Welzheim

150 Jahre Welzheimer Zeitung: Das wird gefeiert

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Im Oktober 2016 trat „Gradraus“ in Gschwend auf. Im Juli spielen sie zweimal im Welzheimer Wald. © Karl-Heinz Rückert
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Wolfgang Staudt, Frank Wahala und Achim Frank sind „Three4Music“. © Privat
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Wolfgang Staudt, Frank Wahala und Achim Frank sind „Three4Music“. © Foto Kühnle Welzheim

Welzheimer Wald/Kaisersbach. In diesem Jahr feiert die Welzheimer Zeitung ihr 150-jähriges Bestehen – und das gleich viermal im Welzheimer Wald mit unseren Leserinnen und Lesern – und allen Neugierigen. In Kaisersbach, Welzheim und Alfdorf wird im Juni und Juli gefeiert – mit der Welzheimer Band „Three4Music“ und der Mundartband „Gradraus“. Am 3. September lädt der Zeitungsverlag Waiblingen abschließend zu einem Familientag in den Schwabenpark ein.

150 Jahre wird die Welzheimer Zeitung alt (siehe Artikel unten). Und das soll – das muss – gefeiert werden! In allen drei Kommunen, in denen unsere Zeitung erscheint, wollen mir mit unseren Leserinnen und Lesern sowie allen Besuchern eine große Party schmeißen. In zwei Wochen, am 11. Juni, geht es los: Mitten in Kaisersbach werden wir das Jubiläum gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr Kaisersbach gebührend feiern. Dazu wird der Zeitungsverlag ein großes Rahmenprogramm bieten.

Für das leibliche Wohl ist gesorgt

Die ehrenamtlichen Helfer grillen für die Besucher, bieten am Nachmittag Kaffee und Kuchen an und servieren als besondere Spezialität „Schnitzelburger“. Sie sorgen dafür, dass die Gäste feiern können. Herzlichen Dank dafür! Es gibt Getränke und mehr – alles zu zivilen Preisen. Zeitungsleser profitieren, denn in den nächsten Ausgaben werden Gutscheine angeboten. Feuerwehr und Zeitungsverlag feiern am Sonntag, 11. Juni, von 11 bis etwa 17 Uhr. Redakteure und Vertreter des Zeitungsverlags Waiblingen werden vor Ort sein. Auch Bürgermeisterin Katja Müller wird die Gäste begrüßen.

Auch die Unterhaltung darf nicht fehlen 

Der Verlag bietet ein Mitmach-Puppentheater an. Der Nachwuchs kann ebenfalls zaubern. Der Schwabenpark wird extra ein Kinderkarussell aufbauen. Die Mitglieder der Jugendfeuerwehr zeigen bei einer Schauübung, was sie können. Ab 13 Uhr wird es etwas lauter: Die Band „Three4Music“ spielt. Die drei Musiker aus Welzheim werden für gute Stimmung sorgen – garantiert. Daher sind alle Leute aus dem Welzheimer Wald und dem Remstal eingeladen, egal ob Leser oder nicht, gemeinsam mit der Welzheimer Zeitung zu feiern.

Weiter geht’s im Juli und September

Das Fest in Kaisersbach ist erst der Beginn. Im Juli stehen dann zwei Feste in Welzheim und Alfdorf an. In der Limesstadt wird am Sonntag, 9. Juli, gefeiert – ebenfalls mitten in der Stadt. Ab 13 Uhr wird die Band „Gradraus“ spielen. Schon der Name der Band ist irgendwie Programm: Gradraus, so wollen sie sein und so soll auch ihre Musik klingen. Dabei spielt das Schwäbische eine große Rolle. Ihm, der eigenen Mundart, fühlt man sich verpflichtet. Schließlich haben fast alle acht Bandmitglieder ihre Wurzeln im Welzheimer Wald. Tatkräftig wird die Welzheimer Feuerwehr mithelfen.

