Weinstadt

Wechsel im Gemeinderat: Roland Ebner rückt für die Freien Wähler Weinstadt nach

Roland Ebner
Roland Ebner (47) aus Endersbach hat Daniel Widmayers Platz in der FWW-Fraktion eingenommen. © Benjamin Büttner

Wir treffen Roland Ebner an einem sonnigen Frühlingsnachmittag vor dem Remstal-Gymnasium. Hier übt der 47-jährige Weinstädter nämlich bereits seit mehreren Jahren ein Ehrenamt aus: Er ist Elternbeiratsvorsitzender, seine beiden Kinder besuchen die Schule.

Insgesamt ist er in Weinstadt kein Unbekannter: Er hat auch den Vorsitz der Freien Wähler Weinstadt (FWW) inne. Da Daniel Widmayer nun aus Weinstadt weggezogen ist, rückt Ebner in die FWW-Gemeinderatsfraktion nach.

Er möchte nach seinem eigenen Gewissen entscheiden

Zu den Freien Wählern hat Roland Ebner damals bei der inzwischen fast schon legendären Weinstädter Bad-Diskussion gefunden: Damals ging es vor allem um den Neubau eines neuen Freibads in Endersbach, nachdem das Mineralhallenfreibad „Cabrio“ 2009 stillgelegt wurde. An den Freien Wählern gefalle ihm damals wie heute, dass man „unabhängig und frei“ bei allen Entscheidungen sei – auch innerhalb der Gemeinderatsfraktion.

Es gehe nicht darum, als Fraktion geschlossen für ein bestimmtes ideologisches Ziel abzustimmen – sondern jeder entscheide eben nach eigenem Gewissen, so Roland Ebner. Auch wenn man sich fraktionsintern natürlich vorher abspreche, relativiert der Vorsitzende.

Menschen mitnehmen in einer Zeit des Wandels

Roland Ebner kommt ursprünglich nicht aus Weinstadt. Der 47-Jährige stammt aus Bayern, seit 2000 lebt er im Großraum Stuttgart – die längste Zeit davon in Endersbach. Sein Beruf hat ihn hierher geführt: Ebner ist Physikingenieur und arbeitet als Produktionsleiter bei einem Automobilhersteller.

Aus seiner Berufserfahrung will er nun Anregungen für seine Arbeit als Gemeinderat schöpfen: Im Betrieb wie in der Lokalpolitik sei es unheimlich wichtig, die Menschen mitzunehmen, miteinzubeziehen – und nicht etwa über die Köpfe der Menschen hinweg etwas zu entscheiden.

Roland Ebner gefällt es in Weinstadt 

Thematisch will sich Roland Ebner noch nicht festlegen, was ihm hier in Weinstadt besonders auf der Seele brennt. Fest steht für ihn: Er möchte, dass das Leben in Weinstadt gut und lebenswert bleibt, auch wenn die Zeiten vielleicht schwieriger werden.

Es sei nun mal eine Zeit des Wandels, so Ebner – auch wirtschaftlich. Gerade gehe es den meisten noch sehr gut, deshalb sei auch das Engagement nicht so hoch: Die meisten Menschen würden erst aktiv, wenn sie gegen etwas sind, glaubt der 47-Jährige. Er möchte schon jetzt etwas proaktiv tun. „Mir gefällt es in Weinstadt. Und ich will, dass es so bleibt.“

Weinstadt braucht Wirtschaftsförderung

Gerade in diesem Bereich sieht er bei Weinstadt noch viel Potenzial. Während seiner Zeit als Rat möchte er sich intensiv mit dem Thema Wirtschaftsförderung auseinandersetzen. Denn: „In Weinstadt kann man viel machen – aber kann man es sich leisten?“, so Ebner mit Bezug auf die hohen Schulden der Kommune.

Aber auch die Digitalisierung liege ihm als „Tekkie“ (also Technikliebhaber) sehr am Herzen. Dabei seien gerade die Schulen in Weinstadt zwar schon auf einem guten Weg, aber es gebe definitiv noch Luft nach oben.

Vom digitalen Unterricht zum digitalen Unterrichten

Als Elternbeiratsvorsitzender und Schülervater ist ihm vor allem der aktuelle Sachstand am Remstal-Gymnasium vertraut. „Die haben alles, aber es ist noch ein bisschen chaotisch“, fasst es der Endersbacher zusammen.

Und selbst wenn Ausrüstung und Infrastruktur dann vorhanden sind: „Vom digitalen Unterricht zum digitalen Unterrichten“ sei es trotzdem noch mal ein weiterer Schritt. Die digitale Zusammenarbeit sei eine der Herausforderungen der heutigen Zeit – auch in diesem Bereich habe er auf der Arbeit schon einige Erfahrungen gesammelt.

Ruhig und entspannt an die Themen herangehen

An einer Sitzung des Gemeinderats hat Roland Ebner in seinem neuen Amt bereits teilgenommen. Die kommenden Sitzungen möchte er nutzen, um ins Gremium hineinzufinden und alle Mitglieder besser kennenzulernen. Er hat sich vor allem vorgenommen, mit viel Besonnenheit die Lokalpolitik anzugehen. „Man darf sich nicht zu sehr reinsteigern“, glaubt der Endersbacher.

Immerhin müsse man als Rat ein Stück weit objektiv bleiben können, die Interessen aller Bürger im Kopf haben. „Ich möchte ansprechbar sein, entspannt sein“, beschreibt er die Rolle, die er im Gremium künftig gerne einnehmen möchte. Und natürlich wolle er gerne konstruktiv mit den anderen Stadträten zusammenarbeiten.

Öffentliche Inhalte der Sitzungen allen zugänglicher machen

Mit einigen Themen, die in der nächsten Zeit in Weinstadt auf der Tagesordnung stehen werden, ist Roland Ebner schon recht vertraut. Die Ortsgruppe der Freien Wähler mache es sich schon seit längerem zur Aufgabe, die öffentlichen Inhalte der Sitzungen mit allen Mitgliedern vor- und nachzubereiten – nicht nur mit den Mitgliedern der Gemeinderatsfraktion.

Auch die Homepage der Freien Wähler Weinstadt und die Kanäle in den sozialen Netzwerken Facebook und Instagram werden aktuell bespielt, erklärt der Vorsitzende. Hier versuche die Ortsgruppe, komplizierte verwaltungstechnische Zusammenhänge leichter zu erklären und den Bürgern nahezubringen. Transparenz und Bürgerbeteiligung – darauf komme es in der Lokalpolitik an, findet Ebner.

Wir treffen Roland Ebner an einem sonnigen Frühlingsnachmittag vor dem Remstal-Gymnasium. Hier übt der 47-jährige Weinstädter nämlich bereits seit mehreren Jahren ein Ehrenamt aus: Er ist Elternbeiratsvorsitzender, seine beiden Kinder besuchen die Schule.

Insgesamt ist er in Weinstadt kein Unbekannter: Er hat auch den Vorsitz der Freien Wähler Weinstadt (FWW) inne. Da Daniel Widmayer nun aus Weinstadt weggezogen ist, rückt Ebner in die FWW-Gemeinderatsfraktion nach.

Er möchte

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper