Welzheim

45 Jahre Fahrschule Bischof in Welzheim: Was hat sich verändert?

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Die Fahrschule Bischof in Welzheim feiert in diesen Tagen 45-jähriges Firmenjubiläum. © Privat

Der entscheidende Anstoß, erinnert sich Marcus Fritz, sei von einer Cousine gekommen. Als sie damals den Führerschein machte, wandte sie sich an ihn und fragte, ob er mit ihr nicht ab und zu üben könnte, damit sie sich die eine oder andere Fahrstunde ersparen könnte. Mit Fahrunterricht, blickt der gelernte Automechaniker Fritz zurück, habe er bis dahin nichts am Hut gehabt. Aber natürlich habe er der Cousine ihren Wunsch nicht abschlagen können. Und beim Lernen und Üben habe er entdeckt, dass ihm das Erteilen von Fahrunterricht eine Riesenfreude bereite.

Gerhard Bischof: Suche nach Nachfolger

Als dann die Cousine ihre erste reguläre Fahrstunde hatte, bemerkte der Welzheimer Fahrlehrer Gerhard Bischof, dass da kein absoluter Neuling neben ihm hinter dem Lenkrad saß. Auf seine diesbezügliche Frage habe ihm die Fahrschülerin gebeichtet, dass sie bereits mit ihrem Vetter geübt habe. Der wiederum habe ihr gestanden, dass er an dem Fahrunterricht großes Vergnügen habe und sich dies durchaus als Beruf vorstellen könnte. Und anscheinend überzeugte auch das Ergebnis von den Übungsstunden, die Fritz mit seiner Cousine abgehalten hatte: „Wenn es ihm ernst ist“, meinte Fahrlehrer Bischof, „dann soll er doch einfach mal bei mir vorbeischauen. Schließlich bin ich auf längere Sicht auch auf der Suche nach einem Nachfolger, der einmal in meine Fußstapfen tritt.“

15-monatige Ausbildung zum Fahrlehrer absolviert

Bei der 1978 von Gerhard Bischof gegründeten Welzheimer „Fahrschule Bischof“ habe es sich damals um einen typischen Ein-, Zwei-Personen-Betrieb gehandelt. Er habe sich mit dem damaligen Eigentümer auf Anhieb hervorragend verstanden. Nachdem er die damals 15-monatige Ausbildung zum Fahrlehrer absolviert hatte, sei er 2002 zunächst als angestellter Fahrlehrer für Pkw eingestiegen und habe 2007 schließlich die Schule als Eigentümer übernommen. Die Führerscheine, die ihm damals fehlten, habe er nach und nach erworben, so dass er in der Fahrschule alle Klassen unterrichten durfte, und Gerhard Bischof habe ihm noch mehrere Jahre als angestellter Fahrlehrer zur Seite gestanden.

Im Laufe der Zeit seien dann über Welzheim hinaus Filialen in Alfdorf, Plüderhausen, Rudersberg und Schorndorf dazugekommen, die man selbst aufbaute oder übernahm, der Fuhrpark und das Unternehmen als Ganzes seien nach und nach zu seiner heutigen Größe mit fünfzehn Fahrlehrern und drei Büromitarbeitern herangewachsen. Der Trend hin zu einer großen, alle Klassen umfassenden Fahrschule gerecht zu werden, stelle eine „kaufmännische Herausforderung“ dar, die gehandelt werden müsse, so Fritz.

"NAZ" in Schorndorf: Aus- und Weiterbildung für Lkw-Fahrer

Allein der Fuhrpark sei mittlerweile auf fünfzehn Pkw, drei Lkw, einen Traktorzug, Motorräder für alle Zweiradklassen angewachsen. Seit 2018 betreibe man in Schorndorf ein Nutzfahrzeugausbildungszentrum für die Aus- und mittlerweile gesetzlich geforderte Weiterbildung von Lkw- und Busberufskraftfahrern. 2020 habe man dann noch in Welzheim ein Schulungszentrum mit einer Halle für die Gabelstaplerfahrerausbildung gebaut. Und selbstredend müsse man, wenn man bei der Ausbildung von Berufskraftfahrern mit der Agentur für Arbeit zusammenarbeiten wolle, auch über die notwendige, jährlich überprüfte Zertifizierung verfügen.

Stellvertretender Vorsitzender des Kreisvereins Rems-Murr-Kreis im Fahrlehrerverband

Dazu komme dann noch die Verbandsarbeit als stellvertretender Vorsitzender des Kreisvereins Rems-Murr-Kreis im Fahrlehrerverband Baden-Württemberg, als Mitglied im Fahrlehrerprüfungsausschuss Baden-Württemberg und als Mitglied des Welzheimer Gemeinderats, da sei es kein Wunder, dass sein Berufsalltag in erster Linie aus Büroarbeit bestehe und der direkte Kontakt mit Fahrschülern eher selten geworden sei.

Aber nach wie vor bereite es ihm eine große Freude, wenn er beim Bummeln über den Welzheimer Wochenmarkt auf einen ehemaligen Schüler oder eine Schülerin treffe, die er persönlich an den Führerschein herangeführt habe, und man über gemeinsame Erlebnisse und alte Bekannte plaudern könne, so der mittlerweile 43-jährige, verheiratete Ur-Welzheimer Vater von vier Kindern im Alter zwischen fünf und elf Jahren.

Ein Blick zurück auf 45 Jahre Firmengeschichte

Wenn er auf den Teil der mittlerweile 45 Jahre Firmengeschichte zurückblicke, den er selbst mitgestaltete, was sich da verändert habe? „Eigentlich nicht allzu viel“, resümiert Fritz. Neue Gesetze und Vorschriften seien dazugekommen, der Zwang, den papiernen Führerschein gegen eine Plastikkarte umzutauschen, aber nach wie vor gelte rechts vor links und werde auf der rechten Straßenseite gefahren.

Verändert hätten sich die Menschen. Die Helikoptereltern seien mittlerweile auch in den Fahrschulen gelandet, die Mütter und Väter, die für ihre Kinder die Termine vereinbaren und alle Entscheidungen treffen. Und natürlich sei auch eine neue Schülergeneration herangewachsen, mit ihren Eigen- und Besonderheiten, wie sie jede Zeit nun einmal mit sich bringe.

Was noch fehle, wenn man in die Zukunft schaue? Sinnvoll wäre es, meint Fritz, wenn nicht nur Berufskraftfahrer alle paar Jahre ihre Kenntnisse und Fähigkeiten aktualisieren würden. Dies würde auch bei den „normalen“ Führerscheininhabern die Sicherheit im Straßenverkehr erhöhen. Immer wieder mal komme die Anfrage nach einer Fahrstunde, ob sich nicht ein Fahrlehrer einmal eine Stunde neben einen setze, um zu schauen, ob sich im Laufe der Jahre oder Jahrzehnte nicht irgendwelche ungute oder gar falsche Fahrgewohnheiten eingeschlichen haben, oder auch um zu helfen, sich an ein neues Fahrzeug zu gewöhnen. Es gebe auch vom Fahrlehrerverband Programme für sogenannte Überprüfungsfahrten. Sie seien auf freiwilliger Basis durchaus sinnvoll.

Der entscheidende Anstoß, erinnert sich Marcus Fritz, sei von einer Cousine gekommen. Als sie damals den Führerschein machte, wandte sie sich an ihn und fragte, ob er mit ihr nicht ab und zu üben könnte, damit sie sich die eine oder andere Fahrstunde ersparen könnte. Mit Fahrunterricht, blickt der gelernte Automechaniker Fritz zurück, habe er bis dahin nichts am Hut gehabt. Aber natürlich habe er der Cousine ihren Wunsch nicht abschlagen können. Und beim Lernen und Üben habe er entdeckt,

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