Weinstadt

Wer ist Michael Scharmann?

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Die drei Kandidaten - Michael Scharmann. © Ramona Adolf

Weinstadt. Ende April hat unsere Zeitung bereits geschrieben, dass Michael Scharmann ein heißer Anwärter auf den OB-Sessel ist. Nun hat der Wahl-Strümpfelbacher mit 64,3 Prozent der Stimmen die Wahl gewonnen.

Für Michael Scharmann (42), der in Weinstadt aufgewachsen ist, braucht die Stadt einen OB, der die Stadtverwaltung mit seinem Schwung mitnimmt und Weinstadt wieder voranbringt. Jemanden, der die notwendigen Führungsqualitäten hat und der jung genug für die kontinuierliche Amtsführung und Weiterentwicklung der Stadt ist. „Vom Alter her kann ich der Stadt und ihren Bürgerinnen und Bürgern 24 Jahre dienen und ich würde es mit Leib und Seele tun“, heißt es in seiner Pressemitteilung.

Michael Scharmann war der Erste, der öffentlich seine Kandidatur fürs OB-Amt in Weinstadt erklärte. Er kennt die Stadt gut: Er besuchte die Schnaiter Grundschule und die Reinhold-Nägele-Realschule. Selbst in der Verwaltung, die er künftig führen wird, war er schon mal: „Die habe ich ab 1993 als Verwaltungspraktikant und Inspektorenanwärter bei der Ausbildung kennengelernt.“ Und von 1997 bis 2000 als stellvertretender Sachgebietsleiter im Bereich Information und Kommunikation.

„Weinstadt braucht einen Oberbürgermeister, der mit Leib und Seele Weinstädter ist.“

Derzeit managt der Oberregierungsrat im Stuttgarter Landtag rund 50 Leute, leitet seit 2007 die Inneren Dienste des baden-württembergischen Landtags und ist stellvertretender Referatsleiter Gebäudemanagement. Was sich ein bisschen nach Chefhausmeister anhört, ist ganz was anderes und hat’s in sich: „Ich bin unter anderem verantwortlich für Planung, Organisation, Ausschreibung, Überwachung und Mittelbewirtschaftung von Großprojekten sowie Leitung und Koordination von verschiedensten Bereichen.“ Von 2006 bis 2010 war er außerdem Personalratsvorsitzender der Landtagsverwaltung. Aufgabe in diesem Amt waren unter anderem die Geschäftsführung des Personalrats, Leitung der Personalratssitzungen und Ausübung personalvertretungsrechtlicher Angelegenheiten. 2011 hat sich Scharmann an der Führungsakademie Baden-Württemberg für den höheren Verwaltungsdienst qualifiziert: „Ich kann mit Geld, Personal, politischen Interessen und persönlichen Eigenheiten umgehen. Ich habe Erfahrungen im Vergabe- wie im Personalrecht. Ich kann Pläne lesen, umsetzen oder kritisch hinterfragen und ich habe durch meine Ausbildung das breite Fachwissen, das ein OB heute einfach braucht.“

Eines hat Scharmann allerdings nicht, ein Parteibuch. Auf der städtischen Ebene ist es aus seiner Sicht „nicht schlecht“, wenn ein Oberbürgermeister nicht parteipolitisch gebunden ist. Die politische Heimat des Weinstädters bei seinem bisherigen kommunalpolitischen Engagement wurden deswegen die Freien Wähler. Seit zwei Jahren sitzt er für sie im Gemeinderat, hat weitere kommunalpolitische Erfahrung gesammelt. Das Ergebnis zählt er in Form von Punkten auf, an denen er als OB ansetzen will: „Wirtschaftsförderung – damit Weinstadt ein starker Wirtschaftsstandort bleibt. Haushalt – wer nicht viel Geld hat, muss es intelligent einsetzen und nach Geldquellen suchen. Wohnungsbau – denn es rückt eine Generation junger Familien nach, die passende Wohnungen brauchen. Ortskernentwicklung – in den Stadtteilzentren haben wir wertvolle Flächen und gleichzeitig die identitätsstiftenden Herzen der Stadt. Kommunikation und Bürgerbeteiligung, aber mit Führungsstärke gepaart – eine Stadt muss Ideen liefern, sammeln, bewerten, umsetzen.“ Weinstadt braucht laut Scharmann einfach wieder mehr Schwung. Er wünscht sich eine generationenübergreifende Familienstadt, in der sich die Leute wohlfühlen.

Info

Vor acht Jahren, als Amtsinhaber Jürgen Oswald als einziger Kandidat bei der Weinstädter OB-Wahl antrat, schrieben 15 Wähler lieber den Namen Scharmann auf den Wahlzettel.