nachgekommen. © Schneider / ZVW
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Michael Scharmann (42) ist am Dienstagabend in der Endersbacher Jahnhalle feierlich ins Amt eingesetzt worden. © Leonie Kuhn
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Ein gemeinsames Orchester der Weinstädter Musikvereine spielte zu diesem Anlass. © Leonie Kuhn
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Michael Scharmann (links) und der CDU-Vorsitzende Herr Witzlinger (rechts). © Leonie Kuhn
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Michael Scharmann (links) und der CDU-Vorsitzende Herr Witzlinger (rechts). © Leonie Kuhn
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Michael Scharmann (42) ist am Dienstagabend in der Endersbacher Jahnhalle feierlich ins Amt eingesetzt worden. © Leonie Kuhn
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Michael Scharmann (42) ist am Dienstagabend in der Endersbacher Jahnhalle feierlich ins Amt eingesetzt worden. © Leonie Kuhn
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Michael Scharmann (42) ist am Dienstagabend in der Endersbacher Jahnhalle feierlich ins Amt eingesetzt worden. © Leonie Kuhn
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Michael Scharmann (42) ist am Dienstagabend in der Endersbacher Jahnhalle feierlich ins Amt eingesetzt worden. © Leonie Kuhn
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Michael Scharmann (42) ist am Dienstagabend in der Endersbacher Jahnhalle feierlich ins Amt eingesetzt worden. © Leonie Kuhn
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Michael Scharmann (42) ist am Dienstagabend in der Endersbacher Jahnhalle feierlich ins Amt eingesetzt worden. © Leonie Kuhn

Weinstadt. „Ein guter Dirigent holt alles aus dem Orchester heraus“: Michael Scharmann ist am Dienstagabend in der Jahnhalle feierlich ins Amt eingesetzt worden, musikalisch umrahmt von einem Orchester aller Weinstädter Musikvereine. In seiner Antrittsrede warb der neue OB von Weinstadt für ein gutes Miteinander und freute sich darauf, endlich loslegen zu können. „Ich brenne darauf.“

Video: Einsetzung von Michael Scharman in sein Amt als OB.

Sie spielten die Hymne der Olympischen Sommerspiele von 1988 für ihn: „One moment in time“ von Soul-Diva Whitney Houston. Michael Scharmann saß mit seiner Frau und seinem Sohn in der ersten Reihe, während Thomas Kemmer-Mannschreck vom Musikverein „Frisch Auf“ Strümpfelbach das gemeinsame Orchester aller fünf Weinstädter Musikvereine dirigierte. „Ich möchte einen Augenblick in der Zeit, an dem ich mehr bin, als ich dachte, sein zu können“ heißt es im Refrain des Songs. Als die Musiker mit ihrer Instrumentalversion des Nummer-eins-Hits fertig waren, betrat Michael Scharmann die Bühne, zu seiner ersten Rede als frisch ins Amt eingesetzter Oberbürgermeister. Er bedankte sich bei allen, die ihn während seines Wahlkampfs unterstützt haben, und verwies dann darauf, wie sehr es ihm gefällt, dass die Weinstädter Musikvereine an diesem Abend zu einem Orchester zusammengefunden haben. Denn damit senden sie schließlich ein Signal, das Scharmann wichtig ist: gemeinsam für ein Ziel einzustehen. „Das hat mich sehr gerührt.“

Ulrich Witzlinger überreicht die Amtskette

Landrat, Landtagsabgeordnete, Oberbürgermeister, Stadträte, Pfarrer, Vertreter von Vereinen, Wirtschaft, Polizei, Feuerwehr und Schulen: Sie alle sind an diesem Dienstagabend in die Jahnhalle gekommen, um bei der Amtseinsetzung von Michael Scharmann dabei zu sein. Draußen wurde sogar extra eine Leinwand aufgebaut: So hätte im Fall eines zu großen Andrangs auch wirklich jeder das Geschehen in der Halle mitverfolgen können. CDU-Fraktionschef Ulrich Witzlinger, der erste ehrenamtliche Stellvertreter des Oberbürgermeisters, übernahm die Verpflichtung des neuen OBs und überreichte ihm auch seine Insignie, die von Ehrenbürger Fritz Nuss 1979 angefertigte Amtskette der Stadt Weinstadt. „Sie gilt als eine der schönsten Amtsketten weit und breit.“

Persönliche Rede von Matthias Klopfer

Regierungspräsident Wolfgang Reimer referierte im Anschluss schwerpunktmäßig über das Idealbild einer Stadt und kam dabei zu dem Schluss, dass Weinstadt durchaus etwas habe, was den Ort von Städten wie Waiblingen und Schorndorf abhebe. „Ich glaube, das könnte der Wein und die Kultur sein.“ Nicht umsonst, schlussfolgert Reimer, sei der Slogan der Stadt „Kultur trifft Natur“. Deutlich persönlicher war die Rede des Schorndorfer Oberbürgermeisters Matthias Klopfer, der seine ersten Worte an Michael Scharmanns Sohn Max richtete. Er wünschte ihm, dass er auch als Sohn eines OBs aufwachsen kann wie andere Jungs. „Das ist das Allerwichtigste, dass man als Familie normal weiterlebt.“ Beide Oberbürgermeister kennen sich bereits seit 2001, ihre erste berufliche Begegnung hatten sie im Landtag. Klopfer wurde damals Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Scharmann arbeitete in der Landtagsverwaltung. Was es bedeutet, in einer Stadt öffentliche Person zu sein, erlebt Matthias Klopfer seit Jahren, er weiß auch, wie sich persönliche Angriffe durch Bürger in Leserbriefen und Facebook-Kommentaren anfühlen. Und mit Blick auf Ehefrau Heike Scharmann machte er deutlich, dass so ein OB-Amt natürlich die Partnerschaft belasten kann. „Sie werden einige Täler durchleiden gemeinsam mit Ihrem Mann.“

Bürgermeister als Traumberuf

Der Personalratsvorsitzende Dietmar Ißler erzählte, wie Scharmann in jungen Jahren als Verwaltungspraktikant im Weinstädter Rathaus von ihm gefragt wurde, was er später werden will. „Der Herr Scharmann hat gesagt: Bürgermeister. Völlig selbstbewusst, ohne mit der Wimper zu zucken.“ Von Scharmann, der als einstiger Personalratsvorsitzender im Landtag auch die Arbeitnehmerseite kennt, wünscht sich Ißler im Namen aller Mitarbeiter eine offene und vertrauensvolle Zusammenarbeit, verbunden mit einem kooperativen Führungsstil. „Hier in Weinstadt erwartet Sie eine Mannschaft, die motiviert und bereit ist, den Weg an die Spitze zu gehen.“

Lustige Versprecher

Für Lacher im Publikum haben am Dienstagabend zwei Versprecher gesorgt. Regierungspräsident Wolfgang Reimer wollte während seiner Rede eigentlich Michael Scharmann ansprechen, verwendete allerdings den Namen von dessen Vorgänger: „Lieber Herr Oswald, Sie bringen beste Voraussetzungen für dieses Amt mit.“ Und der Schorndorfer OB Matthias Klopfer wiederum verwechselte bei seiner Rede Jürgen Hofer mit Jürgen Oswald.

Für Raunen sorgte Wolfgang Reimer, als er ein Städtebauseminar der Uni Stuttgart erwähnte, das sich explizit auf Weinstadt bezog. Titel: „Flüssigei und Siedlungsbrei“. Matthias Klopfer wiederum erhielt viel Applaus, als er später dem Regierungspräsidenten widersprach: „Weinstadt ist kein Siedlungsbrei.“