Weinstadt

Ponys auf dem Dach? Zoomarkt Finkbeiner aus Weinstadt reagiert auf Peta-Kritik

Finkbeiner Ponys
Die Ponys sind inzwischen schon wieder auf ihrer Sommerkoppel angekommen. © Thomas Finkbeiner

Ein Weinstädter Zoohandel, der neben kleinen Heimtieren auch Ponys vertreibt und diese auch noch „auf Minifläche eingesperrt“ auf einer Dachterrasse hält? Eine aktuelle Pressemitteilung der Tierrechtsorganisation Peta erweckt diesen Anschein.

Die Nachfrage beim Marktbetreiber und dem Veterinäramt zeigt aber: Die Dinge liegen eben doch ein bisschen anders. Und die drei kleinen Mini-Shetland-Ponys stehen auch schon wieder auf ihrer Sommerweide.

Aus dem Schrebergarten an die B 29 nach Weinstadt

Zum Verkauf hätten die drei kleinen Tiere, die aufgrund ihrer Rasse ungefähr die Größe eines etwas größeren Hundes haben, zu keiner Zeit gestanden, stellt Zoomarkt-Betreiber Thomas Finkbeiner klar.

Seine Familie habe zwei der Pferdchen vor mehr als 20 Jahren selbst aus schlechter Haltung in einem Schrebergarten zu sich geholt – kurz darauf erblickte Fohlen „Diego“ auf der großen, als Garten eingerichteten Dachterrasse des Zoomarktes Finkbeiner nahe der B 29 das Licht der Welt.

Ponys nur im Winter im Stall

Dort oben hat die Familie den drei kleinen Ponys eine Art Offenstall mit befestigtem Auslauf gebaut. „Das war auch alles genehmigt“, versichert der Besitzer. Regelmäßig habe das Veterinäramt Kontrollen durchgeführt – auch, weil immer wieder Menschen beim Landkreis anriefen und wegen der Pony-Haltung Bedenken äußerten.

Auch wenn die Tiere sich schnell an die Fahrten hoch und runter mit dem Lastenaufzug gewöhnt hätten, sei dieser Stall nie als dauerhaftes Quartier benutzt worden, so Finkbeiner. Von Mai bis November leben die drei Ponys seit jeher in einer Herde mit anderen Pferden auf einer großen Koppel im Raum Backnang.

Besitzer bemühen sich um artgerechte Haltung

Nur im Winter sei es dort für die drei Winzlinge einfach zu matschig, sagt Thomas Finkbeiner. Deshalb wurde der Stall auf der Dachterrasse zum Winterquartier – nicht nur diesen Winter, sondern jedes Jahr seit bald 25 Jahren. „Unsere Kunden kennen die Ponys ja“, sagt er.

Gerade die Kinder seien im Frühling immer ganz traurig, wenn die Ponys nicht mehr da seien. Aber es sei für die artgerechte Haltung eben unbedingt nötig, dass die Tiere so viel Zeit vom Jahr wie möglich auf der Wiese und in der Herde verbrächten, so der Marktbetreiber.

Ponys kehren nicht mehr nach Weinstadt zurück

Dieses Jahr sind die Ponys etwas später als sonst die Reise nach Backnang angetreten: Der Zahnarzt musste erst noch kommen. Zurückkehren werden die Mini-Shettys diesen Winter nicht mehr: Es habe sich jetzt nach längerer Suche ein guter Platz auf einem Gnadenhof gefunden, wo die Tiere auch im Winter ein geschütztes Plätzchen haben werden.

Schon länger habe seine Familie nach so einer dauerhaften Lösung gesucht. Weil die Ponys aber inzwischen ziemlich alt sind und immer wieder tierärztliche Betreuung benötigen, sei es nicht leicht gewesen, so einen Platz zu finden.

Viele Meldungen beim Veterinäramt zu den Ponys über die Jahre

Das Veterinäramt bestätigt die Schilderung des Zoomarkt-Betreibers auf Nachfrage unserer Redaktion. „Das Veterinäramt kennt den Betrieb und kennt die Tiere“, so Gerd Holzwarth, Leiter des Dezernats vier für Forst, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Vermessung beim Landkreis Rems-Murr.

Das Amt habe die Winterhaltung auf der Dachterrasse „im Blick“ gehabt, auch weil immer wieder Meldungen wegen der Ponys auf der Dachterrasse bei ihnen eingegangen seien: „Das Veterinäramt geht jedem Hinweis nach.“

Neuer Winterstall als gute Lösung 

Die Haltung auf dem Dach sei durchaus „nicht optimal“, so Holzwarth, aber bisher habe es aus Sicht des Veterinäramts keinen Grund zum Einschreiten gegeben. Holzwarth stimmt dem Halter auch darin zu, dass die Haltung während des Winters auf einer matschigen Koppel für die drei alten Ponys nicht geeignet wäre.

Dass sich nun doch mit dem neuen Einstellplatz für den Winter eine Lösung gefunden hat, die sowohl Menschen als auch Ponys glücklich machen dürfte, begrüßt das Veterinäramt. Auch Thomas Finkbeiner hofft, dass damit alle Gemüter besänftigt sein werden. In seinem Markt stünden immer die Tiere an erster Stelle, versichert der Zoomarkt-Betreiber. „Ich finde es eigentlich gut, was Peta macht“, sagt er.

Ein Weinstädter Zoohandel, der neben kleinen Heimtieren auch Ponys vertreibt und diese auch noch „auf Minifläche eingesperrt“ auf einer Dachterrasse hält? Eine aktuelle Pressemitteilung der Tierrechtsorganisation Peta erweckt diesen Anschein.

Die Nachfrage beim Marktbetreiber und dem Veterinäramt zeigt aber: Die Dinge liegen eben doch ein bisschen anders. Und die drei kleinen Mini-Shetland-Ponys stehen auch schon wieder auf ihrer Sommerweide.

Aus dem Schrebergarten an

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