Weinstadt

Weinstädter erfüllt sich Kindheitstraum: Er darf nun das Feuerwehr-Auto fahren

Maschinist
Jan Vaihinger (links), neuer Maschinist, und Andreas Würthele (rechts), Gruppenleiter. © Gabriel Habermann

„Früher wollte ich immer Feuerwehrmann werden und nun bin ich auch einer“ - Jan Vaihinger hat in diesem Jahr seine Ausbildung zum Maschinisten absolviert und darf nun das Feuerwehrauto zur Einsatzstelle fahren.

Der 25-Jährige aus Schnait könne es oft selber nicht glauben, dass er nun seinen Kindheitstraum ausleben darf - „Es ist beinahe surreal“, so der neue Maschinist der Freiwilligen Feuerwehr Weinstadt.

Wie kam es zur Ausbildung und was motiviert den neuen Maschinisten?

Der Weinstädter ist in praktischen und vor allem technischen Bereichen sehr begabt und deshalb absolvierte er dieses Jahr die viertägige Ausbildung zum Maschinisten. Dort lerne man am ersten Tag die Theorie kennen - Funktionen der verschiedenen Pumpen und Aggregate - und in den nächsten drei Tagen der Ausbildung stehe der praktische Teil an.

„Vor zwei Jahren habe ich den Führerschein von der Stadt Weinstadt bezahlt bekommen, musste mich auch als Gegenleistung für fünf Jahre Feuerwehrdienst verpflichten“, erklärt Jan Vaihinger. Und das mache er gerne - seine Motivation sei der Beitrag zur Gesellschaft. 

Hauptberuflich ist er Zimmerermeister

Jan Vaihinger ist im Jahr 2014 bei der Jugendfeuerwehr in Schnait eingestiegen und hat auch vor, über die verpflichtenden Jahre hinweg der ehrenamtlichen Feuerwehr treu zu bleiben. Wie jeder andere Feuerwehrmann oder -frau hat auch der 25-Jährige einen zweiten bezahlten Job: Er ist Zimmerermeister, auch in Weinstadt. Man sieht demnach die Veranlagung zu technischen Tätigkeiten in seinem Beruf sowie in seiner ehrenamtlichen Berufung.

Zur Frage, ob er denn vorhabe, sich weiter zum Gruppenleiter ausbilden zu lassen, antwortet er mit „weiß ich noch nicht, vielleicht irgendwann mal“. Der Weinstädter ist mit seinem jetzigen Rang sehr zufrieden und schaue, was die Zukunft mit sich bringe. 

Denn der neue Maschinist ist nicht nur der neue Fahrer der Feuerwehrstelle Weinstadt-Schnait, sondern hat auch eine gewisse Vorbildfunktion für junge Leute, die gerne in die Jugendfeuerwehr kommen würden – oder schon dabei sind und nun sehen, wie hoch man aufsteigen kann. Dabei hat ein Maschinist mehr Aufgaben zu erledigen, als „nur“ das Feuerwehrfahrzeug zu fahren.

Aufgaben und Herausforderungen eines Maschinisten

Die Aufgaben eines Maschinisten bestehen nicht nur aus dem Fahren des Fahrzeugs, so Andreas Würthele. Er ist Gruppenleiter und langjähriger Maschinist der freiwilligen Feuerwehr mit Einsatzort in Schnait. „Als Maschinist muss man nicht nur das Fahrzeug fahren. Auch die ganzen Pumpen und Aggregate sowie Ansätze und Wassertanke müssen vom Maschinisten kontrolliert und betätigt werden“, so der Gruppenleiter.

Während des Fahrens sei es besonders schwierig, wenn schaulustige Menschen, Kinder oder Tiere im Weg stehen - das behindere die Weiterfahrt und man riskiere verheerende Folgen, da die Feuerwehr so schnell wie möglich agieren müsse, so Vaihinger. „Die Mannschaft sicher an das Ziel zu bringen“ - das sei mitunter die größte Aufgabe des Maschinisten. Denn: Zur gleichen Zeit müsse man die Wege in Schnait auswendig können, wenn es kein Navigationsgerät im Fahrzeug gibt.

Vieles passiert gleichzeitig während der Fahrt zum Einsatzort

Noch dazu muss man das Martinshorn und das Blaulicht anschalten und auch lauter stellen, wenn sie beispielsweise einen Einsatz in der Stadt haben. „Die gefährlichsten Stellen sind wirklich Kreuzungen“, so der 25-jährige Weinstädter. „Noch dazu kommen regelmäßige Statusmeldungen zum Einsatzort und der Gruppenleiter auf dem Beifahrersitz erklärt dann auch noch etwas - es ist sehr stressig und viel auf einmal“, erklärt Jan Vaihinger.

Man habe keine andere Möglichkeit, als das Gespräch auszublenden und sich nur auf das sichere Fahren zu konzentrieren. Auch am Einsatzort angekommen, kann man nicht einfach irgendwo parken - hier heißt es, den nachrückenden Fahrzeugen Platz zu verschaffen. „Man fährt quasi am Brand oder Einsatzort vorbei und sollte im Bestfall den Platz des Hydranten oder Schachtdeckel schon kennen, damit schnell gehandelt werden kann“, so Jan Vaihinger.

Erster Einsatz von Jan Vaihinger - ein sogenannter „Türöffner“

Am 12. Juli war Jan Vaihingers erster Einsatz als Maschinist in Weinstadt-Schnait. Eine Person sei im Haus gestürzt und habe sich verletzt. Die Nachbarn dieser Person haben den Notruf alarmiert und die Feuerwehr musste ausrücken - der Fahrer des Feuerwehrfahrzeugs war an diesem Tag Jan Vaihinger. Am Einsatzort hat er statt die verriegelte Tür aufzubrechen ein offenes Fenster gefunden und sei so ins Innere gekommen.

Der junge Maschinist wünscht sich, dass junge Feuerwehrleute seinem Beispiel folgen werden. Die Arbeit mache einfach viel Spaß und wer technisch fit ist, könne hier viel lernen. Nachwuchs könne die Feuerwehr immer gebrauchen.

„Früher wollte ich immer Feuerwehrmann werden und nun bin ich auch einer“ - Jan Vaihinger hat in diesem Jahr seine Ausbildung zum Maschinisten absolviert und darf nun das Feuerwehrauto zur Einsatzstelle fahren.

Der 25-Jährige aus Schnait könne es oft selber nicht glauben, dass er nun seinen Kindheitstraum ausleben darf - „Es ist beinahe surreal“, so der neue Maschinist der Freiwilligen Feuerwehr Weinstadt.

Wie kam es zur Ausbildung und was motiviert den neuen

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