Weinstadt

Nach der Corona-Krise: Das Weinstadt-Hotel feiert Jubiläum

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Stéphanie Staudenmayer im Hinterhof des Weinstadt-Hotels in Beutelsbach. © Gaby Schneider

Die Waschtische in den ansonsten frisch renovierten Zimmern hat vor 30 Jahren alle der ehemalige Kronen-Wirt und Weinstadt-Hotel-Gründer Otto Koch selbst an die Wand geschraubt.

Seine Tochter Stéphanie Staudenmayer erinnert sich noch gut daran, wie sie die Tische von unten gehalten hat und ihr Vater in die Wand gebohrt hat. Mittlerweile sind ihre Eltern seit rund zehn Jahren im Ruhestand, die Tochter leitet seit langem das Hotel.

Als junge Frau ins Hotelgewerbe eingestiegen

Als ihre Eltern auf Anregung der Stadt Anfang der 1990er Jahren beschlossen, neben die Krone ein Hotel zu bauen, war Stéphanie Staudenmayer gerade Anfang zwanzig - und hatte eigentlich gerade erst eine Ausbildung in einer anderen Branche abgeschlossen.

Sie erinnert sich noch, wie ihre Eltern damals die ganze Familie zusammenriefen, man gemeinsam den Entschluss fasste, dieses Hotel gemeinsam auf die Beine zu stellen. Und wie der allererste Gast noch über einen provisorischen Holzsteg ins Foyer gehen musste, weil der Eingangsbereich noch gar nicht gepflastert war.

Prominente Gäste und besondere Momente

In drei Jahrzehnten Weinstadt-Hotel hat die heutige Chefin vieles erlebt: Prominente Gäste haben bei ihr genächtigt, wie zum Beispiel der Rolling-Stones-Schlagzeuger Charlie Watts. Mehrmals hat ihre Familie auch schon ungewöhnliche Familientreffen begleitet: Einmal sei ein Mann aus Amerika zur Rezeption gekommen und habe nach einer Person mit einem ganz typischen Weinstädter Nachnamen gefragt, mit der er über viele Ecken verwandt sei, erzählt Stephanie Staudenmayer.

Viel mehr wusste der Mann aber nicht über seinen Verwandten – und trotzdem sei es ihrem Vater ziemlich schnell gelungen, genau diese Person ausfindig zu machen und ein Treffen im Hotel zu organisieren.

Diebe brechen ein - und machen ein Schläfchen

Auch einen Einbruch ins Hotel hat es einmal gegeben: Die Diebe seien tatsächlich so dreist gewesen und hätten sich in einem der Zimmer erst einmal aufs Ohr gelegt und die Dusche benutzt. Alle Zimmerschlüssel hätten die Diebe mitgehen lassen – sie seien jedoch wenig später von der Polizei in Stuttgart dabei erwischt worden, als sie diese verkaufen wollten. „Wir haben alles zurückbekommen“, berichtet die Hotel-Chefin.

Etwas mit der Corona-Krise Vergleichbares hat das Hotel aber in all den Jahren davor noch nie durchstehen müssen. Gerade in der ersten Zeit hieß es da kreativ werden: Stéphanie Staudenmayer schloss sich den Remstaler Powerfrauen an, alle Mitglieder kommen aus den Bereichen Weinbau, Hotellerie und Gastronomie im Remstal.

Aus der Corona-Pandemie auch etwas mitgenommen

Während Corona habe man sich gegenseitig unterstützt und mit dem „Genusskistle“ ein Produkt geschaffen, das sich auf während des Lockdowns verkaufen ließ.

Jede der zwölf Frauen steuert dafür ein Produkt bei. Stéphanie Staudenmayer steuert selbst gemachtes Müsli bei, das es im Weinstadt-Hotel auch weiterhin zum Frühstück geben wird. Aus der Krise habe das Hotel auch notgedrungen etwas gelernt: Zukünftig wolle man noch stärker auf das Thema Tourismus eingehen und den Gästen individuell Ausflugstipps anbieten.

Das Hotel-Personal hat in der Krise zu ihr gehalten

Während der Pandemie habe man außerdem den Veranstaltungsraum, in dem auch regelmäßig Tagungen stattfinden, hergerichtet. So stelle man sich jetzt einfach dauerhaft etwas breiter auf.

Was das Personal betrifft, habe man im Weinstadt-Hotel viel Glück gehabt: „Ich habe zwei ganz treue Seelen“, sagt Stéphanie Staudenmayer über ihre beiden Mitarbeiterinnen Kathrin Schütt und Sarah Krieg, die die Krise tapfer mitgetragen hätten. Auch die Zimmermädchen hätten große Solidarität bewiesen. Trotzdem suche das Hotel jetzt, wo der Betrieb dank der vielen Veranstaltungen und Ausflugsziele in der Region wieder richtig anzieht, noch zusätzliches Personal in diesem Bereich.

Veranstaltungsreihe zum 30. Jubiläum

„Ich bin froh, dass es weitergeht“, sagt die Hotel-Chefin. So kann das 30-jährige Jubiläum dieses Jahr auch entsprechend gefeiert werden: Im Innenhof des Hotels werden dafür vom 30. Juni bis zum 6. Juli täglich Veranstaltungen stattfinden.

Dabei sind „Äffle und Pferdle“-Stimme und Comedian Markus Zipperle, der Magier Fabien Rebouth, eine feierliche Jubiläumsrevue mit dem Tänzerinnen-Trio „The Wonderettes“ und Kabarettistin Elke Ott. An einem Abend stellen sich außerdem die Remstaler Powerfrauen zum ersten Mal in einer Präsenzveranstaltung vor.

Sohn Cédric Staudenmayer macht neues Restaurant auf

Als eine Art „Pop-up“-Restaurant wird an den beiden letzten Tagen außerdem das neue Fine-Dining-Restaurant „Cedric“, das in Kürze in den renovierten Räumlichkeiten der „Krone“ eröffnen soll, noch vor der offiziellen Eröffnung den Betrieb aufnehmen. Betreiber dieses neuen Restaurants ist Cédric Staudenmayer, Stéphanie Staudenmayers 24-jähriger Sohn.

Er arbeitet auch schon tatkräftig im Familienunternehmen mit, wie auch Stephanie Staudenmayers Lebensgefährte Marco Rabanda: „Ohne ihn hätte ich nicht die Ausdauer, Kraft und Energie gehabt das Weinstadt-Hotel so weiterzuentwickeln“, sagt die Hotel Chefin.

Die Waschtische in den ansonsten frisch renovierten Zimmern hat vor 30 Jahren alle der ehemalige Kronen-Wirt und Weinstadt-Hotel-Gründer Otto Koch selbst an die Wand geschraubt.

Seine Tochter Stéphanie Staudenmayer erinnert sich noch gut daran, wie sie die Tische von unten gehalten hat und ihr Vater in die Wand gebohrt hat. Mittlerweile sind ihre Eltern seit rund zehn Jahren im Ruhestand, die Tochter leitet seit langem das Hotel.

Als junge Frau ins Hotelgewerbe

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