Weinstadt

Ulrich Spangenberg wird Bürgermeister: Weinstadt sucht neuen Amtsleiter

Ulrich Spangenberg
Ulrich Spangenberg wird neuer Bürgermeister im Landkreis Esslingen. © privat

Weinstadt muss sich einen neuen Leiter fürs Amt für Familie, Bildung und Soziales suchen: Amtsinhaber Ulrich Spangenberg ist nämlich frisch zum Bürgermeister in seiner Heimatgemeinde Oberboihingen im Kreis Esslingen gewählt worden.

Oberbürgermeister Michael Scharmann und auch Holger Niederberger, ehemals persönlicher Referent des OBs und Pressesprecher, seit September 2021 Bürgermeister von Berglen, waren vor Ort, um ihm zu gratulieren. Aber wie geht es nun in Weinstadt weiter? Schließlich hat das Amt für Familien, Bildung und Soziales gerade jetzt alle Hände voll zu tun.

Schon der dritte Mitarbeiter der Stadt, der woanders Bürgermeister wird 

„Irgendwie hat sich Weinstadt zur Kaderschmiede für Bürgermeister entwickelt“, stellt Oberbürgermeister Michael Scharmann in einem Beitrag auf der Internetplattform Facebook fest, in dem er seinem ehemaligen Amtsleiter zu seinem neuen Amt gratuliert.

„Ulrich Spangenberg ist der dritte Mitarbeiter der Stadt Weinstadt, der innerhalb kurzer Zeit zum Bürgermeister gewählt worden ist“, schreibt Pressesprecherin Claudia Leihenseder am Montag in einer offiziellen Stellungnahme. „Darauf kann man als Stadt durchaus stolz sein. Wir gratulieren ihm zur Wahl und zu diesem herausragenden Ergebnis. Gleichzeitig bedauern wir, dass Ulrich Spangenberg geht, wir wünschen ihm aber alles Gute für seine neue Aufgabe.“

Für Ulrich Spangenberg ist es eine „Herzensentscheidung“

Ulrich Spangenberg hat sich am Sonntag, 22. Januar, im ersten Wahlgang mit beachtlichen 85,32 Prozent der Stimmen gegen drei weitere Bürgermeister-Kandidaten durchgesetzt. Das vorläufige amtliche Endergebnis hat das zuständige Wahlamt auf der Internetplattform www.wahlen.votemanager.de öffentlich gemacht. Demnach haben rund 45 Prozent der 4363 Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Seit 2009 war der Diplom-Verwaltungswirt für die Stadt Weinstadt tätig, davor war er bereits Personalamtsleiter im Winnender Rathaus.

„Meine Entscheidung, mich als Bürgermeister meiner Heimat zu bewerben, war eine Herzensentscheidung“, so Ulrich Spangenberg am Tag nach der Wahl auf Anfrage unserer Redaktion. In Oberboihingen stehe auch sein Elternhaus, „dort lebt meine Mutter und sehr viele meiner langjährigen Freunde. Ich bin dort nach wie vor tief verwurzelt. Es ist ein wunderbarer und intakter Ort, den seine Offenheit und das Engagement seiner Bürgerinnen und Bürger auszeichnen.“ Natürlich gebe es auch einiges dort anzupacken. Seinem neuen Amt blickt der 52-Jährige optimistisch entgegen: „Ich bringe sehr viel berufliche und auch Lebenserfahrung mit nach Oberboihingen. Ich freue mich, dass ich meiner Heimat auf diese Weise etwas zurückgeben darf.“

Wechsel im Sozialamt: "Ich denke, ich hinterlasse hier ein gut bestelltes Feld"

Sein Engagement als Bürgermeister sei derweil keinesfalls ein Weglaufen aus Weinstadt: „Ich denke, ich hinterlasse hier ein gut bestelltes Feld.“ Die anstehenden Themen hat der Amtsleiter weiterhin im Blick: In der Zuwanderung der schutzsuchenden Menschen aus der Ukraine und der anderen Krisenregionen der Welt gelinge es in Weinstadt, die Aufgabe mehr als gut zu meistern, lobt er. „Auch unsere ergriffenen Maßnahmen, um dem Fachkräftemangel zu begegnen, zeigen Wirkung“, so Spangenberg.

Die Schulthemen seien geordnet, die vorbereitenden Maßnahmen zur Erweiterung der Silcherschule in Endersbach beginnen demnach dieser Tage und der Neubau der Grundschule Beutelsbach sei in der mittelfristigen Finanzplanung verankert.

Stadt ist optimistisch, bald einen Nachfolger zu finden 

Der Jugendgemeinderat sei ein sehr aktives jugendpolitisches Gremium geworden, dieses Jahr stehe immerhin schon das zehnjährige Jubiläum an. Die Umsetzung der Maßnahmenempfehlungen aus dem Stadtseniorenplan sei mit der Beteiligungsreihe „Leben und Wohnen im Alter“ auf den Weg gebracht, der von der CDU-Fraktion als Haushaltsantrag eingebrachte Altenhilfegipfel soll laut Ulrich Spangenberg noch dieses Jahr stattfinden.

Die Stadt Weinstadt muss sich ab sofort nach einer neuen Leitung für das Amt für Familie, Bildung und Soziales umschauen. „Die Leitung des Amts für Familie, Bildung und Soziales ist eine herausragende Amtsleiterposition mit einer großen Aufgabenfülle und einem sehr großen Personalkörper“, so die Pressesprecherin. Die Stadt Weinstadt werde nun umgehend in die Personalakquise einsteigen, bis jetzt ist man zuversichtlich, bald einen Ersatz zu finden: „Es handelt sich um eine sowohl für interne als auch für externe Bewerber attraktive Stelle.“ Die Stadt Weinstadt werde zudem zeitnah auf die Gemeinde Oberboihingen zugehen, um den Übergang von Herrn Spangenberg zu besprechen.

Auf die neue Amtsleitung warten auch 2023 viele Aufgaben

Gerade im sozialen Bereich warten auch dieses Jahr weiterhin einige Aufgaben, die bewältigt und koordiniert werden wollen: Der Erziehermangel in den Kindertageseinrichtungen ist noch nicht überwunden, erst im Herbst hat der Gemeinderat im Amt eine neue Stelle für eine Sachbearbeitung geschaffen, um die heillos überlasteten Kita-Mitarbeitenden künftig etwas zu entlasten.

Mit dem andauernden Krieg in der Ukraine bleibt das Amt für Familie, Bildung und Soziales auch weiterhin gefordert. Seit der russischen Invasion vor bald einem Jahr sind mehrere Hundert Geflüchtete in Weinstadt angekommen. Darunter sind viele Familien, beziehungsweise Frauen mit Kindern. Hier ging es 2022 nicht nur darum, die Kinder in Vorbereitungsklassen unterzubringen, für die Erwachsene Plätze in Sprachkursen zu organisieren oder Begegnungscafés zu veranstalten - als Allererstes brauchen die Geflüchteten ein Dach über dem Kopf. Bisher hat die Stadt Weinstadt es geschafft, für die Geflüchteten Wohnraum anzumieten, so dass bis jetzt keine Sammelunterkunft in einer Halle gebildet werden musste, wie es in anderen Gemeinden längst der Fall ist. Auch hier war das Amt für Familie, Bildung und Soziales im vergangenen Jahr unmittelbar mit involviert.

Weinstadt muss sich einen neuen Leiter fürs Amt für Familie, Bildung und Soziales suchen: Amtsinhaber Ulrich Spangenberg ist nämlich frisch zum Bürgermeister in seiner Heimatgemeinde Oberboihingen im Kreis Esslingen gewählt worden.

Oberbürgermeister Michael Scharmann und auch Holger Niederberger, ehemals persönlicher Referent des OBs und Pressesprecher, seit September 2021 Bürgermeister von Berglen, waren vor Ort, um ihm zu gratulieren. Aber wie geht es nun in Weinstadt weiter?

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 6,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 83,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper