Weinstadt

Weinstädter Naturschützer: Bäume in Beutelsbach dürfen nicht gefällt werden!

Platanen weg
Krähen nisten in den Platanen. © Benjamin Büttner

Die Diskussion um drei jahrzehntealte, hochgewachsene Bäume in Beutelsbach ruft jetzt lokale Naturschützer auf den Plan. Der Weinstädter BUND-Ortsverband sowie die hiesige Nabu-Gruppe sprechen sich in einer gemeinsamen Pressemitteilung für den Erhalt der Bäume aus.

Hintergrund: Weil in der Ulrichstraße im Bereich der Baumwurzeln Kanalarbeiten notwendig werden, wird erwogen, die Bäume zu fällen. In den Wipfeln hausen Saatkrähen, deren Kot und Lärm ein Problem darstellen. Der Technische Ausschuss des Gemeinderats hatte sich Anfang Mai gegen den Erhalt mittels einer besonderen Bautechnik im Zuge der Kanalarbeiten ausgesprochen. Dafür hatte zuvor die Stadtverwaltung geworben, weil die Platanen stadtbildprägend und ökologisch wertvoll seien. Zeitgleich kam aus dem Bauamt der Vorschlag, die ungeliebten Krähen zu vergrämen. Ob die Bäume überhaupt gefällt werden dürfen, ist aus Gründen des Naturschutzes fraglich.

In ihrer gemeinsamen Pressemitteilung nehmen die Naturschützer von BUND und Nabu direkt Bezug auf den Bericht unserer Redaktion im Nachgang der Ausschusssitzung. „Mit Bestürzung“ hätten sie vom Votum der Räte gegen den Antrag des Tiefbauamt-Leiters Markus Baumeister gelesen. „BUND und Nabu unterstützen dringend das Anliegen der Stadtverwaltung, die Bäume zu erhalten! Ein Fällen der Bäume ist aus vielerlei Gründen nicht zu tolerieren!“, heißt es in der Pressemitteilung, die vom BUND-Vorsitzenden Robert Auersperg und Nabu-Chef Hermann Spiess unterschrieben ist.

Gut fürs Klima: Bäume als CO2-Speicher

Die drei Bäume beschatteten insbesondere auch versiegelte Flächen und seien „für das Kleinklima äußerst wichtig, da es immer mehr trockene und heiße Sommer gibt und geben wird“. Die „stattlichen Stadtbäume“ prägten das Ortsbild, seien CO2-Speicher, erzeugten Sauerstoff, filterten Feinstaub und sorgten für ein erträgliches Klima auch im Hochsommer.

„Es dauert viele Jahre, bis nachgepflanzte junge Bäume ähnlich positive Effekte (insb. auch CO2-Speicherung) haben. Gesunde Bäume müssen geschützt werden und erhalten bleiben, und gleichzeitig müssten in unseren Stadtteilen viele Neupflanzungen in den nächsten Jahren erfolgen“, fordern die Naturschützer.

Saatkrähen sind eine besonders geschützte Vogelart

Auch auf die Rolle der Saatkrähe gehen BUND und Nabu ein. Diese sei „wie alle europäischen Vogelarten eine besonders geschützte Art“. Es sei verboten, ihre Fortpflanzungs- oder Ruhestätten zu beschädigen oder zu zerstören. Die Fortpflanzungsstätten – sprich: die Bäume, wo die Saatkrähe nistet – seien auch dann geschützt, wenn sie gerade nicht bewohnt würden, aber zu erwarten sei, dass die Tiere aufgrund ihrer Standorttreue wieder zu ihnen zurückkehren, was bei der Saatkrähe der Fall sei.

Vergrämungsmaßnahmen seien „in der Regel wenig wirksam“, im Gegenteil wüchsen ungestörte Kolonien verhältnismäßig langsam. „Ein sprunghaftes Ansteigen der Brutpaarzahlen von einem auf das andere Jahr ist in der Regel auf Zuwanderungen zurückzuführen, die wiederum auf Störungen in anderen Kolonien zurückzuführen sind.

Selbst ein Fällen dieser Bäume würde die Situation in Beutelsbach nicht lösen, sondern nur verlagern. Daher raten wir von Vergrämungsmaßnahmen gegen die Saatkrähen ab“, schreiben die Naturschützer. Die Gemeinderäte fordern sie auf: „Schließen Sie sich der Argumentation des Tiefbauamt-Leiters an und denken Sie an die Zukunft unserer Stadtteile!“

GOL-Fraktion im Weinstädter Gemeinderat: „Eindeutig rechtswidrig!“

In dieselbe Kerbe schlägt die GOL-Fraktion, die schon im Technischen Ausschuss als Einzige für die vom Bauamt vorgeschlagenen baumschonenden Kanalbauarbeiten mittels Saugbagger plädiert hatte. In einer erneuten Stellungnahme betonen die Grünen den besonderen Schutzstatus der Krähen und ihrer Nistplätze: „Eine unmittelbare Rodung der Platanen wäre also eindeutig rechtswidrig!“

Es sei erforderlich, dass OB Michael Scharmann und Baubürgermeister Thomas Deißler „diese Rechtslage unmissverständlich klarstellen“. Ob Vergrämungsmaßnahmen sinnvoll und rechtens wären, sollte nach Sicht der GOL-Fraktion von Sachverständigen geprüft werden.

Das abschließende Votum: „Die Platanen müssen geschützt werden, sie sind für Klima- und Naturschutz gleichermaßen wichtig wie für das Beutelsbacher Ortsbild!“

Die Diskussion um drei jahrzehntealte, hochgewachsene Bäume in Beutelsbach ruft jetzt lokale Naturschützer auf den Plan. Der Weinstädter BUND-Ortsverband sowie die hiesige Nabu-Gruppe sprechen sich in einer gemeinsamen Pressemitteilung für den Erhalt der Bäume aus.

Hintergrund: Weil in der Ulrichstraße im Bereich der Baumwurzeln Kanalarbeiten notwendig werden, wird erwogen, die Bäume zu fällen. In den Wipfeln hausen Saatkrähen, deren Kot und Lärm ein Problem darstellen. Der Technische

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