Weinstadt

Neues Löschfahrzeug: Feuerwehr in Weinstadt schult Einsatzkräfte wegen Corona per Video

FFW Beutelsbach
Christoph Roller erklärt den Kameraden und Kameradinnen das neue Fahrzeug, Thomas Schiller nimmt ihn dabei auf. © Benjamin Büttner

Bei einem Feuerwehreinsatz zählt oft jede Sekunde. Die Einsatzkräfte stehen unter Stress, die körperliche Belastung in voller Montur ist groß. Da spielen Automatismen eine wichtige Rolle: Jeder muss aus dem Effeff wissen, wo am Wagen sich welches Werkzeug, welcher Schlauch, welche Axt befinden. Das neue 16 Tonnen schwere Löschfahrzeug, das die Freiwillige Feuerwehr Anfang Juli übernommen hat, wird deshalb von allen intensiv unter die Lupe genommen. Weil aber wegen der Corona-Pandemie noch immer strenge Hygiene- und Abstandsregeln gelten, schulen die Weinstädter ihre Kameradinnen und Kameraden auch per Video.

Das neue Fahrzeug wird hauptsächlich zur Brandbekämpfung eingesetzt

Neu ist einiges an dem neuen, 300 PS starken Mercedes mit Baujahr 2021, der einen altgedienten Wagen aus dem Jahr 1996 ersetzt. Das neue Löschfahrzeug mit einer Pumpenleistung von 2000 Litern pro Minute (Bezeichnung: LF20) wird hauptsächlich zur Brandbekämpfung eingesetzt. Es fasst neun Einsatzkräfte, hat einen Dieselmotor (Euro 6) und ein Automatikgetriebe – das alte war noch ein „Schalter“. Im neuen Wagen ist naturgemäß viel mehr Technik verbaut, das ist ganz deutlich im Führerhaus zu sehen.

Und auch die Ausrüstung – so ein Feuerwehrauto ist ja ein überdimensionaler Werkzeugkasten – sitzt nicht überall am selben Platz und ist sogar noch um Gasmessgeräte, ein Dreibein für die Rettung aus Schächten oder eine – Achtung Zungenbrecher! – „Schwerlastschleifkorbtrage“ ergänzt worden.

Wegen Corona: Geübt wird nur in Zehner-Gruppen, einmal im Monat

Es ist also wichtig, dass die 232 überwiegend ehrenamtlichen Einsatzkräfte in Weinstadt das neue Fahrzeug ganz genau kennenlernen, ehe es im August in Betrieb genommen wird. Weil die Feuerwehr aber Corona-Infektionen und Quarantäne-Anordnungen unbedingt vermeiden will und noch nicht alle Angehörigen vollständig geimpft sind, gelten strenge Regeln: Geübt wird nur in Zehner-Gruppen einmal im Monat, mit FFP2-Maske und Schnelltest.

Weil die gemeinsame Zeit so knapp bemessen ist, schult die Feuerwehr ihre Mitglieder auf Distanz, per Video. Am Mittwochabend ist das neue Fahrzeug vor dem Feuerwehrhaus in Beutelsbach geparkt. Die Türen und Schubladen sind geöffnet. Zugführer Christoph Roller erklärt, wo welche Werkzeuge verstaut sind. Aufgenommen wird er dabei von Feuerwehrmann Thomas Schiller, Mitglied des Videoteams der Feuerwehr. Die Vorstellung des neuen Wagens wird später per Link allen Einsatzkräften zur Verfügung gestellt, ehe sie mit ihrer Kleingruppe vor Ort damit üben dürfen.

Die Kameradschaft bleibt zurzeit noch auf der Strecke

Das Fachliche wird über diese spärlich gesäten Übungen, die professionell aufbereiteten Videos und Online-Treffen aufgefangen, das Soziale bleibt vorerst auf der Strecke. Das Interesse der Feuerwehrleute an dem neuen Wagen sei riesig, sagt Christoph Roller, das Video werde sicher gut angenommen. Schöner wäre es natürlich für alle, wenn sich die ganze Truppe um den Wagen versammeln dürfte, um zu fachsimpeln, räumt Thomas Schiller ein: „Kameradschaft ist sehr, sehr wichtig in der Feuerwehr, man vertraut jedem blind.“

Bei einem Feuerwehreinsatz zählt oft jede Sekunde. Die Einsatzkräfte stehen unter Stress, die körperliche Belastung in voller Montur ist groß. Da spielen Automatismen eine wichtige Rolle: Jeder muss aus dem Effeff wissen, wo am Wagen sich welches Werkzeug, welcher Schlauch, welche Axt befinden. Das neue 16 Tonnen schwere Löschfahrzeug, das die Freiwillige Feuerwehr Anfang Juli übernommen hat, wird deshalb von allen intensiv unter die Lupe genommen. Weil aber wegen der Corona-Pandemie noch

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