Weinstadt

Naturerlebnis für die ganze Familie: Eselwanderungen in Weinstadt-Gundelsbach

Eselwanderung
Vier junge Familien mit je einem Esel haben sich gemeinsam auf die Wanderung gemacht. © Gabriel Habermann

Zu einer Abenteuertour der besonderen Art brachen an einem Samstagvormittag Anfang August vier junge Familien von Gundelsbach auf. Ihre dreistündige Expedition führte vom Parkplatz aus durch den Wald zum Beinsteiner Seele, von wo aus es nach einer Stärkung und längeren Pause wieder zurück zum Ausgangspunkt ging.

Jede der Familien wurde auf der Tour von einem Esel begleitet, über Wohl und Wehe der zwei- und vierbeinigen Teilnehmer wachten die Eigentümerin der Grautiere, Iris Striegel-Vaihinger, und ihre Kinder Jens und Pia. Für Pia stand außer Frage, dass sie selbst an ihrem 16. Geburtstag, der auf diesen Samstag fiel, diese Wanderung nicht versäumen wollte: Liegen ihr die Tiere der Familie doch besonders am Herzen.

Esel sind echte Individualisten und vertrauen nicht jedem

Das Faszinierende an Eseln, meint sie, bestehe darin, dass es sich um Individualisten handle. Jedes Tier entscheide für sich selbst und handle dann auch danach. Es ordne sich nicht einfach dem Menschen unter, wie etwa Hunde oder Pferde, sondern würde von ihm annehmen und auf ihn eingehen, wenn es einmal zu ihm Vertrauen gefasst habe. Daher stamme auch das Vorurteil, ergänzte ihre Mutter, Esel seien dumm, störrisch und eigenwillig.

Die ganze Familie hat ein enges Verhältnis zu ihren Eseln. Schon als Kind habe sie sich einen Esel gewünscht, erzählt Iris Striegel-Vaihinger. Der Wunsch sei leider ungehört geblieben.

Mit den Eseln hat Iris Striegel-Vaihinger sich einen Wunsch erfüllt

Man müsse froh sein, dass die Zeit der Haus- und Arbeitstiere in der Landwirtschaft sowie die damit verbundene Verantwortung und zusätzliche Arbeit vorbei sei, habe ihr Vater stets argumentiert und ihre Bitten abgeblockt. Erfüllen habe sie sich den Wunsch erst können, als sie erwachsen war und ihren eigenen Hausstand hatte.

Die Tiere seien in der Haltung eigentlich recht anspruchslos, erklärte Herbert Vaihinger. Da ihre Heimat die eher karge Landschaft ums Mittelmeer ist, seien sie mit so gut wie jedem Futter zufrieden. Man müsse höchstens aufpassen, dass sie nicht zu viel Nahrung zu sich nehmen, denn sie verfügten über keine „Futterbremse“. Ein einfacher Offenstall sei für sie ausreichend, er müsse ihnen lediglich Schutz vor Feuchtigkeit und Zugluft bieten, vor Kälte schütze sie ihr dichtes Winterfell.

Wanderung gebucht im Rahmen des Deutschen Wandertags

Mittlerweile gehören zur Familie vier Hausesel: die zwölfjährige schwarze Sina, die sogar einen französischen Pass habe, wie Striegel-Vaihinger nicht ohne Stolz anmerkt. Die gescheckte, 15 Jahre junge Mathilde ist sensibel, bestrebt, alles recht zu machen, und fühle sich am wohlsten in Begleitung eines Menschen, der Ruhe und Sicherheit ausstrahlt. Der 17-jährige graubraune Emil dagegen benötige einen konsequenten Führer. Benjamin ist der zehnjährige braune Manolito.

Für Olga Bender und ihren achtjährigen Sohn Lion aus Zell handelt es sich um ihre erste Begegnung mit einem Esel. Beide waren sie im Vorfeld schon mächtig gespannt darauf, was sie an diesem Tag erwarten würde: bei ihrem „großen Abenteuerausflug mit Tieren“, den sie im Rahmen des „Deutschen Wandertags“ buchten.

Die Natur um Gundelsbach lockt Familien an

Begeistert zeigt sich die Mutter auch vom Gundelsbacher Tal und der Wegstrecke durch den Wald. Ein landschaftliches Kleinod, das sie trotz der Nähe zu Esslingen bisher noch nicht kennengelernt hatte.

Auf vertrautem Gelände befindet sich dagegen Gregor Dussling aus Großheppach mit seinen sieben- und achtjährigen Töchtern. Ihm sei es einfach darum gegangen, einen Ausflug in die Natur zu unternehmen und den Mädchen zu ermöglichen, einmal auf einem Esel zu reiten.

Wandern in Tierbegleitung - aber geritten wird nicht

Daraus wurde allerdings nichts: Esel seien zwar grundsätzlich in der Lage, zwanzig bis fünfundzwanzig Prozent ihres Körpergewichts zu tragen, so Striegel-Vaihinger. Allerdings seien sie Reiter nicht gewöhnt und trügen kein Zaumzeug. Sie würden auch nicht auf die Person Rücksicht nehmen, die sich auf ihrem Rücken befände: Der Weg zum Boden sei sehr abrupt und womöglich äußerst schmerzhaft.

Die Familien Roth und Hirschmann aus Fellbach sind über das Programmangebot zum Deutschen Wandertag auf die Eselwanderung aufmerksam geworden und freuten sich einfach auf einen gemeinsamen, einmal etwas anderen Ausflug mit den Kindern. Wobei Roths schon einmal eine Tour mit Alpakas unternommen und sich über die besondere Atmosphäre gefreut haben, die eine Wanderung mit Tierbegleitung darstellt.

Zu einer Abenteuertour der besonderen Art brachen an einem Samstagvormittag Anfang August vier junge Familien von Gundelsbach auf. Ihre dreistündige Expedition führte vom Parkplatz aus durch den Wald zum Beinsteiner Seele, von wo aus es nach einer Stärkung und längeren Pause wieder zurück zum Ausgangspunkt ging.

Jede der Familien wurde auf der Tour von einem Esel begleitet, über Wohl und Wehe der zwei- und vierbeinigen Teilnehmer wachten die Eigentümerin der Grautiere, Iris

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