Weinstadt

Mit dem VW aufs Dach der Welt

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Weite Flächen, schneebedeckte Gipfel fanden die beiden Abenteurer in Tadschikistan vor. © Gunther Mack/Patrick Brühl
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Die Strecke © VLP
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© Gunther Mack / Patrick Brühl
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Mack reist gerne in seinem VW. © Gunther Mack / Patrick Brühl
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Mack
Mack Weinstadt Strümpfelbach Im Vogelsang 11 Gunther Mack restauriert alte VW-Campingwagen. Nun hat er mit einem solchen Schmuckstück eine Tour bis in die Türkei gemacht. Foto: Buettner © Benjamin Buettner
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So ging es los © Christine Tantschinez
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Station einer aufregenden Reise © Christine Tantschinez
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Station einer aufregenden Reise © Christine Tantschinez
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Stationen einer wunderbaren Reise mit dem Bully © Christine Tantschinez
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Stationen einer wunderbaren Reise mit dem Bully © Christine Tantschinez
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Stationen einer wunderbaren Reise mit dem Bully © Christine Tantschinez
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Stationen einer wunderbaren Reise mit dem Bully © Christine Tantschinez
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Stationen einer wunderbaren Reise mit dem Bully © Christine Tantschinez
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Stationen einer wunderbaren Reise mit dem Bully © Christine Tantschinez
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Stationen einer wunderbaren Reise mit dem Bully © Christine Tantschinez

Weinstadt-Strümpfelbach. 19 011 Kilometer, 2435 Liter Sprit, 71 Tankstopps: Das ist die Bilanz der Eurasien-Tour, die der Strümpfelbacher Gunther Mack (47)  und der Beutelsbacher Patrick Brühl (28) gemeinsam unternommen haben. Von Weinstadt aus sind sie über die Türkei und den Iran bis nach Kirgisistan und zurück getourt. Alles in Macks orangefarbenem VW T2 Westfalia Campingwagen, Baujahr 1978. Ihr Ziel: einmal den Pamir-Highway zu befahren.

Nach einem richtigen Abenteuer klingt es, wenn der Strümpfelbacher Gunther Mack erzählt, was er und sein Reisegefährte Patrick Brühl in Zentralasien erlebt haben. Benzin nur vom Schwarzmarkt in Usbekistan („Dort fährt alles mit Gas“); feuernde Kampfjets auf der anderen Seite der tadschikisch-afghanischen Grenze („Das war Krieg ... da hast schon Bammel“); unbeschilderte Straßen im Pamir-Gebirge, die völlig unerwartet an einem abgestürzten Felsblock, einem in den Weg gerissenen Loch oder einem Schmelzwasserfluss enden („Das sind Straßen – eh, unglaublich!“); Bodenwellen, die bei mehr als 30 Stundenkilometern mehr Schanze denn Straße sind; Schlaglöcher, deren Größe sich ein deutscher Autofahrer kaum vorstellen kann ...

Mack hat Anekdoten auf Lager, die Daheimgebliebene mit den Ohren schlackern lassen. Doch der 47-Jährige sieht's entspannt: Mit dem richtigen fahrbaren Untersatz, dem passenden Beifahrer und einem Quäntchen Glück sei’s machbar gewesen.

„Ein Hotel auf Rädern“ sei der Camper, findet Mack

Das Ziel der Fahrt war der Pamir-Highway – das „Dach der Welt“, sagt Mack. Er wollte den Fernweg befahren, seit er in einer TV-Dokumentation die Bilder von der Hochgebirgsstrecke und der weiten Landschaft nahe der chinesischen Grenze gesehen hatte. Damit verbinden wollte er eine Rundtour durch Eurasien.

