Welzheim

25 Jahre Sternwarte: Von Welzheim ins Weltall

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Professor Dr. Hans-Ulrich Keller erzählt über die mittlerweile 25-jährige Geschichte der Sternwarte Welzheim. © Danny Galm
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Unsere Nachbarmilchstraße im All - die große Andromeda-Galaxie (M 31) in knapp drei Millionen Lichtjahren Distanz. 400 Milliarden Sonnen bilden dieses riesige Sternsystem. © Laura Edenberger
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Die Strudel-Galaxie (M 51) im Sternbild der Jagdhunde - einer der schönsten Spiralnebel am nördlichen Sternenhimmel. M 51 ist ein gewaltiges Milchstraßensystem in rund 25 Millionen Lichtjahren Entfernung. © Laura Edenberger
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Der offene Sternhaufen der Plejaden (M 45), auch als Siebengestirn bekannt, im Sternbild Stier. Mit bloßen Augen sind sechs bis neun Sterne zu erkennen. Rund 120 Sonnen enthält dieser Haufen, der knapp 400 Lichtjahre von uns entfernt ist. © Laura Edenberger
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Abnehmender Mond fünf Tage nach Vollmond. © Laura Edenberger
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Der Nordamerika-Nebel (NGC 7000) im Sternbild Schwan ist eine riesige interstellare Wasserstoffwolke, deren Form an den nordamerikanischen Kontinent erinnert. Im "Golf von Mexiko" verdunkeln interstellare Staubmassen das Licht der dahinter liegenden Sterne. Entfernung: 2.500 Lichtjahre. © Laura Edenberger
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Der California Nebel. Eine etwa 1.000 Lichtjahre entfernte Gaswolke, die durch den Stern und ein Sternentstehungsgebiet. © Laura Edenberger
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Der Kugelsternhaufen M 13 im Sternbild Herkules - der schönste seiner Art am nördlichen Sternenhimmel. Rund eine Million Sterne drängen sich hier auf einem Raum von knapp 100 Lichtjahren Durchmesser. Entfernung: 25.000 Lichtjahre trennen uns von dieser Sternengesellschaft. © Laura Edenberger
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Die totale Sonnenfinsternis vom 11. August 1999. Letztes Licht vor der vollständigen Bedeckung ("Diamantring-Effekt"). © Laura Edenberger
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Die Taurus Molekül Wolke durchzieht das ganze Bildfeld. Unten rechts sind die bläulich leuchtenden Plejaden (M 45) zu erkennen. Ein etwa 450 Lichtjahre entferntes Gebiet von Dunkelwolken und Brutstätte entstehender Sterne. © Laura Edenberger
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Der Ringnebel M 57 im Sternbild der Leier. Ein alternder Stern hat hier seine äußere Gashülle abgestoßen. M 57 ist rund 2.300 Lichtjahre entfernt. © Laura Edenberger
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Der große Orion-Nebel (M 42) ist ein Sternentstehungsnest in etwa 1.500 Lichtjahren Distanz. Junge, heiße, bläulich leuchtende Sterne regen durch ihre intensive Ultraviolett-Strahlung die interstellaren Gaswolken zum rötlichen Leuchten an. Das blaue Licht stammt von dem am interstellaren Staub reflektierten Sternenlicht. © Laura Edenberger
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Komet Hale-Bopp war zu Jahresanfang 1997 bereits mit bloßem Auge zu sehen. Kometen - einst als Unglücksboten gefürchtet - sind harmlose Himmelserscheinungen. © Laura Edenberger

Welzheim. Das Leben eines Menschen ist wie eine Sternschnuppe, sagt Professor Dr. Hans- Ulrich Keller von der Sternwarte Welzheim, betrachtet man das ganze Weltalter von 14 Milliarden Jahren. Weniger als eine Sternschnuppe würde somit die Sternwarte Welzheim darstellen, die in diesem Jahr immerhin schon ihr 25-jähriges Bestehen feiert. Die Teams des Historischen Vereins und der Sternwarte haben eine Sonderausstellung im Museum vorbereitet, die am Sonntag, 3. September, beginnt.Video: Professor Dr. Hans-Ulrich Keller über die Entstehung des Weltalls. In der Ausstellung sind die Geschichte der Sternwarte Welzheim und die sagenhaften Sternbilder zu sehen.

Wer in den Himmel blickt, in die Tiefen des Universums, um Sterne und Galaxien zu betrachten, der blickt in die Vergangenheit, sagt Martin Gertz von der Mannschaft der Sternenwarte. Denn das Licht der Sterne ist Jahre, Jahrmillionen, ja sogar Milliarden von Jahren zu uns unterwegs.

Sonderausstellung anlässlich des 25. Geburstages 

Mit den Teleskopen des Welzheimer Observatoriums beobachten sie Planeten, Kometen, Doppelsterne, interstellare Gaswolken, Sternhaufen und Galaxien, listet Professor Dr. Hans- Ulrich Keller auf. Dabei hätten die Forscher zunehmend mit Lichtverschmutzung zu kämpfen, der Himmelshintergrund werde zusehendes aufgehellt – auch in Welzheim.

Vor 25 Jahren entschied das Planetarium im Kessel der Landeshauptstadt, eine Außenstelle auf den Höhen des Schwäbischen Waldes aufzumachen. Am 6. September 1992 wurde die Beobachtungsstation eröffnet. Die Geschichte der Sternwarte, die Technik, tolle Aufnahmen aus der Vergangenheit sowie ein paar spielerische Elemente für Kinder und Weltraum-Fans bietet das Museum in der Sonderausstellung.

Astroaufnahmen vom Kometen Hale-Bopp

Fast 50 000 Besucher der Sternführungen sahen mit den Teleskopen der Sternwarte in den vergangenen 25 Jahren die Gebirge und Krater auf dem Mond, die Sichelgestalt unseres Nachbarplaneten Venus, die vier hellen Monde des Jupiters sowie die Wolkenstreifen auf dem Riesenplaneten, Sternhaufen und galaktische Nebel sowie ferne Milchstraßensysteme in den Tiefen des Universums, berichtet Heinrich Lindauer vom Historischen Verein.

Die Menschen blicken nach oben – und sie blicken zurück. Mitunter erblicken sie am Himmel Ereignisse, die vor Tausenden von Jahren stattgefunden haben und nun am Himmel sichtbar werden. Martin Gertz präsentiert einige Astroaufnahmen, unter anderem vom Kometen Hale-Bopp, der 1997 bereits mit bloßem Auge zu sehen war.

Fantastische Fotos von der Milchstraße

Ein Höhepunkt für den Hobby-Forscher. Kometen waren einst als Unglücksboten gefürchtet - sind aber bloß harmlose Himmelserscheinungen. Einige beeindruckende Aufnahmen von Gertz werden ausgestellt. Das sind nicht einfach Schnappschüsse, sondern am Computer bearbeitete Aufnahmen. Dafür wurden zahlreiche Bilder übereinandergelegt. Fantastische Fotos ergeben sich daraus; die Milchstraße oder der große Orion-Nebel.

Wer auf dem Boden steht und in den Himmel blickt, bestenfalls wenn die Luft bei Kälte besonders klar ist, sollte eigentlich rund 3000 Sterne sehen. Doch nicht immer ist der Ausblick gut, was auch an der Lichtverschmutzung liegt. Im Planetarium in Stuttgart ergibt sich ein besserer Blick nach oben.

Ein virtueller Weltraum mit intensiven Farben

Dort wird ein virtueller Weltraum mit intensiven Farben und teilweise hektischen Bewegungen präsentiert. In der Sternwarte in Welzheim wird jedoch die persönliche Inaugenscheinnahme von Himmelsobjekten ermöglicht. „Welzheim bietet den wahren Blick“, sagt Martin Gertz.

Die Sternwarte wirkt dadurch wie eine Rückführung auf das ursprüngliche Betrachtungserlebnis, sagen die Verantwortlichen. Mittlerweile hat die Sternwarte in Langenberg vier Kuppeln. Als Geburtstagsgeschenk zum 25-Jährigen erhielt die Beobachtungsstation ihre vierte Kuppel, die aus dem Nachlass eines passionierten Hobby-Astronomen stammt. In Welzheim ist unter anderem das größte und leistungsfähigste Spiegelteleskop Baden-Württembergs installiert.

Mit dem „Schaukelpferd“ ein Bild der Sonne aufs Papier zaubern

Regelmäßig bieten die Mitglieder der Beobachtergruppe Führungen für Interessierte an, „astronomische Volksbildung“, sagt Professor Keller. Daran wurde auch bei der Ausstellung gedacht. Diese wird von Aktivitäten begleitet, welche die Ehrenamtlichen der Sternwarte und Mitarbeiter des Stuttgarter Planetariums gestalten.

Bei gutem Wetter stehen Instrumente für die Sonnenbeobachtung bereit. Neben einem Spezialteleskop für die Sonnenbeobachtung mit besonderem Filter wird ein kurios aussehendes Gerät eingesetzt, das an ein Schaukelpferd erinnert. Es handelt sich um einen genial einfach konstruierten Apparat, mit dem das Bild der Sonne auf eine kleine Bildfläche projiziert wird – eine Idee aus Welzheim.


Tipps und Anregungen von Experten vor Ort

  • „Von Welzheim ins Weltall“ heißt der Titel einer Sonderausstellung, die vom 3. September bis 29. Oktober im Museum Welzheim gezeigt wird. Selbst wenn die Sonne hinter Wolken verschwunden ist, lassen sich im Museum neben den ausgestellten Fotos von Himmelsobjekten weitere Exponate betrachten.
  • Dazu gehören Instrumente, die für die Amateurastronomie verwendet werden, sowie Hilfsmittel und Hinweise zur Beobachtung von Mond, Planeten und Sternen. Ehrenamtliche Mitarbeiter der Sternwarte geben Anregungen und Tipps zur Himmelsbeobachtung und beantworten Fragen.
  • Die Ausstellungseröffnung ist am Sonntag, 3. September, um 11.30 Uhr im Museum mit einer Einführung zur Ausstellung. Nähere Infos zu Öffnungszeiten und Rahmenprogramm auf www.museumwelzheim.de.