Weinstadt

Quelle saniert für besseres Trinkwasser in Weinstadt und Kernen

Ofenbachquelle
Begehung der Offenbachquelle mit Vertretern aus Weinstadt und Kernen am Dienstagabend. © Benjamin Büttner

Zufriedene Gesichter trugen am Dienstagnachmittag sowohl der Weinstädter Oberbürgermeister Michael Scharmann wie auch sein Kernener Amtskollege Benedikt Paulowitsch zur Schau. Das, was sie bei der Begehung der Baustelle an der Offenbachquelle zwischen Baach und Baltmannsweiler gesehen haben, fand bei den Gemeindechefs ganz offensichtlich Gefallen.

Die Quelle wird gerade von einer Spezialfirma aus dem Allgäu aufwendig saniert. Sie wird vom Wasserverband Endersbach-Rommelshausen betrieben, der Verband hat für die Sanierung 365.000 Euro vorgesehen. Ein Betrag, der nach Ansicht von Thomas Maier, dem Chef der Stadtwerke Weinstadt, gut investiert ist, damit auch in Zukunft die Versorgung von Weinstadt und Kernen mit Trink- und Brauchwasser gesichert ist.

Baumwurzeln verändern Böden rund um die Quellen

Seit 1977 sind die Stadtwerke Weinstadt für den Betrieb des Wasserverbandes zuständig. Er trägt rund 15 Prozent zur Wasserversorgung von Kernen bei, sechs Prozent zu der von Weinstadt. Nachdem die Quellen des Wasserverbandes nahezu hundert Jahre lang anstandslos Wasser lieferten, hatte man in den vergangenen Jahren verstärkt mit abnehmender Wasserqualität, zurückgehender Schüttung und zunehmendem Sandeintrag in die Quellen und das Leitungsnetz zu kämpfen.

Die Ursache dafür hatten die Stadtwerke Weinstadt mit Unterstützung des Ingenieurbüros für Wasserversorgung und Umwelttechnik Bieske und Partner schnell gefunden: Im Laufe der Jahrzehnte hatten Bäume von den Flächen der Quellstandorte Besitz ergriffen und die Böden durchwurzelt. Die Wurzeln wirkten wie eine Dränage. Dies hatte zweierlei Folgen. Zum einen wurde immer mehr Wasser um die eingefassten Quellen herum geleitet, so dass zum Beispiel die Schüttung der Offenbachquelle von ursprünglich 4,5 Litern pro Sekunde auf 2 Liter sank.

Insgesamt fünf Quellen müssen saniert werden

Zum anderen erhielten die Quellen zunehmend Oberflächen-, also Regenwasser, das Sand- und sonstige unerwünschte Bestandteile mitbrachte. Um dagegen vorzugehen, hätten entweder eine Wasseraufbereitungsanlage gebaut oder die Quellen des Wasserverbandes saniert werden müssen. In ihrer Sitzung im November 2016 entschied sich die Verbandsversammlung für eine Sanierung ihrer insgesamt fünf Quellen.

Den Anfang machte der Guggenbrunnen, jetzt ist auch die Offenbachquelle an der Reihe. Parallel dazu werden die Stadtwerke Weinstadt auch ihre eigenen Quellen sanieren, die weitere 15 Prozent der circa 1,2 Millionen Kubikmeter Wasser liefern, die im Versorgungsgebiet von Bevölkerung, Handwerk und Industrie verbraucht werden. Insgesamt, so Thomas Maier, stelle dies ein auf Jahrzehnte angelegtes Vorhaben dar, um die Trinkwasserversorgung auch in den kommenden hundert Jahren zu sichern.

Seit über hundert Jahren kommt hier Trinkwasser her

Der Wasserverband Endersbach-Rommelshausen wurde im Dezember 1906 von den beiden damals noch selbstständigen Gemeinden gegründet. Er erwarb noch im selben Jahr den Guggenbrunnen und in den darauffolgenden Jahren die Dachsrainquelle. 1908 begann der Bau der sieben Kilometer langen Wasserleitung zwischen Schnait und der Verteilerstation in Endersbach.

Um der ständig steigenden Nachfrage nach Wasser gerecht zu werden, erfasste der Wasserverband 1927 auf den Gemarkungen von Baach und Baltmannsweiler die Vogt-, Offenbach- und die Mausbrunnenquelle. An das öffentliche Leitungsnetz wurden damals nur die Vogt- und die Offenbachquelle angeschlossen. Um auch die Mausbrunnen-Quelle für die Wasserversorgung nutzen zu können, wurde in den sechziger Jahren das Pumpwerk beim „Käppele“ gebaut.

Zufriedene Gesichter trugen am Dienstagnachmittag sowohl der Weinstädter Oberbürgermeister Michael Scharmann wie auch sein Kernener Amtskollege Benedikt Paulowitsch zur Schau. Das, was sie bei der Begehung der Baustelle an der Offenbachquelle zwischen Baach und Baltmannsweiler gesehen haben, fand bei den Gemeindechefs ganz offensichtlich Gefallen.

Die Quelle wird gerade von einer Spezialfirma aus dem Allgäu aufwendig saniert. Sie wird vom Wasserverband Endersbach-Rommelshausen

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