Weinstadt

Schüler jagen Häkel-Weltrekord

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Die Kinder der Clemensschule und Susanna Kando, die das Projekt betreut, hoffen, einen Weltrekord gehäkelt zu haben. © Habermann / ZVW

Weinstadt-Endersbach. Seit Mai 2016 haben die Schüler der Clemens-Schule an einem Rekordversuch gehäkelt: die längste Luftmaschenschnur der Welt. 170 Kilometer lang ist sie –nun wurden unabhängige Gutachter in die Schule eingeladen.

Im Video: Die Schüler der Clemensschule häkeln seit Mai 2016 an einer Schnur – sie ist 170 Kilometer lang

Vor zwei Jahren kamen die Schüler der „Lernen lernen“-AG der Clemensschule auf die Idee, die längste Luftmaschenschnur der Welt zu häkeln. Der Grund: Es ist einfach und macht Spaß. Zu diesem Zeitpunkt lag der Rekord bei 130 Kilometern. Da geht noch mehr, dachten sich die Kinder und stellten ihre Idee beim Sommerfest der Schulfamilie vor. Nach Rücksprache mit dem Direktor wurde im November 2016 eine Häkel-AG ins Leben gerufen. Die AG wuchs und wuchs und im Laufe der nächsten Monate wurden immer mehr gehäkelte Knäuel abgegeben.

Zahlreiche Wollspenden gehen in der Schule ein

Dank privater und durch die Firma MEZ zur Verfügung gestellter Wollspenden blieben die Kinder auch über die Sommerferien an ihrem Rekordversuch dran. Eltern, Kinder und Großeltern hatte das Häkelfieber gepackt: „Nach den Sommerferien 2017 wurden rund 30 Kilogramm Häkelknäuel abgegeben“, sagt Susanna Kando, Mutter von Zwillingen an der Clemensschule. Sie betreut das Projekt aktiv und ist schon ganz aufgeregt, ob es mit dem Weltrekord klappen wird.

Im Dezember 2017 fand die Häkel-AG mit einer Weihnachtsfeier ihr vorläufiges Ende, denn die Rekordlänge von 130 Kilometern war erreicht. „Alles, was seitdem abgegeben wurde, kommt jetzt noch oben drauf“, sagt Susanna Kando.

Für das Guinness-Buch der Rekorde wird es höchstwahrscheinlich nicht reichen: „Die haben unheimlich strenge Auflagen und im Grunde geht es bei uns ja um nichts Ernsthaftes. Die Kinder, die gemeinsam erreichte Leistung und der Spaß stehen bei uns im Vordergrund“, sagt Susanna Kando.

Um das Ziel, den Weltrekord, dennoch zu erreichen, wurden am Dienstagnachmittag vier unabhängige Zeugen in die Clemensschule eingeladen: Josef Dlapal, pensionierter Notar der Stadt Weinstadt, Dietmar Ißler, Leiter des Rechnungs- und Prüfungsamts Weinstadt, Jutta Paal, Ehefrau des Landtagsabgeordneten Claus Paal, und Dora Kittler, ehemalige Sekretärin des früheren Bürgermeisters Jürgen Hofer.

Wenn sie bestätigt haben, dass alles mit rechten Dingen zuging, soll der Versuch im „Alternativen Buch der Rekorde“ aufgenommen werden. Das wird ebenfalls von Engländern verlegt, hat aber weniger strenge Kriterien und ist auf besonders verrückte Rekorde spezialisiert. Ob es reicht, erfahren die Kinder und ihre Eltern in ein bis zwei Monaten. „Jetzt gehts wirklich um die Wurst, aber wir sind fest davon überzeugt, dass es klappt“, sagt Susanna Kando.


Zukunftspläne

  • Die Spindeln mit den 170 Kilometern Schnur sollen zu gegebener Zeit im Rathaus ausgestellt werden, plant die Clemensschule.
  • Die Schnüre sollen für soziale Zwecke weiterverwendet werden: zum Beispiel zu Kindermützen oder Decken für Obdachlose.