Weinstadt

Schmids Wasen-Alm ist pleite

wasen volksfest
Ein Bild aus besseren Tagen (von links): Tochter Franziska Schmid, Uwe Schmids damalige Ehefrau Annette Schmid (sind mittlerweile getrennt), Uwe Schmid und Sohn Florian Schmid posieren im September 2015 zum Start in ihre erste Wasen-Saison für die Fotografen. © Klopfer / ZVW

Weinstadt-Beutelsbach. Mit Alpenflair wollte Uwe Schmid beim Wasen-Publikum punkten, nun muss er einen herben Rückschlag verkraften: Seine Wasen-Alm ist insolvent. Nicht davon betroffen sind seine Laube auf dem Stuttgarter Weindorf sowie seine Beutelsbacher Lokale, das Incontro und der Löwen.

Uwe Schmid stand beruflich lange auf der Sonnenseite des Lebens. „Ich habe vor 25, 26 Jahren bei null angefangen – und alles, was ich angepackt habe, hat funktioniert.“ Zum italienischen Restaurant Incontro und dem Landgasthof Zum Löwen kam 2005 noch die Laube „Zum Remstal-Schmid“ beim Stuttgarter Weindorf hinzu. 2015 schließlich startete er in seine erste Wasensaison, ließ aus altem und neuen Holz eine richtige Alm aufbauen, dazu gab es die passende Deko aus Milchkannen, Kuhglocken und verschlissenen Lederhosen.

Wie es weitergeht, ist völlig offen

„Uff dr‘ Alm, do gibts koi Sünd’“ stand auf der Speisekarte, Uwe Schmid posierte damals mit seiner Familie für die Fotografen und glaubte an seine Zukunft als erfolgreicher Wasen-Wirt. Dass er ein Risiko eingeht und es gerade Weinzeltwirte wie er in der Vergangenheit auf dem Cannstatter Wasen schwer hatten, war ihm bewusst. Dennoch war er damals von seinem Vorhaben überzeugt – und ist es auch heute noch. „Das Konzept war super, die Stimmung war super, wir haben eine hervorragende Küche gehabt.“ Dennoch musste Uwe Schmid beim Stuttgarter Amtsgericht für seine Wasen-Alm in dieser Woche Insolvenz anmelden. Wie es weitergeht, ist völlig offen.

Sohn: „Es sind keine Arbeitsplätze gefährdet“

Nicht betroffen sind nach Angaben des Gastronomen seine Laube auf dem Stuttgarter Weindorf sowie das Incontro und der Löwen. Bei der Wasen-Alm handelt es sich laut Uwe Schmid um eine rechtlich eigenständige GmbH, deren alleiniger Gesellschafter er selbst ist. Da in einer überregionalen Zeitung nichts davon stand, dass seine Beutelsbacher Lokale weiter betrieben werden, gab es nach Uwe Schmids Angaben bereits erste Stornierungen, unter anderem für einen Geburtstag.

Dazu habe er auch von einer E-Mail eines Vereins erfahren, die in Weinstadt kursiert, in der behauptet wurde, dass er pleite sei. „Das ist schon geschäftsschädigend“, ärgert sich Uwe Schmid. Sein Sohn Florian Schmid bekräftigte im Gespräch mit unserer Zeitung zudem, dass sich die rund 30 Mitarbeiter keine Sorgen um ihre berufliche Zukunft machen müssten. „Es sind keine Arbeitsplätze gefährdet, im Gegenteil, wir stellen gerne weiter Leute ein.“

„Ich lass’ mich nicht unterkriegen“

Wer für die nächste Saison in der Wasen-Alm schon eine Reservierungsanfrage gestellt hat, fragt sich natürlich, ob daraus noch was wird. „Stand der Dinge haben wir die noch nicht storniert“, sagt Sohn Florian Schmid. Denn ein Insolvenzverfahren muss letztlich nicht zwangsweise bedeuten, dass Schmids Wasen-Alm von der Bildfläche verschwindet. Wer Insolvenzverwalter sein wird, ist laut Uwe Schmid noch offen. Er selbst gibt sich kämpferisch. „Ich lass’ mich nicht unterkriegen.“

Gründe für das Aus

Zu hohe Fixkosten, unter der Woche ein schlechtes Geschäft: Das sind laut Uwe Schmid im Groben die Gründe für die Pleite seiner Wasen-Alm, die rund 1500 Gästen Platz bot. „Es geht nicht, nur vom Wochenende zu leben.“ Insbesondere am Montag und Dienstag habe er zu kämpfen gehabt. Mehr will er zur Insolvenz nicht sagen. „Es ist ein schwebendes Verfahren.“