Weinstadt

Stricken: So gelingt der Loop-Schal

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Elke Fazekas ist die Strickexpertin der Landfrauen Beutelsbach. Handwärmer, Loops, Mützen – für sie ist all das kein Problem. Der gelb-grüne Loop zeigt das beschriebene einfache Muster. © Palmizi / ZVW
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Was das Garn angeht, sind der Fantasie kaum Grenzen gesetzt. © Alexandra Palmizi
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Seit 2013 stricken die Beutelsbacher Landfrauen Säuglingsmützen für das Robert-Bosch-Krankenhaus. © Alexandra Palmizi

Weinstadt-Beutelsbach. Der Winter kommt mit großen Schritten, die Tage werden kürzer, die Abende auf der Couch gemütlicher. Jetzt ist also der beste Zeitpunkt, um mit dem Stricken anzufangen. Die Expertin der Landfrauen-Strickgruppe, Elke Fazekas, erklärt in sieben Schritten, wie der erste selbst gestrickte Loop garantiert gelingt.

Video: Stricken lernen.

Handarbeiten, das war für Elke Fazekas schon immer eine Leidenschaft. Eine, die sie nach der Schule auch zu ihrem Beruf machte: Sie absolvierte in einem Handarbeitsgeschäft eine Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau. 17 Jahre später eröffnete sie ihr eigenes Geschäft. „Eigentlich hatte ich Handarbeitslehrerin werden wollen“, erzählt Fazekas. Doch weil ihre Mutter als Witwe mit drei Kindern allein war, sei das finanziell nicht möglich gewesen. Ihr Wissen gibt die Handarbeitsexpertin heute in der Strickgruppe der Landfrauen Beutelsbach weiter. Für unsere Zeitung erklärt sie, wie in sieben einfachen Schritten ein selbst gestrickter Loop entsteht.

1. Farben

„Zunächst muss man sich natürlich überlegen, wie der Loop aussehen soll“, sagt Elke Fazekas. Soll er hell sein oder dunkel, mehrfarbig oder uni, und soll er ein Muster haben oder nicht. Anfängern empfiehlt die Strickexpertin, zunächst glatt, also ohne komplizierte Muster zu stricken. „Ein einfaches Muster lässt sich mit wenigen Handgriffen am fertig gestrickten Stück hinzufügen“, verrät die Expertin.

2. Anlass

Als Nächstes sei es natürlich wichtig, sich klarzuwerden, für welchen Anlass der Loop gedacht sei. Soll er im Winter wärmen, einfach nur schick aussehen, oder zu einem bestimmten Kleidungsstück passen? „Danach suche ich mir dann das passende Material aus“, sagt Fazekas.

3. Material

„Damit am Ende auch genau das herauskommt, was man sich vorgestellt hat, muss das Material stimmen“, erklärt Fazekas. Für ein wärmendes Winter-Modell eignet sich zum Beispiel Wolle oder ein Wollgemisch. Ein Loop, der vor allem schick aussehen soll, wird am besten aus Baumwolle oder einem Baumwollgemisch gestrickt. Synthetikgewebe sind der Expertin zufolge eher ungeeignet, denn darunter schwitzt man leicht. Ihr Tipp: „Am besten in ein Fachgeschäft gehen und sich dort beraten lassen.“

4. Stricknadeln

Auf die Dicke kommt es an – zumindest bei Stricknadeln. Denn die bestimmt, wie grob oder fein nachher die Maschen werden. Die Dicke der Nadeln sollte aber auch zum Faden passen: je dicker das Garn, desto dicker die Nadel. Auf den Knäueln ist meist ein Richtwert angegeben. Je nach Geschmack können aber auch etwas dünnere oder dickere Nadeln verwendet werden.

5. Maschenprobe

„Jede Hand strickt anders“, sagt Fazekas. Daher sei es sinnvoll, vorab eine Maschenprobe zu machen. Dabei werden 20 Maschen gestrickt, ein paar Reihen hoch, und dann ausgemessen. Von dieser Maschenprobe ausgehend lässt sich dann die genaue Anzahl der Maschen ausrechnen, die für ein Strickstück benötigt werden. Wichtig ist dabei natürlich auch, wie lang der Loop werden soll: Für einen, der einmal um den Hals geschlungen werden soll, könne man mit einer Länge von etwa 80 bis 90 Zentimetern rechnen, sagt Fazekas. Soll er zweimal drum herum passen, sollten es 120 Zentimeter sein. Ein Rechenbeispiel: Wird die Maschenprobe zum Beispiel 15 Zentimeter breit, müssen für einen 80 Zentimeter langen Loop 106 Maschen angeschlagen werden.

6. Stricken

Ist all das erledigt, geht’s schließlich ans Stricken. Zunächst werden die Maschen angeschlagen, nach der letzten wird der Loop zur Runde geschlossen. „Das bedeutet, dass ich einfach bei der ersten Masche, die ich angeschlagen habe, anfange zu stricken“, erklärt die Expertin. So wird rund gestrickt, und am Ende muss nichts zusammengenäht werden. Für ein glattes Strickmuster strickt man eine Runde rechte Maschen und eine Runde linke Maschen, immer im Wechsel. Etwa 20 Zentimeter hoch sollte der Loop werden, dann kann abgekettet werden.

7. Finish

Wer seinem Loop am Ende noch eine besondere Note verleihen will, der kann beim Abketten noch ein Muster einstricken. Dazu werden jeweils drei Maschen abgekettet, jede vierte wird fallen gelassen und bis ganz unten aufgelöst. Bevor die nächste Masche abgekettet wird, werden fünf Luftmaschen gestrickt, um die Stege zu überbrücken. „Sonst zieht sich der Loop an der Stelle zusammen“, erläutert Fazekas. Das Fadenende wird vernäht – und fertig ist der Loop.


Säuglingsmützen mit Herz

Ein Projekt, das Marianne Escher von den Landfrauen Beutelsbach besonders am Herzen liegt, sind die Baby-Mützen, welche die Gruppe für die Säuglingsstation des Robert-Bosch-Krankenhauses strickt. Escher ist die Macherin der Beutelsbacher Landfrauen und hat auch hier die Fäden in der Hand.

Ursprünglich war das Projekt nur für Frühchen gedacht, aber weil es so gut ankam, wurde es ausgeweitet, wie Escher erklärt.

Das Garn wird vom Krankenhaus zur Verfügung gestellt. „Die frischgebackenen Eltern spenden einen Betrag und dürfen sich dafür eines der Mützchen aussuchen“, erklärt Escher.

Alle Mützen sind aus reiner Baumwolle. Das habe vor allem hygienische Gründe, sagt die Organisatorin. Außerdem sei Baumwolle angenehm zu tragen und kratze nicht.

Wichtig sei auch, dass die Mützen weder dicke Ränder noch Knoten hätten – alles, was am empfindlichen Baby-Kopf drücken könne, hätte an den Mützchen „nix zu suchen“.

Das Programm läuft seit 2013, seitdem haben die Landfrauen mehr als 300 Säuglingsmützen gestrickt.