Am 30. Juli wird das 150-jährige Bestehen der Welzheimer Zeitung in Alfdorf gefeiert, ebenfalls an einem Sonntag von 11 bis etwa 17 Uhr auf dem Marktplatz. Erneut wird die Band „Gradraus“ für Stimmung sorgen. Die Alfdorfer Landfrauen werden die Gäste verwöhnen. Als besondere Leckerbissen wird es Wraps geben.

Abschluss im Schwabenpark

Der Abschluss des Jubiläums wird im Schwabenpark gefeiert. Dort bietet der Zeitungsverlag Waiblingen, zu dem die Welzheimer Zeitung gehört, am 3. September einen Familientag an. Im Welzheimer Wald wird diesen Sommer viel gefeiert!


In den 1860er Jahren veränderte sich die Zeitungslandschaft im Welzheimer Wald. Seit 1840 gab es Bestrebungen, in der Limesstadt, damals Sitz des Oberamtes Welzheim, eine eigene Zeitung zu gründen, ein „Intelligenzblatt“, ein amtliches Mitteilungsblatt mit Nachrichten und Informationen aus und für den Welzheimer Wald. Vor 150 Jahren war es dann so weit. Der Bote vom Welzheimer Wald wurde gedruckt. Zuvor erschien in Welzheim die „Rems-Zeitung – Amtsblatt für den Oberamts-Bezirk Welzheim“, beziehungsweise bis Juni 1867 der „Bote vom Remsthal“.

"Bote vom Welzheimer Wald" löst Rems-Zeitung ab

In der 2002 erschienenen „Welzheimer Gesamtchronik“, herausgegeben unter dem Titel „Welzheim – Vom Römerlager zur modernen Stadt“ von Sönke Lorenz und Andreas Schmauder, heißt es: „Nach jahrzehntelanger Blockade des Stadtrats durfte 1866 eine Druckerei in Welzheim eröffnen, die ein Jahr später von Christian Ludwig Unterzuber übernommen wurde. Bei ihm erschien seit 1867 der ‚Bote vom Welzheimer Wald‘“, der die Rems-Zeitung im Oberamt ablöste.

Weichen für "Welzheimer Zeitung" bereits 1867 gestellt

In der ersten Ausgabe am 3. Januar 1868 kam es dann auch zu einer Änderung des Titelbildes (siehe unten). Das Neuerscheinen des „Boten vom Welzheimer Wald“ wird allerdings mit keinem Wort erwähnt. Auch die Auflistung der Jahrgänge spricht dafür, dass die Weichen für die spätere „Welzheimer Zeitung“ bereits 1867 gestellt worden waren. Die Titelseiten der Ausgaben im Jahr 1907 tragen den Zusatz „41. Jahrgang“. Rechnet man zurück, wäre der erste Jahrgang 1867 erschienen.

Welzheimer Intelligenzblatt: "nicht im Interesse des dortigen Publikums"

Lorenz und Schmauder thematisieren „den langen Weg zur eigenen Zeitung von 1840 bis 1867“. 1840 wollte der Reutlinger Buchdrucker August Fleischhauer in Welzheim eine Druckerei eröffnen, die erste im damaligen Oberamt Welzheim, und ein Intelligenzblatt herausgeben. „Mit Hilfe der württembergischen Bücher- und Zensurbehörde beim Innenministerium in Stuttgart wurde die Gründung untersagt“, schreibt Manfred Wassner in der Welzheimer Gesamtchronik. Das Erscheinen eines Welzheimer Intelligenzblatts wäre „nicht im Interesse des dortigen Publikums“, hieß es.

Es fehlte der Rückhalt

Weiterhin sollte der „Bote vom Remsthal“ in der Limesstadt erscheinen, da sich dieses Blatt eher „mit den Interessen der Zensur deckte“, schreibt Wassner. Auch innerhalb Welzheims habe der Rückhalt für ein eigenes Blatt gefehlt. Weitere Druckereigründungen wurden verboten. Der Stadtrat wollte keine Druckerei respektive Zeitung. Auch das Innenministerium blieb der Ansicht, es liege „entschieden kein Bedürfnis zur Errichtung einer Buchdruckerei vor“. Dann kam die Wende.

Liberalisierung des Gewerberechts

1862 erfolgte eine Liberalisierung des Gewerberechts. Das war der Durchbruch – obwohl der Gemeinderat noch 1866 keinen Bedarf für eine Druckerei sah. Doch Oberamtmann Wilhelm Gottlob setzte sich „gegen die örtlichen Bedenkenträger durch“. Der Aalener Drucker Ludwig Gottlob Stierlin erhielt die Erlaubnis für eine eigene Druckerei: „Auf 1. Juli 1867 wurde dieser Betrieb und die Konzession von Christian Ludwig Unterzuber aus Spiegelberg käuflich übernommen, der mit der Herausgabe eines Lokalblattes begann. Das war die Geburtsstunde des ‚Boten vom Welzheimer Wald‘, der in Welzheim und Umgebung nun den ‚Boten vom Remsthal‘ weitgehend verdrängte“. In einer Sonderbeilage wird die Redaktion des Zeitungsverlags Waiblingen bald detailliert auf die Geschichte der Welzheimer Zeitung, ehemals „Bote vom Welzheimer Wald“, eingehen.

Kindertheater, Karussell und tolle Musik

Das erste Fest der Welzheimer Zeitung zum 150-jährigen Bestehen findet am Sonntag, 11. Juni, auf dem Gelände der Feuerwehrwache in Kaisersbach statt, sprich: mitten in Kaisersbach, Ortswiesenweg. Beginn der Hocketse ist um 11 Uhr, Ende gegen 17 Uhr. Es gibt leckeres Essen, gute Getränke und Gespräche sowie ein tolles Programm für unsere Leserinnen und Leser und alle Festbesucher, insbesondere für Kinder. Es wird eine Puppenbühne mit Kaspertheater, ein Luftballonstand und ein Kinderkarussell für die ganz Kleinen geben.

Außerdem wird die Jugendfeuerwehr eine Schaulöschübung zeigen. Somit müsste für jedes Alter was dabei sein. Auch der Zeitungsverlag Waiblingen wird sich vor Ort präsentieren.

Das Mitmach-Kaspertheater spielt um 13, 14, 15 und 16 Uhr. Auf dem Programm stehen „Bello und der Räuber Schreck“ sowie „Kasper und der Geist“. Beide Stücke werden abwechselnd gespielt. Dauer rund 20 bis 25 Minuten. Zwischendurch ist „Mitmachzaubern“ angesagt. Außerdem werden Ballons modelliert und verschenkt.

Der Schwabenpark wird außerdem eine Attraktion aufbauen. Der Nachwuchs kann sich auf ein Kinderkarussell freuen.

Musikalische Begleitung

Gegen 13 Uhr wird es dann musikalisch. Dann legt die Band „Three4Music“ aus dem Welzheimer Wald los. Die Band besteht aus Achim Frank (Bass, Gesang), Wolfgang Staudt (Gitarre, Schlagzeug, Gesang) und Frank Wahala (Gitarre, Gesang).

Alle drei musizieren schon seit ihrer Jugendzeit. Jeder von ihnen hat seine ganz eigene Bandhistorie. Kennengelernt haben sich die drei Musiker durch den Kaisersbacher Gitarrenchor, in dessen Begleitband sie gemeinsam spielen. Die drei sind also keine Unbekannten.

Nachdem die Band, in der Achim Frank und Frank Wahala spielten, aufgelöst wurde und auch Wolfgang Staudt etwas Neues machen wollte, schlossen sich die drei Männer zu einer neuen Band zusammen. „Three4Music“ war geboren. „Wir spielen von Cream über Queen bis hin zu schwäbischen Stücken, von hard bis zart. Wir machen Musik mit Herzblut, offen, direkt und mit Liebe“, schreiben die Musiker.