Weinstadt

Neuer Biergarten in Weinstadt-Endersbach

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„Meine Philosophie ist, in einem Biergarten Jung und Alt zusammenzubringen“: Der in Fellbach aufgewachsene Pächter Diego H. Husaini (28, rechts) will mit seinem Biergarten zum Steinbruch alle Generationen ansprechen – und ein gutes Verhältnis zu den Nachbarn im Trappeler pflegen. © ZVW/Gabriel Habermann

Weinstadt-Endersbach. Er verkauft Steaks und Salate, Wein aus dem Remstal und selbst gemachte Limonaden mit frischen Früchten: Diego H. Husaini bietet in seinem neuen Biergarten zum Steinbruch in Endersbach mehr als nur das klassische Programm aus Wurstsalat und Bier. Der 28-Jährige will dauerhaft in Weinstadt bleiben – und nächstes Jahr möchte er bauen.

Maracuja-Cranberry, Limette-Minze, Erdbeer-Gurke: Die selbst gemixten Limonaden, die Diego H. Husaini vor den Augen seinen Kunden zubereitet, schmecken nach Sommer. Es ist ein warmer Nachmittag, etwa 30 Menschen sitzen auf den Bierbänken, hier am Steinbruch am Rand des Endersbacher Wohngebiets Trappeler. Viele Weinstädter sind da, unter anderem auch Dietmar Ißler, der Leiter des Rechnungsprüfungsamts der Stadt Weinstadt, und Baubürgermeister Thomas Deißler. Letzterer träumte schon vor Jahren davon, einen Biergarten nach Endersbach zu holen.

Damals favorisierte er noch das Gewerbegebiet Birkel-Areal, nun ist der Biergarten in unmittelbarer Nachbarschaft, im Steinbruch entstanden. Dort war mal im Rahmen der Remstal-Gartenschau ein Wohnmobil-Stellplatz vorgesehen, was aus Gründen des Naturschutzes dann aber nicht mehr weiterverfolgt wurde. Jetzt lockt dafür der Biergarten, im Schnitt kommen laut Husaini pro Tag 300 Gäste. Für den 28-Jährigen ist der Biergarten der erste Schritt in die Selbstständigkeit – und den hat er bisher nicht bereut. „Ich bin begeistert von dem Publikum hier.“

Zehn Jahre Erfahrung in der Gastronomie hat Diego H. Husaini (das H. steht übrigens für seinen Vornamen Hanif, Diego ist sein Spitzname) gesammelt, zuletzt als angestellter Betriebsleiter in einem großen Lokal. Dann hat sich für den 28-Jährigen die Möglichkeit ergeben, sich selbstständig zu machen, dank eines Geschäftspartners, der in den Biergarten zum Steinbruch investiert hat. Der soll nämlich nicht nur während der Gartenschau provisorisch betrieben werden, sondern dauerhaft in Endersbach bleiben. Erklärtes Ziel ist es, nach Ende der Gartenschau-Saison im Oktober ein festes Gebäude zu errichten.

Auch jetzt ist freilich schon alles da, was ein Biergarten braucht. Vier Festangestellte hat Diego H. Husaini, dazu Teilzeitkräfte, die meisten von ihnen Studenten. 15 Leute sind im Schnitt an einem Tag im Einsatz, schließlich wird auch frisch gekocht. Dadurch, sagt der 28-Jährige, ist es zwischen 18 und 20 Uhr ganz normal, dass Besucher auf ein warmes Essen wie ein Steak oder einen Burger bis zu 30 Minuten warten müssen. Oder dass ein Gericht mal ausgeht. Der Biergarten-Pächter legt laut eigenem Bekunden mehr Wert auf Qualität als auf Quantität, weshalb er sich bewusst für nur 200 Sitzplätze entschieden habe. Klein und schnuckelig soll sein Biergarten sein – und alle Generationen sollen sich wohlfühlen: „Meine Philosophie ist, in einem Biergarten Jung und Alt zusammenzubringen.“

Regionale Produkte auf der Karte

Diego H. Husaini hat an alle gedacht. Vegetarier bekommen bei ihm nicht nur selbst gemachte Salate, sondern zum Beispiel auch vegetarische Maultaschen. Die Weine stammen von Wilhelm Kern aus Rommelshausen, der vegane Eistee der Marke „Founders Tea Club“ aus Waiblingen. „Wir arbeiten viel mit regionalen Produkten.“ Beim Bier setzt Husaini auf Produkte aus Bayern, dem Stammland der Biergartenkultur: Bei ihm gibt es die traditionellen Münchner Marken Paulaner sowie Hacker-Pschorr. Serviert werden die Speisen auf Schieferplatten und in Steinschalen, passend zum Steinbruch, ebenso wie die Namen der Gerichte. Der Maultaschen-Burger heißt bei Diego H. Husaini deshalb auch Marmor-Burger.

Die Lage des Biergartens gefällt dem 28-Jährigen sehr. Direkt neben ihm werden die Zugvögel Kanus verleihen, schließlich befindet sich die Bootsanleger-Stelle an der Rems nicht weit entfernt. Und auf der anderen Seite haben Ehrenamtliche im Rahmen der Gartenschau eine mehrere Meter große Weidenkuppel errichtet. Neun Erwachsene und zwei Kinder hätten hier angepackt, erzählt der Pächter.



Sehr wichtig ist Diego H. Husaini ein guter Draht zur Nachbarschaft im Wohngebiet Trappeler. Darum endet der tägliche Ausschank laut seinen Angaben auch schon um 21.30 Uhr, damit dann pünktlich um 22 Uhr der Betrieb geschlossen werden kann. „Ich will die Nachbarn als Freunde haben und nicht als Feinde.“

„Die Stadt unterstützt die Idee eines Biergartens am Steinbruch und kann sich vorstellen, dass auch für die Zeit nach der Gartenschau ein entsprechendes Angebot aufrechterhalten wird“, teilt Jochen Beglau vom Amt für Öffentlichkeitsarbeit, Kultur und Stadtmarketing mit.


Wann hat der Biergarten geöffnet?

Warum nur hatte der neue Biergarten zum Steinbruch in Endersbach am Sonntag geschlossen? Das fragten sich nicht wenige Bürger. Pächter Diego H. Husaini sagte im Gespräch mit unserer Zeitung, dass er jeden Tag von 11 bis 22 Uhr geöffnet hat – und genau das schrieben wir auch in unserem Artikel.

Das ist auch nicht falsch, allerdings fehlt hier eine wichtige Ergänzung. Diego H. Husaini vergaß im Gespräch zu erwähnen, dass er nur ab 15 Grad Celsius und bei halbwegs gutem Wetter öffnet. Jeden Tag um 8 Uhr in der Früh entscheidet er anhand der aktuellen Wetterprognose – und diese gab am Sonntag an, dass es tagsüber regnerisch und kalt sein würde. Im Nachhinein zeigte sich, dass das Wetter dann doch besser wurde als prognostiziert.

Diego H. Husaini betont, dass jeder ihn jederzeit auf dem Handy anrufen darf, wenn er sich unsicher ist, ob der Biergarten offen ist – und zwar unter 0173/2080054. Auch unter Google wird laut dem 28-Jährigen tagesaktuell angezeigt, ob sein Biergarten in der Birkelstraße 34 von 11 bis 22 geöffnet hat oder nicht. Die Küche schließt gegen 21.15 Uhr, der Ausschank endet mit Rücksicht auf die Nachbarn im Trappeler gegen 21.30 Uhr.