Weinstadt

Weinstadt: Die Hundesteuer wird um zehn Prozent teurer

Hund
Für Hundehalter wird es auch in Weinstadt bald teurer (Symbolbild). © ALEXANDRA PALMIZI

In diesem Jahr soll die Hundesteuer in Weinstadt um rund zehn Prozent erhöht werden. Diese Änderung geht auf einen Antrag der Freien Wähler Weinstadt (FWW) zum Haushalt 2022 zurück. In der letzten Gemeinderatssitzung des alten Jahres wurde diesem Antrag vom Gremium ohne viel Diskussion zugestimmt. Aber was ist der Gedanke dahinter? Und was bedeutet diese Gebührenerhöhung konkret für Hundehalter?

Seit 2019 Extragebühr für Kampfhunde

Bisher beträgt die Hundesteuer für einen Hund 120 Euro im Jahr, für jeden zusätzlichen Hund zahlen Hundehalter doppelt so viel, also 240 Euro im Jahr.

Richtig teuer wird es, wenn eines oder mehrere der Tiere als Listen- beziehungsweise Kampfhund eingestuft wird: Halter zahlen unter anderem für Pitbulls, Bullterrier, Staffordshire Bullterrier, aber zum Beispiel auch für die Haltung eines Mastiffs, einer Bordeaux Dogge oder eines Tosa Inus satte 600 Euro im Jahr. Die Hundesteuer wurde in dieser Form zuletzt im Jahr 2012 festgelegt, als neueste Änderung der Satzung kam 2019 die Sondergebühr für Listenhunde hinzu.

Weinstadt bei der Hundesteuer bisher unter dem Durchschnitt

Damit befindet sich Weinstadt bisher im Vergleich mit den Nachbarkommunen bei der Hundesteuerhöhe knapp unter dem Durchschnitt. Gleich viel zahlten Hundebesitzer Stand Dezember 2021 laut einer Abfrage der Weinstädter GOL-Fraktion in Waiblingen, Backnang und Korb.

Billiger war es demnach im Umland nur in Winterbach (100 Euro beim Ersthund pro Jahr) und in Kernen (108 Euro beim Ersthund pro Jahr). Mit 144 Euro Hundesteuer im Jahr für einen Hund, 288 Euro für weitere Tiere und ganzen 810 Euro jährlich bei Listenhunden führt Schorndorf die Liste mit einigem Abstand an.

Stadt hat Mehraufwand mit Abfallkörben und Tütenspendern

Dieses Jahr und mit dem Beschluss des neuen Haushalts soll die Hundesteuer um zehn Prozent angehoben werden. Die FWW hat diese Steuererhöhung mit der Begründung beantragt, dass die Hundesteuer eben seit langer Zeit nicht mehr angepasst worden ist und die Stadt Weinstadt zwischenzeitlich viele Hundetütenspender und Abfallkörbe aufgestellt hat.

Das bedeute einen deutlichen Mehraufwand für die Stadt und den Bauhof, findet FWW-Fraktionsvorsitzende Isolde Schurrer. Deshalb sei eine Anhebung der Hundesteuer auf 132 Euro pro Jahr beim Ersthund angemessen.

Ein- oder zwei Euro mehr pro Monat 

Wer nur einen Hund besitzt, zahlt also künftig umgerechnet elf Euro pro Monat, einen Euro mehr als bisher. „Es war der Wunsch vom Kämmerer, dass es durch zwölf teilbar ist“, erklärt die Fraktionsvorsitzende.

Weil es sich um eine Erhöhung in Prozent, nicht in Euro handelt, kommt die neue Satzung aber Weinstädtern mit mehreren Hunden und besonders die Besitzer von Listenhunden teurer zu stehen: Ab dem zweiten Hund fällt dann jährlich eine Steuer von 264 statt 240 Euro pro Tier an, das sind umgerechnet zwei Euro mehr pro Monat. Hierbei wäre Weinstadt dann gleichauf mit den Kommunen Fellbach, Remseck und Winnenden.

Wenn die zehnprozentige Erhöhung auch auf die Sondersteuer für Kampfhunde umgelegt wird, wären hier pro Jahr 60 Euro zusätzlich fällig, also fünf Euro mehr pro Monat als bisher. In den meisten Umlandkommunen ist der Steuersatz für Listenhunde jedoch von der regulären Hundesteuer abgekoppelt – und in vielen Fällen sogar noch deutlich höher als in Weinstadt.

Die Stadt braucht das Geld

Anders als bei manch anderem Antrag der Fraktionen zum neuen Haushalt sei dem Vorschlag zur Hundesteuer im Gremium ohne allzu viel Diskussion zugestimmt worden, berichtet FWW-Fraktionsvorsitzende Isolde Schurrer. Denn allen ist klar: Die Stadt Weinstadt hat viele Schulden, wegen der anhaltenden Corona-Pandemie sind nach wie vor in vielen Bereichen weniger Einkünfte zu erwarten.

Die Stadt kann also jedes bisschen an Steuereinnahmen sehr gut gebrauchen. So sei ihre Fraktion auch auf diesen Antrag gekommen, so Schurrer: „Wir von den Freien Wählern haben uns überlegt, wo man noch Geld einnehmen könnte.“

Wer seinen Hund nicht anmeldet, begeht Ordnungswidrigkeit

Bei anderen Einkommensquellen der Kommune wie zum Beispiel der Gewerbesteuer lässt sich nicht ohne weiteres etwas verändern – da habe es sich gut getroffen, dass die Hundesteuer seit langem nicht mehr angepasst worden sei.

So unerfreulich diese Nachrichten für viele Hundehalter auch sein mögen, Weinstadt steht mit der Steueranpassung nicht allein da: Auch in Winnenden, Fellbach, Plüderhausen und Rudersberg ist in den vergangenen Jahren der Steuersatz erhöht worden. Es ist übrigens keine gute Idee, seinen Hund aus Protest gar nicht anzumelden: Wer das tut, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem hohen Bußgeld geahndet werden kann. Manche Hunde wie zum Beispiel Rettungs- oder Blindenhunde können von der Hundesteuer befreit werden.

In diesem Jahr soll die Hundesteuer in Weinstadt um rund zehn Prozent erhöht werden. Diese Änderung geht auf einen Antrag der Freien Wähler Weinstadt (FWW) zum Haushalt 2022 zurück. In der letzten Gemeinderatssitzung des alten Jahres wurde diesem Antrag vom Gremium ohne viel Diskussion zugestimmt. Aber was ist der Gedanke dahinter? Und was bedeutet diese Gebührenerhöhung konkret für Hundehalter?

Seit 2019 Extragebühr für Kampfhunde

Bisher beträgt die Hundesteuer für einen

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