Weinstadt

Weinstadt: Führungsduo über Ideen für Reinhold-Nägele-Realschule und Lehrermangel

Reinhold-Nägele-Realschule
Die neue Führungsspitze an der Reinhold-Nägele-Realschule: Schulleiterin Stefanie Böhringer (rechts) und Konrektorin Jutta Schiefer. © Benjamin Büttner

Die Reinhold-Nägele-Realschule hat ein neues Führungsduo: Schulleiterin Stefanie Böhringer erhält Verstärkung von Konrektorin Jutta Schiefer. Beide Frauen haben langjährige Erfahrung, wollen aber auch frischen Wind nach Endersbach bringen.

Stefanie Böhringer (45) ist keine Unbekannte für Schülerschaft, Eltern und Kollegium: Seit 2001 ist sie an der Reinhold-Nägele-Realschule, zunächst als Lehrerin, dann 13 Jahre lang als Konrektorin. Ein Job, den die 45-Jährige gerne gemacht hat. Doch als ihr Vorgänger, der ehemalige Schulleiter Peter Schultheiß, in Rente geht, sieht sie die Möglichkeit, andere Schwerpunkte in ihrer Arbeit zu setzen.

„Das hat sich kurzfristig so ergeben“, sagt Stefanie Böhringer. Seit August 2021 ist sie die neue Schulleiterin. Nun plant und organisiert sie nicht mehr schwerpunktmäßig Stunden- und Vertretungspläne, sondern leitet die Geschicke der Schule. Die anderen Aufgaben übernimmt nun Jutta Schiefer. Die 55-Jährige ist das neue Gesicht an der Schule und musste gleich zu Arbeitsbeginn im Mai 2022 voll durchstarten. Der Grund: Schulleiterin Böhringer war zehn Tage in Quarantäne. „Das war spannend, aber ich wurde von den Kollegen begleitet und eingewiesen“, sagt Schiefer schmunzelnd.

„Wir ergänzen uns wunderbar“, sind sich beide Frauen einig. Denn Stefanie Böhringer und Jutta Schiefer haben einiges gemeinsam. Über das Nachhilfegeben haben sie zum Lehrberuf gefunden. „Meine Mutter war Grundschullehrerin, deshalb war der Beruf immer präsent“, sagt Stefanie Böhringer. Sie studiert Mathe, Geschichte und Politik an der Pädagogischen Hochschule in Ludwigsburg, absolviert danach das Referendariat an der Salier-Realschule in Waiblingen. „Während des Studiums habe ich immer Nachhilfe gegeben, das hat Spaß gemacht.“

Vom Programmieren zum Lehren

Bereits in der Schulzeit hat Jutta Schiefer damit begonnen, Nachhilfe zu geben - im Fach Mathematik. „Das ist irgendwie hängengeblieben“, sagt die 55-Jährige. Die studierte Diplom-Mathematikerin arbeitet zunächst als Programmiererin, bis sie merkt, dass ihr der Lehrberuf mehr am Herzen liegt. „Ein Quereinstieg war zu der Zeit nicht möglich“, erzählt sie.

Kurzum studiert sie kurz vor 40 an der Pädagogischen Hochschule in Schwäbisch Gmünd. Ihre Fächer: Mathe, Informatik und Physik. Danach folgen Stationen in Welzheim und Plüderhausen - bis es die Beutelsbacherin beruflich zurück in ihre Heimat verschlägt. Nebenbei ist Jutta Schiefer noch beim Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung (ZSL) tätig und leitet dort Fortbildungen für Informatik.

