Weinstadt

Nachgerückt in den Gemeinderat Weinstadt: Wolf Dieter Forster (SPD) ist wieder da

Forster
Wolf Dieter Forster (81) in der Laube in seinem Garten im Endersbacher Trappeler. © Benjamin Büttner

Er ist der Ehrenvorsitzende der Naturfreunde Strümpfelbach, war bei der Entdeckung der Villa Rustica in Kernen vorn mit dabei, hat einen ehemaligen Weinstädter Bürgermeister als Nazi entlarvt – und saß mehrere Jahrzehnte für die SPD im Gemeinderat.

Im Alter von 81 Jahren ist Wolf Dieter Forster jetzt erneut ins Gremium eingezogen. Als Nachrücker für den verstorbenen Stadtrat Hans Randler.

Von 1999 bis 2005 hatte er den Fraktionsvorsitz inne

1978 ist Wolf Dieter Forster zum ersten Mal ins Weinstädter Gremium eingezogen. Aber sogar davor schon hat er lokalpolitische Erfahrung gesammelt: Noch vor der Gemeindereform im Gemeinderat in Rommelshausen, seinem früheren Wohnort, dann mit der Gründung von Weinstadt kurzzeitig noch im Ortschaftsrat von Endersbach, der dann aber aufgelöst worden sei, erinnert sich der heute 81-Jährige.

Bis 2019 war der ehemalige Volks- und Realschullehrer Teil der SPD-Fraktion, hatte von 1999 bis 2005 sogar den Vorsitz inne. Vor drei Jahren schied er aus - seit dem 1. Juli ist er wieder zurück. Hans Randler habe angekündigt, als Stadtrat aufzuhören, sagt Wolf Dieter Forster. Darauf habe man ihn angesprochen. Leider sei sein Fraktionskollege verstorben, bevor der eigentliche Abschied aus dem Gremium stattfinden konnte.

Wolf Dieter Forster hat bereits viel bewegt

Er sei gerne bereit gewesen, wieder ins Gremium einzuziehen, sagt der 81-Jährige. „Ich habe Wissen, das andere nicht haben. Ich werde aber nur davon Gebrauch machen, wenn es nötig ist.“ Ein „Besserwisser“ wolle er nicht sein. Mit diesem Wissen übertreibt der Endersbacher nicht: Schon in den zurückliegenden 41 Jahren als Stadtrat hat er derartig viele Projekte angestoßen, dass ihm bei seiner vorläufigen Verabschiedung aus dem Gemeinderat 2019 eine Karte überreicht wurde, auf der markiert war, wo überall er die Lokalpolitik unmittelbar beeinflusst hat.

Auch die goldene Ehrenmedaille des Gemeindetages Baden-Württemberg und das Bundesverdienstkreuz wurden ihm für sein Engagement schon verliehen. Wolf Dieter Forster freut sich besonders, wieder Teil des Technischen Ausschusses zu sein. Auch wenn der Ausschuss heutzutage nicht mehr ganz so viel bewegen könne, wie das in den 1980er Jahren noch der Fall gewesen sei.

Endlich wird der Schachen gebaut 

In die aktuellen Projekte, die die Stadträte in den kommenden Monaten beschäftigen werden, hat sich Wolf Dieter Forster natürlich schon eingelesen. Manche kennt er auch noch von früher: So kehrt er genau rechtzeitig ins Gremium zurück, um den Baustart fürs Hochwasserrückhaltebecken Schachen mitzuerleben.

Dafür habe er sich schon vor vielen Jahren eingesetzt, sagt der Stadtrat. Hochwasserschutz sei insgesamt immer noch ein Thema. Es könne schließlich nicht sein, dass die „Regenrückhaltebecken nichts zurückhalten“. Schon bei normalen Regenniederschlägen sei es in der Vergangenheit immer wieder zu beobachten gewesen, „dass das Klopapier an der Rems hängt“.

Seine Meinung: Keine Solarfelder im Landschaftsschutzgebiet

Eine entscheidende Entwicklung, die während seiner Abwesenheit eingetreten ist: Weinstadt hat es sich als Ziel gesetzt, bis 2035 die Klimaneutralität zu erreichen. „Der richtige Weg“, ist Wolf Dieter Forster überzeugt, das sei etwas, was man anstreben müsse. Ob es tatsächlich zu schaffen sei, werde sich dann zeigen.

Trotzdem sei es wichtig, auch an dieses Thema ganzheitlich heranzugehen. So beschäftige ihn zum Beispiel sehr das Thema der Solarfelder, wie es sie zukünftig in Weinstadt geben soll. Die bisher dafür vorgeschlagenen Plätze könne er sich nicht gut vorstellen. Solarfelder gehörten eigentlich in die Ebene und nicht in ein Landschaftsschutzgebiet. Aber da müsse man in Weinstadt eben auch an die „kostbaren Ackerböden“ denken. Diese fruchtbaren Lössböden, wie man sie außerhalb von Weinstadt auch auf dem Schmidener Feld habe, dürfe man nicht weiter in Beschlag nehmen. „Verdichtung ist der Tod dieser Böden“, so Wolf Dieter Forster.

Bekommt Weinstadt doch noch einen Badesee? 

Geologie und insbesondere Archäologie sind Steckenpferde des Weinstädters. Er hat an vielen Ausgrabungsstätten mitgewirkt und weiß über die Beschaffenheit des Gesteins und der Erdschichten unter dem Remstal bestens Bescheid. Dieses Wissen hat Potenzial, auch im Bereich Kommunalpolitik, glaubt Wolf Dieter Forster. Weinstadt nutze seine Bodenschätze nicht. Damit meint er vor allem die Mineralquellen, die unter Weinstadt verlaufen.

Würde die Stadt in den Seewiesen bei Großheppach eine Grube ausbaggern, würde das Wasser nach oben schießen und Weinstadt hätte einen Badesee, so seine Idee. Davon würde die Stadt seiner Meinung nach langfristig auch wirtschaftlich profitieren.

Er ist der Ehrenvorsitzende der Naturfreunde Strümpfelbach, war bei der Entdeckung der Villa Rustica in Kernen vorn mit dabei, hat einen ehemaligen Weinstädter Bürgermeister als Nazi entlarvt – und saß mehrere Jahrzehnte für die SPD im Gemeinderat.

Im Alter von 81 Jahren ist Wolf Dieter Forster jetzt erneut ins Gremium eingezogen. Als Nachrücker für den verstorbenen Stadtrat Hans Randler.

Von 1999 bis 2005 hatte er den Fraktionsvorsitz inne

1978 ist Wolf

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