Weinstadt

Tageseltern in Weinstadt bekommen mehr Geld

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Symbolbild. © Pixabay (CCO Public Domain/Carol

Weinstadt/Korb. Sie haben sich im Sommer gegen die Kürzung des städtischen Zuschusses gewehrt – und nun einen Erfolg errungen: Die Weinstädter Tageseltern bekommen rückwirkend zum 1. Juni mehr Geld. Meinungsverschiedenheiten gibt es bei der Frage, ob es wichtig ist, dass Tageseltern in Weinstadt genauso viel Geld erhalten wie in den Nachbarkommunen Waiblingen und Korb.

Erst freuten sie sich, dann waren sie stinksauer: Die ohnehin nicht üppig verdienenden Tageseltern erfuhren im Sommer, dass ihnen das Kreisjugendamt einen Euro mehr pro Stunde für jedes betreute Kind zahlt. Kurz darauf nutzte die Stadt Weinstadt diese Erhöhung jedoch, um ihren eigenen Zuschuss für die Tageseltern um eben jene Summe zu kürzen. Das war ein harter Schlag: Zehn Jahre lang erhielten die Tagesmütter und -väter keine Gehaltserhöhung. Und als es dann endlich eine geben sollte, wurde sie einkassiert. Der Vorschlag dazu kam von der Stadtverwaltung selbst, unterstützt wurde er von einer Mehrheit im Sozial- und Kulturausschuss. Dagegen waren damals nur die CDU-Vertreter und eine inzwischen ausgeschiedene Stadträtin der Freien Wähler. Die Marschroute lautete: Erst mal stimmen wir uns mit den Nachbarkommunen Waiblingen und Korb ab, dann diskutieren wir im Oktober noch mal. Grund für diese Entscheidung war, dass es hier denselben Tageselternverein gibt.

Der Weinstädter Gemeinderat hat das letzte Wort

Waiblingen und Weinstadt haben sich nun darauf geeinigt, bei Kindern unter drei Jahren einen städtischen Zuschuss von 1,50 Euro pro Stunde für jedes betreute Kind zu zahlen – und bei älteren Kindern einen Euro. In Weinstadt soll das Ganze nun auch unabhängig davon gelten, ob das Kind noch eine Kita besucht. So steht es in einem Beschluss, dem der Sozial- und Kulturausschuss in seiner jüngsten Sitzung geschlossen zustimmte. Nun muss nur noch der Gemeinderat dafür votieren – und zwar in seiner Sitzung am Donnerstag, 24. Oktober, in der Steinscheuer (Beginn: 18 Uhr). Im ursprünglichen Beschlussvorschlag gab es jedoch eine Formulierung, die CDU-Fraktionschef Ulrich Witzlinger gar nicht gefiel.

Da stand nämlich, dass zukünftige Anhebungen der Geldleistungen auf den städtischen Zuschuss angerechnet werden. Heißt: Wenn es in Zukunft mal wieder eine Gehaltserhöhung für die Tageseltern gegeben hätte, dann hätte Weinstadt seine Förderung um den entsprechenden Betrag gekürzt. GOL-Fraktionschef Manfred Siglinger sah es genauso wie Ulrich Witzlinger und unterstrich die Notwendigkeit, warum die Bezahlung besser werden muss. „Wir brauchen gute Tagespflege.“ Die Kritik zeigte Wirkung: Baubürgermeister Thomas Deißler ließ in seiner Funktion als Sitzungsleiter nach Rücksprache den Satz schließlich rausstreichen.

Bürgermeister will keinen Wettbewerb

Dass sich Weinstadt bei den Tageseltern überhaupt mit Korb und Waiblingen abstimmen soll, kann CDU-Stadtrat Ernst Häcker nicht verstehen. Für ihn ist entscheidend, dass Tageseltern eine günstige Alternative zur Betreuung in den Kitas sind, zumal es dort auch an Erzieherinnen fehlt. „Warum sollen wir uns nach den anderen richten?“ Wie Fraktionschef Witzlinger plädiert er für mehr Wettbewerb.

Diesen Wettbewerb will der Korber Bürgermeister Jochen Müller gerade nicht. Noch Anfang vergangener Woche hatte der Korber Gemeinderat auf Vorschlag der Verwaltung beschlossen, den U-3-Bereich vorerst weiterhin mit 50 Cent pro Kind und Stunde zu bezuschussen. Damit würden die Tagesmütter wie gehabt sieben Euro für die Betreuung von Korber Kindern unter drei Jahren und 6,50 für die Betreuung von Kindern über drei Jahren erhalten. Einen Antrag von SPD-Rat Jürgen Klotz, die Beiträge im U-3-Bereich gleich auf einen Euro pro Kind anzuheben, lehnte das Gremium ab – die Gefahr, die Erhöhung wieder zurücknehmen zu müssen, wenn ein Konsens mit Waiblingen und Weinstadt gefunden sei, war den Räten zu groß. Nun kommt es anders: Klotz’ Euro wird gar nicht reichen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Korber auf das Niveau der beiden anderen Kommunen aufstocken werden – und den Tagesmüttern die Differenz rückwirkend auszahlen.


Weinstadt/Korb. Sie haben sich im Sommer gegen die Kürzung des städtischen Zuschusses gewehrt – und nun einen Erfolg errungen: Die Weinstädter Tageseltern bekommen rückwirkend zum 1. Juni mehr Geld. Meinungsverschiedenheiten gibt es bei der Frage, ob es wichtig ist, dass Tageseltern in Weinstadt genauso viel Geld erhalten wie in den Nachbarkommunen Waiblingen und Korb.

Erst freuten sie sich, dann waren sie stinksauer: Die ohnehin nicht üppig

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