"Permanent leicht unterbesetzt tut auch weh"

Sowohl die Schulleiterin als auch die Konrektorin sind Lehrerinnen mit Herz und Seele, obwohl es in Zeiten der Corona-Pandemie und des Fachkräftemangels schwierig geworden ist. Zwei Jahre Pandemie und ihre Nachwehen haben zur Folge, dass „Schüler und Lehrer am Limit laufen“, sagt Stefanie Böhringer. In diesem Schuljahr besuchen insgesamt 490 Schülerinnen und Schüler die Reinhold-Nägele-Realschule. Diese werden von 44 Lehrkräften unterrichtet. Vom Fachkräftemangel sei die Schule nicht massiv betroffen, „doch permanent leicht unterbesetzt tut auch weh“, sagt Stefanie Böhringer.

Corona sei nach wie vor ein Unsicherheitsfaktor - ob im Unterricht oder bei der Planung von Abschlussfeiern und Fahrten ins Schullandheim. „Es wäre schön, müssten wir diese Bedenken nicht haben“, ergänzt Konrektorin Jutta Schiefer. Sollten die Corona-Auflagen wieder zurückkommen, sei die Reinhold-Nägele-Realschule gut vorbereitet. „Wir können die Mechanismen wieder hochfahren“, so Böhringer. Dazu zählen unter anderem die Lernplattform Moodle, Testabläufe, Lüftungsmaßnahmen und organisatorische Kniffe bei der Planung des Unterrichts.

Schere zwischen Schülern gehe auf, so die Leiterinnen

Aber: Während der Home-Schooling-Phase sei die Schere zwischen Schülern, die keine, und Schülern, die mehr Unterstützung brauchen, weit auseinandergegangen. „Wenn wir zu weit weg sind von den Kindern, können wir sie schlecht begleiten und bei dem unterstützen, wo sie Hilfe brauchen“, sagt die Schulleiterin. Eine Entwicklung, die im Schulalltag weiter aufgearbeitet werden muss. Die Realschule nehme allerdings an einem Programm vom Land teil. Dabei helfen angehende Lehramtsstudenten bei Schulaufgaben.

„Es gibt aber auch Förderkurse in Deutsch und Mathe in Kooperation mit dem Nachhilfeinstitut Abacus“, sagt die Schulleiterin. Eine Vision der Schulleitung ist außerdem, die Schule in Sachen Digitalisierung voranzubringen und mehr mit der Stadt zu vernetzen – etwa im Bereich Sport oder Kultur. „Unsere Fünft- und Sechstklässler bekommen eine Schnupperstunde beim TC Schnait und spielen Tennis“, sagt Jutta Schiefer. Außerdem sollen den Kindern und Jugendlichen Zukunftsperspektiven mittels Kooperation mit ortsansässigen Firmen geboten werden. „Praktikum, einen Ausflug in den Betrieb oder andere Aktionen“, zählt Stefanie Böhringer auf. Ziel sei es, die Schülerinnen und Schüler bedarfsgerecht und in Rücksprache durch die Schullaufbahn zu begleiten.

Schule soll „spannend, lehrreich, modern“ sein

Fest steht: Die beiden Lehrerinnen wollen an einem Strang ziehen. „Wir möchten den Schülern eine spannende, lehrreiche, moderne, der Zeit angepasste Schulbildung ermöglichen“, sagt die Schulleiterin. Ihre Kollegin Jutta Schiefer ergänzt: „Wir möchten uns breit aufstellen und vieles ermöglichen, auch im außerschulischen Bereich. Wenn man an die Schulzeit zurückdenkt, bleiben genau diese Sachen in Erinnerung.“

Die Reinhold-Nägele-Realschule hat ein neues Führungsduo: Schulleiterin Stefanie Böhringer erhält Verstärkung von Konrektorin Jutta Schiefer. Beide Frauen haben langjährige Erfahrung, wollen aber auch frischen Wind nach Endersbach bringen.

Stefanie Böhringer (45) ist keine Unbekannte für Schülerschaft, Eltern und Kollegium: Seit 2001 ist sie an der Reinhold-Nägele-Realschule, zunächst als Lehrerin, dann 13 Jahre lang als Konrektorin. Ein Job, den die 45-Jährige gerne gemacht hat. Doch

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper