Weinstadt

Ukraine-Krisenstab, Wohnraum-Suche und Schüleraktionen: So will Weinstadt helfen

OB Michael Scharmann
Oberbürgermeister Michael Scharmann. © Gabriel Habermann

Die Stadt Weinstadt hat zum Krieg in der Ukraine einen Krisenstab eingerichtet, der sich mit den wichtigsten Themen rund um Flüchtlinge aus dem osteuropäischen Land befasst. Das hat die Stadt nun in einer Pressemitteilung bekanntgegeben.

„Wir knüpfen an die Erfahrungen aus den vergangenen Jahren an und bereiten uns als Stadt intensiv auf die Flüchtlinge aus der Ukraine vor, damit wir uns von Anfang an gut um sie kümmern und sie gut unterbringen können“, sagt Oberbürgermeister Michael Scharmann.

Erster Aufruf zur Wohnungssuche war teilweise schon erfolgreich

Ein erster Aufruf nach Wohnraum für die ankommenden Menschen aus der Ukraine hat in der Stadt bereits für ein gutes Echo gesorgt. „Dafür gilt jetzt schon mein großer Dank. Die Bereitschaft, den Flüchtlingen aus der Ukraine zu helfen, ist überwältigend. Wir benötigen aber sicher noch weitere Unterkünfte“, so Scharmann weiter. Deswegen erneuert die Stadt Weinstadt die Bitte an ihre Bürgerinnen und Bürger in Sachen Unterkünfte für Flüchtlinge.

Die Anmietung der Wohnungen erfolgt nach einem einfachen Modell: Die Stadt Weinstadt würde die Wohnungen anmieten und geflüchtete Menschen aus der Ukraine unterbringen, sobald sie in Weinstadt ankommen. Die Stadt übernimmt die Garantie für die Zahlung der Miete und steht für den vertragsgemäßen Zustand der Wohnung bei einem Vertragsende ein.

Viel Hilfsbereitschaft in Weinstadt

Insgesamt zeigen sich die Menschen in Weinstadt wie in anderen Kommunen auch sehr hilfsbereit, wenn es um die schreckliche Situation in der Ukraine geht: Die Betreiber des Gasthofs Lamm in Schnait haben eine großangelegte Sachspenden-Sammelaktion gestartet, die Freiwillige Feuerwehr Weinstadt beteiligte sich mit einer Equipment-Spende an einer Hilfsaktion der Feuerwehren. 

Eine Familie aus Endersbach hat im Rahmen einer Aktion der Bibelmission rund sechs Tonnen Lebensmittel gesammelt und in die vom Krieg betroffenen Regionen entsandt und die Gemeinde selbst sucht nicht nur weiterhin nach Wohnraum, sondern hat ebenfalls bei einer Sammelaktion rund 1000 Verbandskästen und weiteres Verbandsmaterial zusammengetragen und einem ukrainischen Verein übergeben, der das Material bis an die polnisch-ukrainische Grenze transportiert hat.

Schüler wollen helfen: Aktionen an den Schulen 

Auch die jüngsten Weinstädter wollen etwas tun, um zu helfen. So gibt es an mehreren Schulen Spendenaktionen für die Ukraine: Die Friedrich-Schiller-Grundschule in Großheppach zum Beispiel veranstaltet auf ausdrücklichen Wunsch der Schülerschaft heute, Dienstag, 15. März, und am Mittwoch, 16. März, einen Kuchenverkauf in der großen Pause. Der Erlös soll für die Ukraine gespendet werden.

Das Remstal-Gymnasium hat mit der gesamten Schülerschaft eine Spendenaktion für die Ukraine gestartet. Dabei wurden laut einer ersten Mitteilung der Schule Friedenstauben verkauft und bemalt – mittlerweile sei die gesamte Aula mit diesen geschmückt, teilt die Schule mit. Die Schülerinnen und Schüler haben durch den Verkauf bereits fast 3000 Euro eingenommen. Am Donnerstag, 17. März, soll von 11 bis 11.20 Uhr eine Gedenk- und Abschlussveranstaltung stattfinden, bei welcher die Schülerinnen und Schüler ihre Gedanken zum Krieg und Frieden präsentieren.

Stadt sucht Dolmetscher

Die Stadt Weinstadt ist außerdem auf der Suche nach Ehrenamtlichen, die sich um die Flüchtlinge aus der Ukraine kümmern möchten. In den kommenden Tagen und Wochen erwartet die Verwaltung demnach die Ankunft von Menschen, welche ihre Heimat wegen des Kriegs in der Ukraine verlassen mussten. "Die Stadt Weinstadt möchte diese Menschen in ihrer schwierigen Situation bestmöglich unterstützen, wobei die konkreten Einsatzmöglichkeiten im Moment noch nicht bekannt sind", so die Stadt in einer Mitteilung.

Für den Dolmetscherdienst sucht die Stadt deshalb dringend neue ehrenamtlich Engagierte mit ukrainischen Sprachkenntnissen. Der Dolmetscherdienst sei ein Angebot der Stadt für die Verwaltung selbst oder auch Institutionen, um Sprachbarrieren für Behörden, soziale Einrichtungen, Schulen oder zum Beispiel auch Arztbesuche zu überwinden. Die Stadt organisiere und vermittle die Einsätze, für die es selbstverständlich immer eine Aufwandsentschädigung gebe.

Formular im Blättle fragt Eckpunkte zu angebotenen Wohnungen ab

Um es den Bürgern leichter zu machen, Wohnraum für Geflüchtete anzubieten, ist im Blättle der Stadt in dieser Woche auch ein Formular für das Anbieten von Wohnraum abgedruckt, das ausgefüllt einfach an die Stadt geschickt oder im Rathaus Beutelsbach abgegeben werden kann.

In dem Formular werden die Eckdaten zum angebotenen Wohnraum abgefragt: Es geht um die Kontaktdaten des Vermieters, die Adresse der Wohnung, die Quadratmeterzahl und die Anzahl der Zimmer, wie viele Personen dort untergebracht werden könnten und in welchem Zeitraum die Unterbringung konkret zur Verfügung stehen würde. Das Formular ist ebenso auf der Website der Stadt zu finden.

Die Stadt Weinstadt hat zum Krieg in der Ukraine einen Krisenstab eingerichtet, der sich mit den wichtigsten Themen rund um Flüchtlinge aus dem osteuropäischen Land befasst. Das hat die Stadt nun in einer Pressemitteilung bekanntgegeben.

„Wir knüpfen an die Erfahrungen aus den vergangenen Jahren an und bereiten uns als Stadt intensiv auf die Flüchtlinge aus der Ukraine vor, damit wir uns von Anfang an gut um sie kümmern und sie gut unterbringen können“, sagt Oberbürgermeister Michael

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper