Welzheim

Badeseen im Welzheimer Wald: Wo sich Hunde abkühlen dürfen und wo nicht

Neufundlaender
Die große Ausnahme vom Badeverbot für Hunde am Aichstrutsee galt in den vergangenen Jahren beim Neufundländer-Treffen. © Gaby Schneider

Aufgrund der anhaltend heißen und trockenen Wetterlage sind die Badeseen uff em Wald in den Mittelpunkt gerückt. Die Kommunen versuchen mit verschiedenen Maßnahmen, die Qualität des Wassers zu sichern.

Für die Badegäste und für die Fische. In diesem Zusammenhang appellieren die Stadt Welzheim und die Gemeinde Alfdorf an die Hundebesitzer, die Regeln einzuhalten. An den Badeseen gilt ein Badeverbot für Hunde. Zu beachten ist allerdings, dass dieses Verbot nicht für alle Seen im Welzheimer Wald gilt.

Welche Auswirkungen eine schlechte Wasserqualität haben kann, ist derzeit wieder am Plüderhäuser Badesee zu beobachten. Zum wiederholten Male gilt wegen einer sprunghaften Vermehrung von Blaualgen ein Badeverbot für Menschen  und für Hunde sowieso.

Hundehalter reagieren sehr unterschiedlich auf das Badeverbot

„Das Badeverbot für Hunde am Aichstrutsee gilt schon seit sehr vielen Jahren und ist nicht neu“, erklärt Pressesprecher Uwe Lehar von der Stadtverwaltung. Über die Jahre hinweg habe sich der Aichstrutsee zum Freibadzentrum für Welzheim und die Region entwickelt. Alle Veränderungen und Investitionen liefen in enger Absprache mit dem Wasserverband Kocher-Lein, dem das Gewässer gehört. Denn gebaut wurden die Becken, um das Hochwasser an der Lein an den unterliegenden Kommunen zu bändigen. Was gelungen ist.

Die Hundehalter reagierten sehr unterschiedlich auf das Verbot. Viele seien einsichtig, manche ignorierten es. Auf Ansprache komme es manchmal zu Beleidigungen. Eine Anzeige verlaufe oft im Sande, weil der Hundehalter schwer zu ermitteln sei und einfach mit seinem Vierbeiner davonlaufe. Die Polizei werde nur in besonders aggressiven Einzelfällen hinzugezogen und müsse auch erst mal vor Ort sein. Gleichwohl werde das Badeverbot für Hunde immer wieder vom Ordnungsdienst der Stadt kontrolliert. Das Aussprechen eines Badeverbots für Hunde ist Sache der Kommune und nicht die des Wasserverbandes.

Der Besucherdruck ist nicht so groß wie in Corona-Zeiten

In der Vergangenheit hat es auch schon Ausnahmen vom Badeverbot für Hunde gegeben, zum Beispiel beim Neufundländer-Treffen, das über viele Jahre am Aichstrutsee stattfand. „Wir setzen auf die Vernunft der Leute.“

Durch das Badeverbot in Plüderhausen erwartet Uwe Lehar keinen extremen Druck auf die Badeseen im Welzheimer Wald. „Das verteilt sich ganz anders als in Corona-Zeiten, zumal viele auch jetzt in Urlaub sind.“ Deshalb sei auch nicht vorgesehen, den Aichstrutsee für Besucher zu sperren.

Der Bürgermeister der Gemeinde Alfdorf, Ronald Krötz, hatte in einer Pressemitteilung vom 8. August auf die kritische Wasserqualität am Eisenbachsee hingewiesen und um das Einhalten des Badeverbots für Hunde gebeten. Dieser Appell hat in den sozialen Medien einen Sturm an Meinungsäußerungen ausgelöst, die - wie in den sozialen Medien üblich - von unterschiedlicher Qualität und unterschiedlichem Niveau sind.

Auch am Eisenbachsee gilt für Hunde seit Jahren ein Badeverbot

Wie am Aichstrutsee gilt auch am Eisenbachsee bereits seit Jahren ein Badeverbot für Hunde, das laut Bürgermeister Krötz regelmäßig missachtet wird. Immer wieder erreichen die Gemeinde Beschwerden von Erholungssuchenden, die mitteilen, dass Hundehalter das Verbot ignorieren. Aus diesem Grund hat Krötz den Gemeindevollzugsdienst beauftragt, im Rahmen der zeitlichen Ressourcen den Eisenbachsee auch in dieser Hinsicht zu überwachen. Obwohl der Eisenbachsee kein ausgewiesener Badesee ist, wird er gerne von der Bevölkerung zum Baden genutzt. „Die Erfahrung zeigt, dass zu viele Badegäste und Hunde im Wasser für Probleme sorgen und daher hier der Mensch eindeutig den Vorrang genießt“, so Krötz.

