Weinstadt

Verbot im Cap-Markt in Beutelsbach: Mit Maske, aber ohne Kapuze

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Neongrüne Schilder weisen auf das Verbot hin. © Annina Baur

Schwarze Schrift auf neongrünem Grund. Die Plakate sind nicht groß, fallen aber dennoch sofort ins Auge, wenn man auf den Cap-Markt in Beutelsbach zugeht. Die Schilder weisen seit kurzem darauf hin, dass im Supermarkt die Pflicht zum Tragen einer Maske besteht, das Tragen einer Kapuze aber verboten ist. Es ist ein drastischer Schritt, gerade im Winter, ist aber für Nintegra, das gemeinnützige Unternehmen, das den Cap-Markt in Beutelsbach als Franchisenehmer betreibt, die letzte und einzige Möglichkeit, um die Mitarbeiter zu schützen.

„Wir hatten im Herbst vier Überfälle in unseren Märkten, bei denen Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren nach der immer gleichen Masche vorgegangen sind“, erläutert Jörg Moosmann von Nintegra den Hintergrund. „Die Jugendlichen hatten sich immer durch Maske, Kapuze und das Tragen einer Brille völlig unkenntlich gemacht. Ein Mitglied der Gruppe kaufte dann eine Kleinigkeit für ein paar Cent und während des Bezahlvorgangs hechtete ein anderer Jugendlicher über das Kassenband und griff in die offenstehende Kasse.“ Mehrere Hundert Euro hätten die Täter jeweils erbeutet, doch dieser Verlust ist es nicht, was Moosmann wütend macht: „Ein Raubüberfall ist immer eine dramatische Erfahrung für das Verkaufspersonal, und ganz besonders für unsere zum Teil schwerbehinderten Mitarbeiter, die psychisch nicht so stabil sind.“

Verbot bleibt bis Jahresende

Für diese Mitarbeiter muss besonders gut gesorgt werden, erklärt Jörg Moosmann, denn der Unternehmensauftrag der Nintegra ist es, Arbeitsplätze zu schaffen und benachteiligten Menschen die Integration in die Arbeitswelt zu ermöglichen. Um die Berufschancen für Menschen mit Behinderung in der Region Stuttgart zu verbessern, hat das Sozialunternehmen Neue Arbeit zusammen mit dem Behindertenzentrum Stuttgart 2004 Nintegra gegründet. Als bundesweit größter Kooperationsnehmer betreibt das gemeinnützige Unternehmen insgesamt 17 Cap-Märkte in der Region.

Obwohl die vier Überfälle in Stuttgarter Cap-Märkten stattgefunden haben, hat sich Nintegra entschieden, das Kapzenverbot in allen 17 vom Unternehmen betriebenen Märkten zu verhängen. Dazu zählt der Supermarkt in Weinstadt-Beutelsbach, nicht aber der Cap-Markt in Waiblingen-Beinstein, weshalb in Beinstein keine entsprechenden Schilder hängen. Für Moosmann und seine Kollegen stand sofort fest, dass die Maßnahme in allen von Nintegra betriebenen Märkten umgesetzt wird. Denn die Mitarbeiter haben Angst – auch in Beutelsbach. „Ein Ereignis wie ein Raubüberfall spricht sich unter den Kollegen natürlich herum wie ein Lauffeuer und hat alle mitgenommen.“

Plakate sollen abschrecken

Die Plakate sollen vor allem abschreckend wirken. Denn auch wenn die Stuttgarter Fälle inzwischen gelöst seien, sei die Sorge vor ähnlichen Vorfällen unter der Belegschaft nach wie vor groß. „Wir müssen unsere Mitarbeiter schützen und werden das Kapuzenverbot noch bis mindestens Jahresende aufrechterhalten“, sagt Moosmann, auch wenn es bei manchen Kunden zunächst Unverständnis auslöse. „Sobald die Mitarbeiter es erklären, sind aber alle sehr verständnisvoll.“

Schwarze Schrift auf neongrünem Grund. Die Plakate sind nicht groß, fallen aber dennoch sofort ins Auge, wenn man auf den Cap-Markt in Beutelsbach zugeht. Die Schilder weisen seit kurzem darauf hin, dass im Supermarkt die Pflicht zum Tragen einer Maske besteht, das Tragen einer Kapuze aber verboten ist. Es ist ein drastischer Schritt, gerade im Winter, ist aber für Nintegra, das gemeinnützige Unternehmen, das den Cap-Markt in Beutelsbach als Franchisenehmer betreibt, die letzte und einzige

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