Weinstadt

Zum Endersbacher Biergarten soll ein Hotel kommen

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Der Biergarten von Pächter Diego Husaini soll zu einem Restaurant mit Außenbewirtschaftung und Übernachtungsgästen werden. © ZVW/Gabriel Habermann

Weinstadt-Endersbach. Sie lässt sich vom Ärger der Anwohner nicht abschrecken: Die Stadt Weinstadt unterstützt weiter den Biergarten im ehemaligen Endersbacher Steinbruch. Der Investor und sein Pächter Diego Husaini wollen dort 2020 aus dem Provisorium ein festes Gebäude machen – inklusive Gästezimmern für Übernachtungen. Was heißt das für das Parkplatzproblem?

Von einem Hotel will Pächter Diego Husaini nicht sprechen. Das geplante Gebäude, das im Steinbruch entstehen soll, nennt er ein Restaurant mit Gästezimmern. Heißt: Zwölf Monate lang können dann dort Leute essen und trinken, in der warmen Jahreszeit wird es zusätzlich eine Außenbewirtschaftung geben. Es wird dann also kein reiner Biergarten mehr sein. Zusätzlich soll es im Erdgeschoss neben dem Restaurant einen Raum geben, der für Geburtstage und Jubiläumsfeiern gebucht werden kann. In dem Gebäude, das maximal 10,50 Meter hoch werden darf, sind auch elf bis zwölf Zimmer für Übernachtungen vorgesehen. Die Gäste können laut Diego Husaini noch ein Frühstück dazubuchen. Zur genauen Zahl der Parkplätze kann sich der Pächter noch nicht äußern. Nur so viel: „Es wird auf jeden Fall eine Tiefgarage geben.“

Nachbarn fürchten um den Wert ihrer Immobilien

All das dürfte in Teilen des benachbarten Wohngebiets Trappeler kaum ankommen. Eine Gruppe von Anwohnern protestiert dort seit Wochen gegen einen Weiterbetrieb des Biergartens und Kanuverleihs im ehemaligen Steinbruch. Die Leute fürchten um den Wert ihrer Häuser und sammelten deshalb Unterschriften. Sie kritisieren, dass insbesondere der Biergarten für Lärm, zugeparkte Einfahrten und Vermüllung sorgen würde. Als unsere Zeitung Mitte Oktober darüber berichtete, teilte der Sprecher der Stadt Weinstadt mit, dass für eine mögliche Weiterführung des gastronomischen Angebots momentan ein Konzept erstellt werde, „das insbesondere die Interessen der direkten Anwohner besser berücksichtigen wird“.

In der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses wurde der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan vorgestellt. Der konkrete Bauantrag war natürlich nicht Thema, aber es war für alle klar, dass es um den Biergarten geht. Einige Anwohner saßen auf den Zuhörerbänken und verfolgten die Debatte. Baubürgermeister Thomas Deißler machte gleich deutlich, was er von der Idee hält, den bei den Anwohnern umstrittenen Biergarten vom Steinbruch auf die benachbarte Birkelspitze zu verlagern – nämlich nichts. „Es ist der völlig falsche Ort.“

Baubürgermeister für Anwohnerparkplätze

Deißler begründete es damit, dass in dem neuen Konzept nun auch ein Hotelbetrieb vorgesehen sei und nicht nur ein Biergarten. Fakt ist freilich, dass es im Steinbruch bislang sehr wenige Parkplätze gibt – mit der Folge, dass die Biergartengäste das ganze Wohngebiet regelmäßig zuparkten. Zwar wurde ein offizieller Stellplatz auf dem benachbarten Birkelareal ausgewiesen, aber der liegt weiter weg. Folge: Aus Gründen der Bequemlichkeit wird er nicht ausreichend genutzt.

Für Deißler besteht die Lösung darin, Anwohnerparkausweise einzuführen. Dann dürften Biergartengäste im Trappeler nicht mehr parken. Ob das möglich ist, wird nach seiner Aussage vom Weinstädter Ordnungsamt gerade geprüft. „Wenn es nicht geht, wird es schwierig“, räumt der Baubürgermeister ein.

Anwohner anhören, aber nicht einbeziehen

Die Anwohner will Deißler im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens anhören – aber in das konkrete Bauprojekt möchte er sie nicht einbeziehen. Für ihn ist klar, dass es einen enormen Bedarf in der Bevölkerung an solch einem Restaurant mit Hotel im Trappeler gibt. Das überwiegt für Deißler. „So funktioniert die Demokratie.“

CDU-Fraktionschef Ulrich Witzlinger mahnte indes an, für eine Entscheidung den Stadträten auch mitzuteilen, um welchen Bedarf an Parkplätzen es geht. Es wäre aus seiner Sicht schade, wenn die Anwohner vergrätzt würden. Das letzte Wort in Sachen Aufstellungsbeschluss hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am 28. November. Unsere Zeitung hat versucht, eine der Wortführerinnen der protestierenden Anwohnerschaft zu sprechen. Sie war jedoch für eine Stellungnahme nicht erreichbar.


Weinstadt-Endersbach. Sie lässt sich vom Ärger der Anwohner nicht abschrecken: Die Stadt Weinstadt unterstützt weiter den Biergarten im ehemaligen Endersbacher Steinbruch. Der Investor und sein Pächter Diego Husaini wollen dort 2020 aus dem Provisorium ein festes Gebäude machen – inklusive Gästezimmern für Übernachtungen. Was heißt das für das Parkplatzproblem?

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