Weinstadt

Neue Doppelhäuser für Großheppach "In den Hauern"

Unterschriften
Bei einem Ortstermin im Oktober haben die Anwohner des Gebiets „In den Hauern“ OB Michael Scharmann (Vierter von rechts) um ein Gespräch gebeten. Rund 200 Unterschriften haben sie gegen die Bebauung des städtischen Grundstücks mit Geschosswohnungsbau gesammelt. © Alexandra Palmizi

Ob Reihenhäuser, Doppelhäuser, dreigeschossige oder zweigeschossige Gebäude oder aber Stadtvillen – welche Art von Gebäude sich für das geplante Großheppacher Baugebiet „In den Hauern“ eignet, wird seit langem heiß diskutiert. Wegen des akuten Wohnungsmangels hat sich die Stadtverwaltung monatelang für Geschosswohnungen ausgesprochen – und damit jedes Mal Proteste der Anwohner geerntet. Denn für diese kamen Geschosswohnungen aus vielerlei Gründen nicht infrage. Zum einen würden ihrer Meinung nach diese nicht ins Bild des Wohngebiets passen, und darüber hinaus würde sich die angespannte Parkplatzsituation noch mehr verschärfen.

Jeweils 158 Quadratmeter Wohnfläche

Nun hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung eine Antwort auf die Frage gefunden, was in der Straße „In den Hauern“ gebaut werden soll. Die Antwort lautet: zwei Doppelhäuser, sprich insgesamt vier Doppelhaushälften mit jeweils 158 Quadratmetern Wohnfläche. Die Häuser sind so konzipiert, dass sie zweigeschossig gebaut und mit einem Flachdach versehen werden. Jede Wohneinheit verfügt über eine Garage und einen ebenerdigen Stellplatz.

Anwohner meldeten sich zu Wort

Zu Beginn der Sitzung meldeten sich Anwohner zu Wort. So wollte beispielsweise ein Bürger wissen, warum nicht darüber abgestimmt werde, ob die nach dem gültigen Bebauungsplan vorgesehene Konzeption, auf deren Grundlage die Stadt die Grundstücke von den Alt-Eigentümern unentgeltlich erhalten hat, umgesetzt werden soll. Diese war einst als Gemeinbedarfsfläche vorgesehen – und nicht als Fläche für Wohnungsbau, mit der die Stadt Geld verdienen kann. „Sie sprechen einen Vorgang an, der über 40 Jahre zurückliegt, und Sie glauben, obwohl Sie nicht beteiligt an der damaligen Umlegung waren, das jetzt zum Thema machen zu können“, sagte der Erste Bürgermeister Thomas Deißler. „Diese Umlegung damals hat mit dem heutigen Bebauungsplan nichts zu tun.“ Weiter sagte Deißler: „Und jetzt fragen Sie, warum nicht nach einem gültigen Plan? Weil wir von Anfang an der Meinung waren, dass diese Baulücke geschlossen werden soll.“

Aufgrund der Wohnungsnot will die Stadt bauen

Die Wasserversorgungseinrichtungen, die es auf dem Grundstück gibt, sind nach Deißlers Angaben entbehrlich. Und aufgrund der Wohnungsnot, die allerorts herrscht, habe die Stadt sich dazu entschieden, dieses Grundstück baulich zu nutzen. „Das wäre nach dem alten Bebauungsplan nicht möglich, und deshalb gibt es einen neuen städtebaulichen Entwurf.“

Zu Wort meldete sich auch Ulrich Leicht, der Sprecher der Bürgerinitiative gegen das Wohnbauprojekt. „Ist auf dem Nachbargrundstück zu dem ausgewiesenen Spielplatz im Bebauungsplan ein Kindergarten vorgesehen?“, wollte Leicht wissen. „Dieser Bebauungsplan wurde bis heute nicht geändert, aber es stehen zufälligerweise drei Häuser drauf.“ Auch erinnerte er daran, dass er vergangenes Jahr bei der Übergabe der Liste mit den Unterschriften Oberbürgermeister Michael Scharmann direkt darauf angesprochen habe. Und zwar, wie er gedenke, diesen Vorgang zugunsten der Umlegungsbeteiligten damals zu heilen. „Daraufhin habe ich leider nichts mehr gehört, außer, dass er unter Ihrem Vorgänger passiert ist“, sagte Leicht.

Erster Bürgermeister: „Ich kann’s selber auch nicht erklären“

„Sie haben recht, die Gemeinbedarf-Fläche ist teilweise überbaut worden vor unserer Zeit, dafür sind wir nicht verfänglich verantwortlich“, sagte der Erste Bürgermeister. Man müsse damit umgehen. „Ich kann’s selber auch nicht erklären, wie das damals passiert ist, deswegen machen wir diesen Fehler nicht noch mal und ändern den Bebauungsplan, weil das den rechtlichen Grundlagen für eine Vorgehensweise entspricht.“

Alternativplan der Anwohner: Ein Generationenhaus

Darüber hinaus erinnerte Ulrich Leicht an einen ausgearbeiteten Entwurf für ein Generationenhaus, den er an die Verwaltung geschickt hatte. „Wurde der Entwurf jemals berücksichtigt?“, fragte er. Der Entwurf sei gar nicht berücksichtigt worden, so Deißler. Nämlich: „Weil der von Ihnen ist und der Zielsetzung von der Stadt widerspricht.“ Auch müsse die Stadtverwaltung nichts heilen, weil sie nicht verpflichtet ist, städtebauliche Entwürfe von Privatpersonen zum Gegenstand zu machen, sagte er. Und machte darauf aufmerksam, dass der Generationenpark Ziel der Bürgerinitiative sei, nicht das der Stadtverwaltung. Insofern werde das keine Änderung des Bebauungsplans bewirken, so Deißler. „Ich kann das nachvollziehen, dass es Ihnen lieber wäre, weil die Grünfläche erhalten bliebe, aber die städtebauliche Zielsetzung der Stadt ist eine andere.“

Tier- und Naturschutz 

Für Oskar Merker war in der Bürgerfragestunde der Aspekt Tierschutz und präziser Bebauungsplan von großer Bedeutung. Er machte auf die Bäume aus den 1970er Jahren und auf die Waldohreule aufmerksam. Thomas Deißler begrüßte die Anmerkungen, doch es sei noch zu früh. „Heute geht es aber noch gar nicht um den Bebauungsplan“, sagte er. „Wir haben ja nicht mal den Ausstellungsbeschluss gefasst, deswegen kann ich Ihnen auch heute gar nicht sagen, wie die Festsetzungen aussehen, die ergeben sich im Laufe des Verfahrens.“ Merker werde noch oft Gelegenheit haben, seinen Vortrag zu wiederholen.

Ob Reihenhäuser, Doppelhäuser, dreigeschossige oder zweigeschossige Gebäude oder aber Stadtvillen – welche Art von Gebäude sich für das geplante Großheppacher Baugebiet „In den Hauern“ eignet, wird seit langem heiß diskutiert. Wegen des akuten Wohnungsmangels hat sich die Stadtverwaltung monatelang für Geschosswohnungen ausgesprochen – und damit jedes Mal Proteste der Anwohner geerntet. Denn für diese kamen Geschosswohnungen aus vielerlei Gründen nicht infrage. Zum einen würden ihrer Meinung

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