Weinstadt

Rauchverbot wegen Corona: Schwerer Start für Shisha-Bars in Weinstadt

Velvet
Die Gäste genießen ihre Wasserpfeifen vor der Shisha-Lounge Velvet in der Strümpfelbacher Straße. © Gabriel Habermann

Zwei Shisha-Bars gibt es in der Endersbacher Ortsmitte, die Fuqa-Lounge und die Velvet-Lounge. Erst seit dieser Woche ist das Kerngeschäft der Lokale, die Wasserpfeife am Tisch, wieder erlaubt. Zumindest theoretisch. Denn drinnen gilt – wie auch in Kneipen – noch immer strenges Rauchverbot. Doch auch im Außenbereich dürfen die Pfeifen nicht ohne Einschränkungen gereicht werden. Die Fuqa macht erst gar nicht auf.

Vor der Velvet-Lounge wird geraucht, die Fuqa-Lounge bleibt zu

Die beiden Shishabar-Betreiber Özgür Akilli (Velvet) und Mikail Cenk (Fuqa) verstehen sich nicht als Konkurrenten. „Wir sind Freunde. Normalerweise schicken wir uns gegenseitig die Kunden“, sagt Mikail Cenk. Doch das ist aktuell schwer möglich. Denn während vor der Velvet-Lounge gegenüber dem Restaurant Di Meglio die Wasserpfeifen schon fröhlich vor sich hinblubbern und die Gäste genießerisch den süßen Rauch in die Luft blasen, gibt’s weiter vorn am Viadukt in der Fuqa-Lounge weder „Doppelapfel“ noch „Traube-Minze“ oder irgendeine andere Tabaksorte zu bestellen. Die Bar in der ehemaligen „Fregatte“ ist nämlich noch geschlossen.

Das liegt aber nicht an der Corona-Verordnung, die besagt, dass Shisha- und Raucherbars analog zu Gaststätten öffnen dürfen und die das Rauchen im Freien gestattet, sondern am Weinstädter Stadtrecht. Während Velvet-Chef Özgür Akilli die „Notlösung“ im Freien nutzt, ist das für Fuqa-Betreiber Mikail Cenk nicht möglich.

Die Menschen kommen nicht für Cocktails, sondern für Wasserpfeifen

Pressesprecher Holger Niederberger erklärt auf Anfrage unserer Zeitung: „Die Regelungen des Landes gelten auch in Weinstadt, die Shisha-Bars dürfen also grundsätzlich von 6 Uhr bis ein Uhr nachts geöffnet sein“. Geraucht werden dürfe im Außenbereich aber nur auf privater Fläche. Der Knackpunkt: „Velvet verfügt über eine Außenwirtschaft auf privater Fläche, die Fuqa hat keine Außenbewirtschaftung auf privater Fläche.“

Zwar hatte Mikael Cenk für die Fuqa in der Vergangenheit schon eine entsprechende Genehmigung beantragt und durfte seine Gäste auch außen bewirten – seine Tische standen auf dem Platz, auf dem üblicherweise der Maibaum aufgestellt wird –, Wasserpfeifen durfte er hier aber zuletzt nicht mehr ausgeben. In einer „Richtlinie im Stadtrecht“ sei dieses Rauchverbot geregelt, teilt Holger Niederberger mit.

OB Michael Scharmanns Allgemeinverfügung aus dem Jahr 2019 

Oberbürgermeister Michael Scharmann hatte erst im März 2019 eine Allgemeinverfügung (PDF-Download) erlassen, die Shishas im Gastgewerbe nur in Lokalen erlaubt, die strenge Regeln insbesondere zur kohlenstoffmonoxidhaltigen Abluft einhalten. Schon dass der süßliche, aber auch schädliche Dampf draußen überhaupt wahrgenommen wird, soll vermieden werden.

Entsprechend ist auch eine Anfrage des Fuqa-Betreibers bei der Stadt abgelehnt worden, ob nach der langen Corona-Zwangspause nicht eine Ausnahmegenehmigung im öffentlichen Außenbereich möglich sei. Mikael Cenk lässt seine Bar deshalb vorerst zu: „Es lohnt sich nicht ohne Shisha.“ Die Menschen kämen eben nicht für Cocktails oder Bier in die Lounge, sondern wegen der Wasserpfeifen, der Spieltische und -Automaten, sagt er.

Fuqa-Chef sieht seinen Betrieb in Gefahr

Nach langen Jahren ständigen Wechsels in der Ex-„Fregatte“ ist er seit 2018 der erste konstante Pächter mit einem guten, funktionierenden Konzept. Jetzt sieht er sein Geschäft in Gefahr. Einige seiner Kollegen hätten schon hingeschmissen.

Cenks Freund Özgür Akilli mit seiner Velvet-Lounge gehört nicht dazu. Sein Lokal ist bereits geöffnet. Wenn das Wetter passt, sind die Plätze im Außenbereich voll belegt. Allerdings nur bis 22 Uhr, dann müssten die Gäste eigentlich ins Innere umziehen – doch Özgür Akilli macht lieber Feierabend.

Bis ein Uhr zu öffnen macht für den Velvet-Chef keinen Sinn

„Dass wir bis ein Uhr öffnen dürfen, bringt uns ja nichts, wenn wir keine Shishas anbieten dürfen“, berichtet er. „Eigentlich geht's bei uns im Innenbereich mehr ab.“ Am Wochenende ab 21 Uhr fülle sich sein Lokal üblicherweise erst. Die „Lounge“ gleiche dann mehr einem Club, mit Musik und feiernden Menschen – zumindest war das vor Corona so.

„Ich bin froh, dass wenigstens ein bisschen was passiert“, sagt Özgür Akilli, doch mit den ganzen Einschränkungen sei der Aufwand groß. Richtig ins Laufen käme sein Lokal erst, wenn das Shisha-Rauchen auch drinnen wieder möglich sei. Das aktuelle Verbot kann er nur schwer nachvollziehen, schließlich seien ja alle Gäste negativ getestet und die Lüftungsanlage sei für mehr als 100 Personen und 35 Shishas konzipiert. Sie tauscht die Raumluft laut Akilli alle vier Minuten komplett aus: „Das ist wie in einem Flugzeug.“ In die Velvet-Lounge hineingelassen würden derzeit ohnehin maximal 28 Personen. 14 Shishas seien die Obergrenze.

Hoffen auf weitere Lockerungen

Er und Fuqa-Chef Mikail Cenk hoffen, dass bald weitere Lockerungen folgen und „dass so schnell wie möglich alle geimpft sind“. Nachdem ihnen das Hauptgeschäft in den Wintermonaten flöten gegangen ist, wollen sie endlich wieder voll durchstarten.

Zwei Shisha-Bars gibt es in der Endersbacher Ortsmitte, die Fuqa-Lounge und die Velvet-Lounge. Erst seit dieser Woche ist das Kerngeschäft der Lokale, die Wasserpfeife am Tisch, wieder erlaubt. Zumindest theoretisch. Denn drinnen gilt – wie auch in Kneipen – noch immer strenges Rauchverbot. Doch auch im Außenbereich dürfen die Pfeifen nicht ohne Einschränkungen gereicht werden. Die Fuqa macht erst gar nicht auf.

Vor der Velvet-Lounge wird geraucht, die Fuqa-Lounge bleibt

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 6,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper