Weinstadt

Nachhilfe über Pfingsten: Weinstädterin organisiert kostenlosen Ferienkurs für Schüler

Erich-Kästner-Gemeinschaftsschule
Katrin Zimmermann veranstaltet im Anbau der Erich-Kästner-Schule einen Ferienkurs. © ZVW/Palmizi

Ein kostenloser Ferienkurs für Weinstädter Grundschulkinder: Das ist die Idee von Katrin Zimmermann. Mit Spaß und Lernen sollen die Kinder so wieder den Anschluss an den Schulstoff finden.

Nicht nur Gastronomen und Pflegeheimbewohner leiden in der Pandemie, sondern auch die Jüngsten der Gesellschaft, meint die 50-jährige Beutelsbacherin. Die erschwerten Lernbedingungen zu Hause würden die Kinder in ihrer Entwicklung gefährden. Die hauptberufliche Integrationskraft bietet deshalb in den Pfingstferien einen Kurs für Grundschüler an. Spaß und Lernen sollen hierbei kombiniert werden und den Kindern damit den Anschluss in den folgenden Schulwochen erleichtern. Bei der Organisation und vor allem der Finanzierung stößt Katrin Zimmermann dabei jedoch an ihre Grenzen.

Kurs ist für Teilnehmer kostenlos

„Ich will nicht Lehrerin spielen, sondern einfach für die Kinder da sein“, sagt Katrin Zimmermann über ihren geplanten Ferienkurs. Die 50-jährige Beutelsbacherin arbeitet zwar an einer Grundschule, ist dort aber nicht Lehr-, sondern Integrationskraft. Daneben ist sie noch ehrenamtlich bei der Stadt Weinstadt als Sprachförderkraft tätig und vermittelt an circa sieben Stunden in der Woche Kindern die deutsche Sprache. Die Sprache zu fördern werde auch Bestandteil des Ferienkurses sein, sagt Katrin Zimmermann.

Geplant ist der Kurs, der für die Teilnehmer kostenlos ist, in den beiden Pfingstferienwochen für jeweils drei Tage. Er soll am Dienstag, 25. Mai, starten und in der ersten Ferienwoche bis einschließlich Donnerstag, 27. Mai, stattfinden. In der zweiten Ferienwoche findet der Kurs dann von Montag bis Mittwoch statt (31. Mai bis 2. Juni). Der Ferienkurs richtet sich an Grundschulkinder aus Weinstadt. Kursort wird die Erich-Kästner-Schule in Endersbach sein. Aber auch Kinder aus anderen Ortsteilen können sich anmelden. 

Den Kindern das verlorene Selbstvertrauen zurückgeben

Ziel des Kurses ist laut Katrin Zimmermann, Lernlücken zu schließen und den Anschluss an den Schulstoff des kommenden Schuljahres wieder herzustellen. „Ich möchte, dass die Kinder wieder Motivation und Selbstvertrauen bekommen. Viele Kinder haben Versagensängste, wenn sie nach wochenlangem Online-Unterricht in der Schule abgefragt werden. Schule soll ihnen wieder Freude machen“, sagt sie.

Der Kurs soll Elemente aus der Schule und Elemente des Spielens miteinander vereinen. Für den Vormittag, der von 9 bis 12 Uhr angesetzt ist, hat sich Katrin Zimmermann zunächst eine Begrüßungsrunde und einen Erzählkreis vorgestellt, in dem sich die Kinder kennenlernen können. Danach gebe es eine Lernphase mit individuellem Schulmaterial für jedes Kind. „Wir brauchen da natürlich die Unterstützung der Schulen und der Lehrer“, sagt die 50-Jährige. Nach einer Essenspause – für die jedes Kind pandemiebedingt sein eigenes Essen mitbringen muss – geht das Programm dann bis etwa 15.30 Uhr weiter. Am Nachmittag soll es Mal- und Rechenaufgaben geben, die mit Bewegung – eventuell auch im Freien – verknüpft werden sollen. „Wir werden das Gelernte dann immer wiederholen. Ich glaube, mit Wiederholungen erreicht man sehr viel mehr als mit Kritik“, sagt Katrin Zimmermann.

Es fehlt an finanzieller Hilfe

Für ihr Vorhaben hat die Weinstädterin viel Zuspruch bekommen. Sobald es aber konkret wurde – insbesondere in finanzieller Hinsicht –, fehlte ihr Unterstützung. „Ich habe dann oft zu hören bekommen, dass das alles nicht so einfach sei und man sehr viel beachten müsse, allein wegen der Versicherung“, sagt Katrin Zimmermann.

Hinter ihrem Projekt steht daher auch kein Träger: Katrin Zimmermann organisiert den Kurs in eigener Verantwortung. Sie hat eine Versicherung abgeschlossen, damit die Kinder und Helfer haftungsrechtlich während des Kurses abgesichert sind. Ein beauftragtes Taxi-Unternehmen aus Weinstadt holt die Kinder an Sammelpunkten ab und bringt sie nach dem Kurs wieder dorthin. Außerdem hat Katrin Zimmermann eine Apotheke hinzugezogen, die die Kinder bei der Ankunft am Kursort auf Corona testet. „Ich beachte bei dem Kurs alle Corona-Maßnahmen“, sagt die Beutelsbacherin.

Tausende Euro, die Zimmermann bislang überwiegend selbst stemmt

Die Kosten für das gesamte Vorhaben belaufen sich auf mehrere Tausend Euro, die Katrin Zimmermann momentan zum Großteil alleine stemmt. Sie hat bereits 24 Unternehmen in der Region angeschrieben, das Projekt erklärt und um Spenden gebeten. „Jetzt werde ich noch die großen Unternehmen außerhalb von Weinstadt anschreiben“, sagt sie.

Und auch wenn sie nicht genug Spendengelder erhalten sollte, will Katrin Zimmermann den Kurs anbieten. Zur Not finanziere sie ihn eben aus eigener Tasche, sagt sie. „Ich kann den Kindern jetzt nicht sagen, ich kann den Kurs nicht machen, ich habe kein Geld“, sagt die 50-Jährige. Außerdem hat Katrin Zimmermann eine Sache, die sie besonders antreibt: „Wenn Sie dieses Glänzen in den Augen der Kinder sehen, dann wissen Sie einfach, dass das, was Sie machen, das Richtige ist.“

Ein kostenloser Ferienkurs für Weinstädter Grundschulkinder: Das ist die Idee von Katrin Zimmermann. Mit Spaß und Lernen sollen die Kinder so wieder den Anschluss an den Schulstoff finden.

Nicht nur Gastronomen und Pflegeheimbewohner leiden in der Pandemie, sondern auch die Jüngsten der Gesellschaft, meint die 50-jährige Beutelsbacherin. Die erschwerten Lernbedingungen zu Hause würden die Kinder in ihrer Entwicklung gefährden. Die hauptberufliche Integrationskraft bietet deshalb in

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