Der Wasserverband Kocher-Lein hatte der Gemeinde am 20. Juli mitgeteilt, dass die Wasserqualität an den Hochwasserrückhaltebecken aufgrund der hohen Temperaturen kritisch und der Wasserzulauf zu den Seen mangels Niederschlag gering sei. Eine sofortige Überprüfung der Alfdorfer Seen Eisenbachsee, Hagerwaldsee und Hüttenbühlsee sowie des zum Baden gesperrten Leinecksees ergab, dass noch keine Gefahr für Mensch oder Tiere bestand. Ab diesem Zeitpunkt wurde die Wasserqualität engmaschig überprüft, und seitdem steht die Gemeindeverwaltung in engem Austausch mit dem Wasserverband Kocher-Lein, mit den Angelvereinen und dem Landratsamt.

Weitere Untersuchungsergebnisse stehen derzeit noch aus

Nachdem am 3. August 2022 vor allem ein deutlich erhöhter pH-Wert festgestellt wurde, musste die Gemeinde aktiv werden. Der See wird seither belüftet, um das Wasser mit Sauerstoff anzureichern.

„Nun hofften wir, dass sich in der Folge auch der pH-Wert verbessert.“ Leider musste die Gemeinde am 8. August feststellen, dass der pH-Wert nicht gesunken ist, sondern auf stabil hohem Niveau geblieben ist. Sollte sich der pH-Wert verschlechtern, droht der See zu kippen. Weitere Untersuchungsergebnisse stehen noch aus.

Bitte nicht mit Sonnencreme auf der Haut ins Wasser gehen

Im Augenblick kann die Kommune den Eisenbachsee für Badende noch geöffnet lassen. Es gilt zu verhindern, dass mehr Keime in den See kommen als nötig. Und es soll ebenso achtsam gebadet werden. Dazu gehört insbesondere, dass die Erholungssuchenden keine Sonnencreme vorher auftragen, jegliche Verunreinigung des Sees unterlassen und auch möglichst keinen Schlamm aufwirbeln. Ebenso gehört dazu, dass Hunde nicht in den See gehen, da diese (wie die Menschen) weitere Keime einbringen. Da Hunde dort jedoch sowieso verboten sind, sollte diese Maßnahme eigentlich kein Problem darstellen, wenn sich die Hundehalter daran halten würden. „Ich selbst habe große Sympathien für Hunde und bin selbst Hundebesitzer. Aber es gelten Regeln, die einzuhalten sind“, betont Ronald Krötz.

An den anderen Alfdorfer Seen hat der Bürgermeister die Rechtslage bereits vor Wochen prüfen lassen und festgestellt, dass keine Rechtsgrundlage (also keine gültige Allgemeinverfügung) mehr besteht, die das Baden von Hunden im Leinecksee, Hagerwaldsee und Hüttenbühlsee verbietet. Daher hat Krötz auch die alten Schilder abmontieren lassen. Das bedeutet, dass dort Hundebesitzer ihren Hunden eine Abkühlung ermöglichen können. Aber auch dort sind die Wasserwerte im Moment nicht ideal. „Sollte sich jedoch aus dieser Möglichkeit ein Hundebadetourismus entwickeln, könnte es sein, dass wir darüber im Gemeinderat diskutieren und verschiedene Interessen abwägen müssten. Am Ende könnte dies die Prüfung eines Hundebadeverbots an den anderen Seen zur Folge haben. Dies hängt somit vom künftigen Nutzungsverhalten ab.“

Diskussionsbeiträge auf Facebook sind nicht immer zielführend

Zu den Reaktionen im Internet stellt der Alfdorfer Bürgermeister abschließend fest: „Leider hat der Appell, den ich auch auf den sozialen Medien veröffentlicht habe, für einzelne negative Reaktionen gesorgt. Ich verstehe die Aufregung nicht ganz, da das Hundebadeverbot schon lange am Eisenbachsee besteht. Ich habe nochmals einen klarstellenden Kommentar veröffentlicht, aber es gibt immer User auf Facebook, die dann weiterdiskutieren wollen, was aber nicht immer zielführend ist. Ich bin zuversichtlich, dass sich die Gemüter beruhigen. Es gibt gerade ganz andere weltpolitische Entwicklungen und einen bevorstehenden Winter, was uns mehr beschäftigen sollte.“

Aufgrund der anhaltend heißen und trockenen Wetterlage sind die Badeseen uff em Wald in den Mittelpunkt gerückt. Die Kommunen versuchen mit verschiedenen Maßnahmen, die Qualität des Wassers zu sichern.

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Für die Badegäste und für die Fische. In diesem Zusammenhang appellieren die Stadt Welzheim und die Gemeinde Alfdorf an die Hundebesitzer, die Regeln einzuhalten. An den Badeseen gilt ein Badeverbot für Hunde. Zu beachten ist allerdings, dass dieses Verbot nicht für alle Seen

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