Der Plan, die Reise auch wirklich zu machen, war schnell gefasst. Das passende Gefährt hatte Mack parat: den VW T2 Westfalia-Camper. Keine Elektronik, die ausfallen könnte, Ersatzteile auf jedem Schrottplatz der Welt, Benzin schluckt er auch mal in gemischter Form. Innen hat er einen Zwei-Platten-Herd, Kühlschrank, Waschbecken und Schlafgelegenheiten. Dazu gibt’s eine Campingdusche. „Das ist einfach der Camper“, sagt Mack. „Ein Hotel auf Rädern!“

Schwärmerisch mögen diese Worte klingen, doch Gunther Macks Leidenschaft für VW-Busse ist ja auch kein Geheimnis. Insgesamt sieben besitzt er, vom Campingwagen bis zum Katastrophenschutzbus. Er restauriert, hegt und pflegt sie. Und fährt sie natürlich auch: „Zu dem sind die Autos gebaut worden! Nicht fürs Museum.“

Die Strecke: 

 

Schrauberkumpanen unter sich

Patrick Brühl teilt diese Leidenschaft. Die beiden kennen sich aus Macks Hobbywerkstatt in Schnait. Weil sie in vielerlei Hinsicht ähnlich ticken, hat der 28-Jährige auch das besondere Privileg bekommen, als Einziger Macks VWs fahren zu dürfen.

Weil er und Brühl sich so gut verstehen, hat Mack seinen Schrauberkumpanen schließlich auch gebeten, ihn zwei Monate lang auf der Tour ins Pamir-Gebirge zu begleiten. Ohne zu zögern habe der zugesagt. „Ich bin schon immer gerne gereist“, kommentiert Brühl schulterzuckend.

Schnell sei alles organisiert gewesen. Sponsoren gaben ihnen Geld, Werkzeuge, Ersatzteile und Sprit mit auf den Weg. Im April dann ging's los: Erst fuhren die beiden in die Türkei, dann über den Iran, Turkmenistan und Usbekistan nach Tadschikistan, hinauf zum Highway. Von dort aus ging's nach Skandinavien, wo Macks Familie dazustieß und Brühl heimflog.

Schauergeschichten und schöne Erlebnisse

Besonders in Erinnerung geblieben sind Mack aus dieser Zeit neben den Schauergeschichten vor allem schöne Erlebnisse. Der große Basar in Tabriz (Iran) habe ihm sehr gefallen, ebenso die Handelsstädte der Seidenstraße wie Samarkand (Usbekistan). Deutlich erinnert er sich auch an den Stolz, den er empfand, als er auf der Hochebene ankam: Soweit waren Brühl und er also gekommen. „Da scheint alles erreichbar, wenn man das geschafft hat.“ Zumal da schon die ersten Schilder auftauchten: Hier geht’s nach Nepal, hier nach Shanghai.

Brühl erinnert sich gerne an die Gastfreundschaft der Einheimischen. Besonders die Iraner hätten ihn durch Offenheit und Fremdenfreundlichkeit beeindruckt, sagt er. Ähnlich geht es Mack. Die „home stays“ waren für ihn etwas ganz Besonderes, also die Übernachtungen auf den Grundstücken von Einheimischen. Da sei zum Beispiel ein Schafhirte gewesen, der sie in sein mit Teppichen tapeziertes Pamir-Haus eingeladen habe: „Der hat uns rumgezeigt wie eine Attraktion“, berichtet Mack und lacht. Ihn freute der Kontakt: „Da bist du dann schon richtig bei den Einheimischen.“

Vermisst haben die beiden nur wenig. Mack fehlte seine Familie – und ein Weizenbier. Für Brühl war es ein zünftiger Zwiebelrostbraten. Eine solche Reise machen würden die beiden aber wieder. Mack schwebt zum Beispiel Dubai als Ziel vor. „Der Bus ist gerichtet, falls es mich packt!“


Unter dem Titel „Mit dem Bussle aufs Dach der Welt“ haben Mack und Brühl ein Online-Tagebuch geführt. 

Der Pamir-Highway ist in den 1930er Jahren im Ostteil des gleichnamigen Hochgebirges gebaut worden. Er verläuft auf Wegen, die tadschikische und kirgisische Regionen mit der Seidenstraße verbunden haben.

Als Hauptverkehrsstrecke verbindet die 1250 Kilometer lange Fernstraße die kirgisische Stadt Osch mit der tadschikischen Region Berg-Badachschan sowie der tadschikischen Hauptstadt Duschanbe.

Sie ist die zweithöchst gelegene befestigte Fernstraße der Welt. Ihr höchster Punkt ist der Ak-Baital-Pass mit 4655 Metern. (Quelle: Wikipedia)