Weinstadt

Wild entsorgten Müll gefressen: Hund aus Weinstadt erleidet Nikotinvergiftung

hundvergiftet
Golden Retriever Teasy wird, in der Tierklinik am Tropf hängend, langsam wieder fit. © Thomas Wilhelm

Eineinhalb Stunden nach der Gassirunde durch die Strümpfelbacher Weinberge beginnt Golden Retriever Teasy am ganzen Körper zu zittern. Schließlich erbricht er sich. Ist er vergiftet? Der Vierbeiner hat draußen in Müllsäcken gestöbert, die jemand achtlos in ein Gebüsch geworfen hatte. Die Hundebesitzer Manuela und Thomas Wilhelm bringen ihn in eine Tierklinik nach Esslingen. Dort stellt sich heraus: Teasy hat eine lebensgefährliche Nikotinvergiftung. Im Erbrochenen des Hundes werden Zigarettenstummel gefunden.

Diese Geschichte hat sich am vergangenen Sonntag ereignet. Weil sein Frauchen und sein Herrchen richtig reagiert haben, geht es Teasy mittlerweile wieder gut.

Die Weinstädter Tierärztin Dr. Eva Krause sagt unserer Zeitung: Wer an seinem Hund Anzeichen einer Vergiftung feststellt, sollte innerhalb der nächsten zwei Stunden zum Tierarzt gehen. „Dort bekommt das Tier eine Spritze, damit es sich erbricht. Es ist wichtig, dass alles rauskommt.“ Zudem würden in diesen Fällen häufig Aktivkohle und Infusionen verabreicht.

Tierärztin Dr. Eva Krause rät: „Lieber einmal mehr zum Tierarzt gehen“

Die meisten Verdachtsfälle – insbesondere was mutwillige Angriffe auf Tiere mittels Giftköder angeht – entpuppten sich als Fehlalarm, sagt die Tierärztin. Erst kürzlich sei ein Frauchen in ihrer Praxis ganz sicher gewesen, ihr Hund sei vergiftet worden. Schließlich stellte sich heraus: Er hatte Feta gegessen – wohl ein Überbleibsel einer Grillparty – und den Käse nicht vertragen. Dennoch rät Dr. Eva Krause: „Lieber einmal mehr zum Tierarzt gehen. Die Hunde spucken zu lassen ist kein großes Ding.“

Im Fall des Strümpfelbacher Golden Retrievers Teasy hat sich die Fahrt nach Esslingen in die Tierklinik „Anicura“ definitiv gelohnt. Die Nikotinvergiftung, die er sich beim Stöbern im Müll eingefangen hatte, hätte tödlich enden können.

Manuela Wilhelm hatte beim Gassigehen unweit des Strümpfelbacher Wasserauffangbeckens gerade Hundekot eingesammelt und den Hund deshalb aus den Augen verloren. Als sie ihn schließlich vom Müll im Gebüsch zurückgepfiffen hatte, war es schon zu spät gewesen.

"Ich lag fünfeinhalb Stunden in der Tierklinik neben meinem Hund auf dem Boden"

Ihr Mann, der Strümfelbacher Feuerwehrkommandant, brachte den Hund später in die Klinik. „Ich lag fünfeinhalb Stunden in der Tierklinik neben meinem Hund auf dem Boden“, berichtet Thomas Wilhelm. Große Sorgen habe er sich gemacht, dass Teasy sich nicht mehr erholen würde. Der Hund habe in der Klinik Aktivkohle, Entwässerungsmittel und eine Infusion bekommen – und sich nach einiger Zeit von den heftigen Krämpfen und Zitteranfällen erholt.

Dass Hunde Zigarettenstummel fressen, komme bei ausgewachsenen Tieren selten vor, sagt Tierärztin Dr. Eva Krause, eher noch bei Welpen. In Teasys Fall waren die Kippen wohl nur Beifang zwischen den weggeworfenen Lebensmitteln. Wobei manche Hunde fast alles fressen, sagt die Tierärztin. Ist einmal etwas Giftiges dabei, gilt: je kleiner der Vierbeiner, desto größer die Gefahr.

Auch für Kleinkinder sind Zigarettenstummel gefährlich

Das lässt sich übrigens auch auf Menschen übertragen: Vor einiger Zeit sei sie mit ihrer Tochter vom Spielplatz ins Krankenhaus gefahren, weil die nicht ganz Einjährige einen Zigarettenstummel gegessen hatte, berichtet Tierärztin Krause. Auch diese Geschichte ist glücklicherweise gut ausgegangen, hat aber die gleiche Moral: Menschen, kümmert euch um euren Müll!

Die Hundebesitzer Manuela und Thomas Wilhelm wollen den unbekannten Müllsünder bei der Polizei anzeigen. Wer seinen Müll einfach in die Natur werfe, gefährde nicht nur das Leben von Haus-, sondern auch von Wildtieren, sagen sie. Diese würden ja nicht in einer Klinik aufgepäppelt, sondern womöglich qualvoll verenden. Die Müllsäcke hat Manuela Wilhelm fotografiert und sie der Stadt gemeldet. Sie wurden zwischenzeitlich entsorgt und sind immerhin keine Gefahr mehr.

Eineinhalb Stunden nach der Gassirunde durch die Strümpfelbacher Weinberge beginnt Golden Retriever Teasy am ganzen Körper zu zittern. Schließlich erbricht er sich. Ist er vergiftet? Der Vierbeiner hat draußen in Müllsäcken gestöbert, die jemand achtlos in ein Gebüsch geworfen hatte. Die Hundebesitzer Manuela und Thomas Wilhelm bringen ihn in eine Tierklinik nach Esslingen. Dort stellt sich heraus: Teasy hat eine lebensgefährliche Nikotinvergiftung. Im Erbrochenen des Hundes werden

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