Weinstadt

Weinstädter Mieten steigen

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Spatenstich im Baugebiet Halde V. © Alexander Roth

Weinstadt. Der neue Mietspiegel für Weinstadt bringt vom 1. November an Mehrausgaben für die Mieter mit sich. Um durchschnittlich vier Prozent klettern die ortsüblichen Vergleichsmieten nach oben, in älteren Häusern sogar um bis zu sieben Prozent. In neueren Häusern fällt der Anstieg mit 2,5 Prozent moderater aus.

Dass die Mieten in Deutschland ständig steigen, ist kein Wunder. Zwar wurden 2017 immerhin 245 000 neue Wohnungen fertiggestellt und damit rund 10 000 respektive vier Prozent mehr als im Vorjahr, aber das ist letztlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Der Deutsche Mieterbund teilte Anfang des Jahres mit, dass in Deutschland eine Million Wohnungen fehlen.

Diese Lücke ist natürlich mitverantwortlich dafür, dass die Mieten seit langem stark steigen, vor allem in wirtschaftlich starken Gegenden wie der Region Stuttgart. Seit 2007 sind dort die Mietpreise um 30 Prozent nach oben geklettert. Das macht auch vor Weinstadt nicht halt. Ein Stück Sicherheit gibt in diesen Zeiten der Mietspiegel. In Weinstadt wird traditionell mit einigen Monaten Zeitverzögerung der Waiblinger Mietspiegel übernommen – und der wird seit langem dem Haus- und Grundbesitzerverein Waiblingen sowie dem Mieterverein Waiblingen vorgelegt. Beide haben diesem schriftlich zugestimmt.

Er gilt nicht für öffentlich geförderte Wohnungen

Bei nur einer Gegenstimme hat nun der Weinstädter Gemeinderat die Übernahme des Waiblinger Mietspiegels beschlossen. Er ersetzt vom 1. November an den bisher gültigen, zwei Jahre alten Weinstädter Mietspiegel und gilt nicht für öffentlich geförderte Wohnungen, für Werks- und Dienstwohnungen sowie für Wohnungen, die überwiegend gewerblich genutzt werden. Die aufgeführten Mieten sind Nettokaltmieten. Nicht enthalten sind hier Betriebskosten wie etwa für die Wasserversorgung und Entwässerung, die Heizung, den Aufzug oder die Müllabfuhr.

Will der Vermieter die Miete erhöhen, darf er grundsätzlich die ortsüblich verlangte Vergleichsmiete nicht überschreiten. Auch darf die Miete innerhalb eines Zeitraums von drei Jahren nicht um mehr als 20 Prozent erhöht werden.


Vier Wohnlagen

Im Mietspiegel wird zwischen vier verschiedenen Wohnlagen unterschieden – und das wirkt sich auf die Preise aus, die pro Quadratmeter verlangt werden dürfen.

  • Eine einfache Wohnlage ist unter anderem durch Verkehrslärm gekennzeichnet. Schulen, öffentliche Grünflächen und öffentliche Verkehrsmittel sind weit entfernt. Die Haupträume sind überwiegend nach Osten und Norden ausgerichtet.
  • Eine mittlere Wohnlage ist eine Wohnung ohne besondere Vor- und Nachteile. Solche Gegenden sind meist dicht bebaut.
  • Gute Wohnlagen sind aufgelockert bebaut und haben keinen wesentlichen Verkehrslärm. Schule, öffentliche Verkehrsmittel und Einkaufsmöglichkeiten befinden sich in der Nähe.
  • Beste Wohnlagen zeichnen sich dadurch aus, dass die Menschen dort in absoluter Ruhe leben und die Bauweise aufgelockert ist, bei völliger Durchgrünung. Die Verkehrsanbindung zur Innenstadt und zu Freizeiteinrichtungen ist günstig. Meist wohnen die Leute etwas höher und haben eine gute Aussicht.