Weinstadt

Weinstadt: Viele Ideen für die Ortsmitte Großheppach - aber wie geht es weiter?

Prinz-Eugen Platz
Am Bushaltestellen-Wartehäuschen scheiden sich die Geister: Ist das Kunst oder kann das weg? © Alexandra Palmizi

Im vergangenen Jahr hat die Stadt Weinstadt viel Arbeit in eine Bürgerbeteiligung gesteckt, mit der gemeinsam Ideen für die Zukunft der Großheppacher Ortsmitte gesammelt worden sind. Als eine von 20 Kommunen hat die Stadt Weinstadt nämlich an dem Modellprojekt „Ortsmitten - gemeinsam barrierefrei und lebenswert gestalten“ teilgenommen.

Abgeschlossen ist das Projekt eigentlich noch nicht – denn keiner der vielen Verbesserungsvorschläge, die Verwaltung und Bürger für den Prinz-Eugen-Platz und die angrenzenden Gebiete herausgearbeitet haben, konnte bis jetzt umgesetzt werden. Wann und wie das passieren wird, ist auch weiterhin unklar.

Ortsbegehung, Workshops und Infostand

Das Ortsmitten-Modellprojekt wird unter Federführung des Ministeriums für Verkehr, des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz sowie des Ministeriums für Soziales und Integration durchgeführt. Im Rahmen des Projekts gab es in Großheppach eine Ortsbegehung, mehrere Workshops für die Bevölkerung, Informationskampagnen und eine Postkartenaktion.

Bei einem „kleinen Platzfest“ im vergangenen September hatten Bürger die Möglichkeit, sich bei Kaffee, Kuchen und Wein mit dem Ersten Bürgermeister und Baubürgermeister Thomas Deißler auszutauschen. Zum Jahresende hin gab es einen Infostand auf dem Prinz-Eugen-Platz, an dem die Ergebnisse der Beteiligung eingesehen werden konnten.

Viele Ideen für den Prinz-Eugen-Platz

In seiner jüngsten Sitzung hat sich der Technische Ausschuss mit dem Abschlussbericht und den daraus resultierenden Empfehlungen auseinandergesetzt. Der Leiter des Stadtplanungsamts Dennis Folk und Michael Frehn vom Fachbüro Planersocietät Mobilität aus Karlsruhe ließen die Eckpunkte des Projektes noch einmal Revue passieren: Für die Ortsmitte Großheppach wünschen sich Anwohner unter anderem neue Sitzmöglichkeit, Begrünung und öffentliche Toiletten.

Auch Ladesäulen für Pedelecs, barrierefreie Fußverbindungen, eine Temporeduzierung, Kurzzeitparkplätze, Spielgeräte für Kinder und bessere Möglichkeiten für Außengastronomie und Dorffeste stehen auf der Wunschliste. Und natürlich soll der Prinz-Eugen-Platz eben auch, wie es der Titel des Modellprojekts schon nahelegt, endlich barrierefrei werden.

Viele wichtige Projekte, die Vorrang haben

Eine Überlegung ist auch, die Bushaltestelle weg vom Prinz-Eugen-Platz in Richtung Ortsausgang auf der Grunbacher Seite zu verlegen, um die Ortsmitte so vom Durchgangsverkehr zu entlasten. Das würde aber auch die Frage aufwerfen, was aus dem Wartehäuschen wird: Das Objekt mit seinen auffälligen weißen Bögen ist für viele Großheppacher Kult und gehört ebenso zum Ortsbild wie das alte Rathaus – andere würden sein baldiges Verschwinden durchaus begrüßen.

Bisher sind all diese Maßnahmen jedoch reine Zukunftsmusik. Denn einen konkreten Plan für die Finanzierung oder ein Förderprogramm, das die Kosten decken würde, gibt es bisher nicht. Im Gegenteil: In Weinstadt stehen in den kommenden Jahren viele wichtige Projekte an, die die sowieso schon verschuldete Kommune viel Geld kosten werden. So steht zum Beispiel die Erweiterung der Silcherschule in Endersbach an und auch das Projekt Bürgerpark/Grüne Mitte ist noch nicht abgeschlossen.

Lässt sich die Planung überhaupt umsetzen?

Außerdem greift die Stadt bei der geplanten Neugestaltung der Ortsmitte Endersbach bereits auf weitreichende Fördermittel zurück. Sich eine zweite Ortsmitte aus den gleichen Fördertöpfen finanzieren zu lassen – dafür stehen die Chancen nach Einschätzung von Baubürgermeister Thomas Deisler eher schlecht. Trotzdem wolle die Stadt jetzt prüfen, was möglich ist.

So lautet auch der Beschlussvorschlag für den Gemeinderat, auf den sich die Ausschussmitglieder vergangene Woche geeinigt haben. Die Verwaltung soll die Zielplanung konkretisieren und gleichzeitig sämtliche Förderangebote prüfen – in der Hoffnung, dass aus der aufwendigen Planung in naher Zukunft auch wirklich etwas entstehen kann.

Außengastronomie soll bald umgesetzt werden

Zeitgleich wolle man vor Ort die ein oder andere kleinere Maßnahme anpacken, die sich ohne große finanzielle Auswirkungen umsetzen lässt. So soll zum Beispiel dieses Jahr schon eine Lösung für Außengastronomie am Prinz-Eugen-Platz gefunden werden.

„Es ist ganz wichtig, dass man hier dran bleibt“, betonte Ulrich Witzlinger (CDU). Sonst würden die Zweifler noch recht behalten, die von vornherein geunkt hätten, dass aus der neuen Ortsmitte wohl eher nichts werde. „Sehen Sie in den nächsten Jahren eine Chance für so eine Förderung?“, wollte Armin Zimmerle (FWW) von Thomas Deißler wissen. Das sei zum jetzigen Zeitpunkt der berühmte „Blick in die Glaskugel“, gab der Erste Bürgermeister zu.

Im vergangenen Jahr hat die Stadt Weinstadt viel Arbeit in eine Bürgerbeteiligung gesteckt, mit der gemeinsam Ideen für die Zukunft der Großheppacher Ortsmitte gesammelt worden sind. Als eine von 20 Kommunen hat die Stadt Weinstadt nämlich an dem Modellprojekt „Ortsmitten - gemeinsam barrierefrei und lebenswert gestalten“ teilgenommen.

Abgeschlossen ist das Projekt eigentlich noch nicht – denn keiner der vielen Verbesserungsvorschläge, die Verwaltung und Bürger für den

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